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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 19:48 Uhr

Küstenschutz : Die Stürme können kommen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Trotz kleiner Mängel: Die Föhrer Deiche sind in einem wehrhaften Zustand.

Die Menschen hinter den Föhrer Deichen können auch bei Sturm ruhig schlafen. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen Herbstdeichschau, die vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) regelmäßig durchgeführt wird. An dieser Tour, bei der die einzelnen Deichabschnitte unter die Lupe genommen wurden, beteiligten sich neben den Vertretern des LKN auch Deichgraf Karl-Julius Volkerts sowie Amtsvorsteherin Heidi Braun, Amtsdirektorin Renate Gehrmann und der Wyker Bürgermeister Paul Raffelhüschen.

„Der Unterhaltungszustand des Föhrer Landesschutzdeiches ist rundum gut“. So fasst der Geschäftsführer des Deich- und Sielverbandes Föhr, Dr. Hark Ketelsen, das Ergebnis der Begehung zusammen. Dennoch mussten für einige Bereiche an den Hochwasser-Schutzwällen Anmerkungen zu Papier gebracht werden. Ein Sorgenkind bleibt weiterhin der Zustand des Vorlandes bei Oevenum. Bereits im Frühjahr war konstatiert worden, dass sich hier die Erosion fortgesetzt hat, wobei die Ursache nicht genau festgestellt werden konnte. Um dem entgegenzuwirken, sind jetzt Lahnungen gebaut worden, deren Auswirkungen beobachtet werden sollen.

Beim Midlumer Deichabschnitt wurde bemängelt, dass der Treibselabfuhrweg nicht mehr befahrbar ist. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer der Deichschau aber binnendeichs das Entstehen eines neuen Treibsellagerplatzes beobachten. Wie von Dr. Hendrik Brunckhorst von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des LKN dazu zu erfahren war, hat die neue Abfall-Ablagerungsverordnung diese Maßnahme notwendig gemacht und auch die Zuständigkeit sei vom Kreis Nordfriesland zum Landesamt für ländliche Räume übergegangen. Diese Verordnung gestattet aus Umweltgründen die Deponierung des Treibsels nicht mehr, die seit vielen Jahren an diesem Platz stattgefunden hat. Vielmehr dürfen die organischen Stoffe, die am Deich eingesammelt werden, maximal ein Jahr zwischengelagert werden, um dann unter anderem beim Deichbau zum Verfüllen von Löchern verwandt zu werden. Alle nicht-organischen Stoffe werden, wie weiter zu erfahren ist, bereits beim Einsammeln aussortiert.

Der eigentliche Treibsellagerplatz hat eine Fläche von 0,08 Hektar, die nach unten mit einem Flies abschließt. Darauf wurde eine Drainage eingebaut, auf der Kies, Geogitter und schließlich ganz oben Schotter aufgebracht werden.

Von Midlum aus ging die Deichschau weiter nach Oldsum, wo erneut festgestellt werden musste, dass im Bereich des Schöpfwerkes die Grasnarbe an der inneren Seite des Deiches immer noch nicht optimal ist. Des weiteren wurde in einigen Teilbereichen Binsenbewuchs entdeckt. Mit weiterer Kalkung dieser Abschnitte soll eine Besserung des Zustandes erreicht werden.

Weitere Mängel mussten im Zuge der Schau nicht mehr festgestellt werden. Dafür wurde das Thema der Deicherneuerung bei Utersum kurz gestreift. „Der Zeitpunkt für diesen Deichbau ist weiter ungewiss“, ist von Ketelsen zu erfahren. Das Gesamturteil nach der Reise lautete, das der Zustand der Deiche gut und wehrhaft ist. Allerdings: „Die Anzahl des Personals des LKN auf Föhr wird als zu gering angesehen“, ist im Protokoll festgehalten.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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