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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 16:32 Uhr

Triathlon auf nordfriesischen Inseln : Die Nordsee: Eine Lektion in Demut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Größer und härter: Der Triathlon über die nordfriesischen Inseln startet zum zweiten Mal. Föhr und Amrum mit den Schlüsselstrecken.

Respekt beim Kampf gegen die Elemente, Neugierde auf neue Erfahrungen sowie Demut vor der eigenen Leistungsgrenze bestimmt die Motivation der „Drei-Insel-Ironmänner“. Am Sonnabend fällt auf Sylt, Amrum und Föhr zum zweiten Mal der Startschuss zum Tri-Islands-Triathlon. Anders als im Vorjahr werden in diesem Jahr deutlich mehr Triathleten an dem Sport-Event teilnehmen: Statt 388 sind es 600 Wettkämpfer. Unter ihnen sind auch der deutsche Spitzensportler Sebastian Kienle sowie der Hobbytriathlet und Vegan-Papst Attila Hildmann.

<p>Start auf Amrum, Radfahren auf Föhr und dann zum Laufen nach Sylt – der Tri Islands. </p>

Start auf Amrum, Radfahren auf Föhr und dann zum Laufen nach Sylt – der Tri Islands.

Foto: Yalim

Besonderen Respekt haben alle Teilnehmer vor der 2,5 Kilometer langen Schwimmstrecke durch die Nordsee von Amrum nach Föhr. Aus dieser Strecke können auch leicht die oder vier Kilometer werden, wenn die eisenharten Schwimmer die Orientierung verlieren. Profi Sebastian Kienle rät den Teilnehmern deshalb, vorher im Training noch einmal diese Herausforderung zu trainieren. Sie sollen am besten an Bojen orientieren. Attila Hildmann will sich vor allem nicht von den anderen verrückt machen lassen, nicht wie ein Schaf in der Herde einen falschen Kurs schwimmen. Zwei oder drei Objekte wird er wieder direkt an Land fixieren. „Im vergangenen Jahr sind manche im 90-Grad-Winkel zu mir in eine andere Richtung geschwommen. Hildmann, der Ernährungsspezialist, will nach dem Schwimmen im ersten Drittel liegen. Auf dem Rennrad plant er einen Schnitt von 36 bis 40 Kilometer pro Stunde und will dabei seine auf den Bergstrecken der Tour de France gewonnene Kraft ausspielen. Beim abschließenden Laufen heißt es für ihn dann nur noch kämpfen. Seine Knieverletzung hat er mit Krafttraining weitestgehend kompensiert, gestern Morgen beim Sieben-Kilometer-Lauf ging es ganz gut.

Der Düsseldorfer Thorsten Firlus ist schon seit Tagen im mentalen Wettkampfmodus. „Ich freue mich wie ein kleines Kind darauf. Der Tri Islands ist ein Event, für das man schon sehr sportlich sein muss und ein Sportwettbewerb, der eine einzige Party ist.“ Bei der Premiere des Drei-Insel-Triathlon im vergangenen Jahr war Firlus schon dabei. Übrigens neben dem Föhr-Marathon und dem Wyker Stadtlauf, den sich der sportbegeisterte Journalist und langjährige Föhr-Urlauber ebenfalls nicht entgehen ließ. Besonders die Schwimmpassage nötigt dem 47-Jährigen Respekt ab. „Das Schwimmen von Amrum nach Föhr ist eine Lektion in Demut gewesen.“ Er sei mit einigen anderen Teilnehmern teilweise zurück zum Startpunkt geschwommen, da die Strömung so heftig war. „Dies Jahr werde ich mit Sicherheit von Beginn an alles geben.“ Sein Ziel sei die Fähre nach Sylt, sagt er. Mit den Stars wie Sebastian Kienle, dem amtierenden Europameister und Ironman-Sieger will sich Firlus nicht messen. „Ich bin froh, wenn ich vom Rad runter bin, wenn Kienle im Ziel einläuft.“

In diesem Jahr ist das Prozedere des Triathlons etwas anders als im vergangenen Jahr: Die Sportler werden zunächst nach Föhr reisen, wo sie bei Utersum campen können. Der Triathlon selbst startet am Samstagmittag wieder an der Amrumer Südspitze. Um dorthin zu kommen, brechen die Teilnehmer gemeinsam zu einer Wattwanderung um 9 Uhr von Föhr nach Amrum auf. Von dort müssen sie durch die – je nach Wetterlage – mehr oder minder wilde Nordsee 2,5 Kilometer zurück nach Föhr schwimmen. In diesem Jahr sollen auf der Schwimmstrecke Katamarane und große Bojen als Orientierungshilfe aufgestellt werden, kündigt der Veranstalter an.
Auf Föhr angekommen, stehen anschließend 40 Kilometer Radfahren auf dem Programm, dann geht es auf Booten nach Sylt, wo die Sportler sich abschließend beim Zehn-Kilometer-Lauf verausgaben können. Auch in diesem Jahr werden die Gezeiten wieder dafür sorgen, dass nur diejenigen den Triathlon auf Sylt beenden können, die schnell genug zum Schiff auf Föhr geradelt sind. Diese spezielle Zusammenstellung der drei Disziplinen auf den drei verschiedenen Inseln fordert die Athleten besonders in der logistischen Planung ihres Wettkampfes. In welchem Beutel müssen die richtigen Sportutensilien an welchem Ort hinterlegt werden? Wie gehe ich taktisch das Rennen am besten an, um bei den Wechseln so wenig wie möglich Zeit zu verlieren? Sebastian Kienle rät auch hier, vorab sich einen vernünftigen Wettkampfplan zurecht zu legen, damit es während des Schwimmens, Laufens oder Radfahrens keinen Stress im Kopf gibt. Schließlich soll der Genuss zwischen und auf den Inseln auch nicht zu kurz kommen.

Beim Ernährungsspezialisten Hildmann gibt es am Samstagmorgen nur ein leichtes Frühstück mit Früchten der Natur und Ahornsirup sowie weiteren kleineren Zutaten. Kurz vor dem Start bestimmen zwei Bananen als Snack die Energiezufuhr. Die besondere Energie zieht der Hobby-Triathlet aus einem Spezialgetränk auf der Basis von Matcha-Teeblättern.

In Hörnum erwarten die Sportler und Zuschauer eine tolle Stimmung beim Zieleinlauf am Oststrand. „Ich freue mich schon riesig auf diese einzigartigen Zuschauer“, kann es Hildmann kaum abwarten, am Sonnabend zu starten. Es gibt einen Jeep-Parcours, Slack-Lines und für die Rückfahrt der Sportler nach Föhr und die Abschlussparty hat der Getränkehersteller die MS „Koi“ gechartert.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 20:41 Uhr

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