zur Navigation springen

Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Am Wyker Hafen : Die Kleinsten waren die lautesten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

31 Machos brüllten beim Hähne-Wettkrähen. Der Sieger erhob seine kräftige Stimme 70 Mal.

31 Machos hatten sich im Wyker Hafen versammelt, um eine Stunde lang im Wettstreit lautstark ihren Meister zu ermitteln. In diesem Fall handelte es sich nicht etwa um das Tauziehen der starken Kerle – das findet erst am nächsten Sonnabend statt – sondern um das Wettkrähen der Hähne, das vom Föhrer Kleintierzuchtverein U 41 ausgerichtet wurde. Bis vor 20 Jahren, das ist vom Vorsitzenden des Vereins, Frank Lubomierski zu erfahren, war dieses stimmliche Kräftemessen der Hähne eine Föhrer Tradition. Doch die Hühnergrippe bedeutete das Aus diese Veranstaltung und beinahe wäre auch der Verein darüber eingeschlafen.

Doch nun ist die Situation wieder entspannt und der Kleintierzuchtverein wagte einen Neuanfang, wobei zunächst die Sorge groß war, ob sich genügend Hochleistungskräher mit ihren Züchtern einfinden würden. Doch Frank Lubomierski konnte aufatmen, seine inzwischen fast 50 Mitglieder hatten ihre zumeist buntbefederten Zuchttiere mitgebracht, und so bot sich den Zuschauern nicht nur eine stimmliche Vielfalt, sondern auch ein Überblick über die Vielfalt an Hühnerrassen, die auf Föhr gezüchtet werden. Von den langbeinigen englischen und italienischen Kämpfern über Zwerg-Wyandotten, Appenzeller bis hin zu New-Hampshire-Hühnern und Welsumern reichte die Palette.

Die Aussteller fungierten gleichzeitig auch als Zähler. Jeweils drei Hähne mussten unter ihren strengen Ohren ihr Bestes geben, und für jeden Kräher gab es einen Strich. Dabei entspannte sich schnell ein Wettkampf unter den Zählern, wessen Schutzbefohlener sich am häufigsten geäußert hatte. Umringt wurden sie von einer großen Zahl Hör- und Schaulustiger, die das Spektakel mit Interesse verfolgten. „Die Hähne können für solch einen Wettstreit nicht trainiert werden“, ist vom Vereinsvorsitzenden zu erfahren. Aber meistens seien die Kleinsten auch die besten und lautesten Kräher. „Das ist wie im wirklichen Leben“, lautete der Kommentar einer Zuschauerin dazu.

So war es auch kein Wunder, dass nach einer Stunde ein Mini-Hahn das Rennen gemacht hatte: Der Zwerg-Barnevelder von Hauke Martens hatte im Verlauf der Stunde genau 70 mal gekräht und so seinem Besitzer zum Siegerpokal verholfen. Den zweiten Platz mit 64 lautstarken Kommentaren errang die Zwerg-Wyandotte von Stefan Diedrichsen und Arno Nickelsens New-Hampshire-Hahn kam immerhin noch auf 54 Kräher. Bei den Jugendlichen lag Oluf Petersen mit seinem Amrock-Hahn an der Spitze, gefolgt von Sören Hansen, der einen Welsumer mitgebracht hatte, sowie Tetje Berger, der ebenfalls einen Welsumer ins Rennen geschickt hatte.

Bei diesem Wettstreit ging es zwar lautstark zu, doch nicht alle Teilnehmer haben sich zu Wort gemeldet. Die Sorge, die Schweiger würden im Kochtopf enden, erwies sich jedoch als unbegründet. „Mein Hahn ist ein solch guter Vererber“, meinte der Besitzer eines stillen Tieres, „da nehme ich ihm seine Einsilbigkeit nicht übel.“ Die Nachbarn werden darüber sicherlich nicht böse sein.

„Dies war eine wirklich gelungene Veranstaltung“, freute sich Frank Lubomierski und kündigte an, das im kommenden Jahr auch wieder ein Wettkrähen stattfinden wird.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Aug.2016 | 12:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen