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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 04:58 Uhr

Föhr und Amrum : Des Insel-Gastes liebstes Sitzmöbel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Strandkorb-Saison hat begonnen. In Wyk ist noch bis Ende des Monats kostenloses Sonnenbaden möglich.

Wer in dieses Tagen einen Spaziergang an der Wyker Promenade oder auch an den Stränden in Utersum, Nieblum oder auf Amrum macht, kommt um die Vorboten der Sommersaison nicht herum: In verschiedenen Farben, weiß, blau, gelb oder auch grün, stehen die ersten Strandkörbe bereits an den Stränden der Inseln.

Teilweise sind diese sogar noch frei zugänglich. Zum Beispiel in Wyk, wo immerhin schon 150 Körbe stehen. Ende April beginnt hier die Vermietung, bis dahin wird auch die Zahl noch auf gut 1700 aufgestockt. In Utersum stehen bereits gut 40 offen zugängliche Körbe, dazu noch 20, die bereits für die Vermietung abgeschlossen sind. Auf Amrum dagegen ist von Beginn an Vermietungssaison. Ein Teil der insgesamt 1300 zur Verfügung stehenden Möbel seien bereits mit den ersten Sonnenstrahlen aufgestellt worden, so Frank Timpe, Chef der Amrum-Touristik, und würden seitdem über Vertragspartner und Vermieter an Strandgäste abgegeben.

Hier besteht ein bedeutender Unterschied zwischen den beiden Inseln: Auf Föhr liegt die Vermietung in öffentlicher Hand, zum Beispiel ist in Wyk der städtische Hafenbetrieb dafür zuständig. Auf Amrum gibt es dagegen private Vermieter, die sich darum kümmern, die Körbe an die Inselgäste weiterzugeben.

Insgesamt gibt es hier vier Stellen, an denen sowohl Einheimische, als auch Gäste von dem Service profitieren können: Neben Norddorf, Nebel und Süddorf kann man auch an zwei Orten in Wittdün einen Strandkorb mieten. Im Ortskern von Norddorf stehen dagegen kostenfrei Strandkörbe für eine Pause zur Verfügung, die zudem das Ortsbild verschönern sollen.

In Wyk sind dagegen fast am gesamten Strand die bunten Körbe zu finden, wobei sie hier unter anderem im Bereich vor der Innenstadt oder natürlich auch am Südstrand geballt stehen. Außerdem gibt es an den Stränden von Goting, Nieblum und Utersum die Möglichkeit, die Nordseeluft windgeschützt zu genießen.

Da die Witterungsbedingungen jedoch noch nicht optimal für ein langes Überleben der Körbe sind, werden, zumindest in Wyk, ältere Strandkörbe aufgestellt. Nach und nach werden diese zur Hauptsaison hin durch Neuere ersetzt. Um bereits am Strand zu unterscheiden, welche der Körbe nach seinem vorsaisonalen Einsatz repariert werden müssen, verrät Harald Keisat einen Trick: „Alle, die gen Wasser ausgerichtet sind, sind in der Regel gut in Schuss“. Die übrigen landen dann bei ihm in der Strandkorbwerkstatt.

Dort haben Keisat und seine Kollegen alle Hände voll zu tun: An die 500 Strandkörbe gehen dort jährlich durch die Hände der Reparateure, die während der Hochsaison für die Vermietung am Wyker Strand zuständig sind. „Die Körbe sind teils einfach altersschwach, wir haben aber auch viele Schäden, die durch Vandalismus entstehen“, erklärt Keisats Kollege René Nilius. Bis zum Saisonstart haben die Handwerker noch einiges an Arbeit vor sich: Gut 100 Körbe gilt es noch in Handarbeit aufzupäppeln. Doch für manche Körbe kommt jede Hilfe zu spät: Bei zu aufwendiger Reparatur lohnt sich diese nicht und der Strandkorb wird ausgeschlachtet.

Um diesen Verlust auszugleichen, werden allein für Wyk jährlich etwa 100 Nachbestellungen geordert. Zwar geht dies über die natürliche Fluktuation hinaus, aber Ulrich Koch vom Städtischen Hafenbetrieb erklärt: „Wir sind dabei, unseren Bestand etwas aufzustocken, um in dem Bereich, wo gerade das neue Hotel gebaut wird, genügend Körbe zur Verfügung stellen zu können.“

Wer es jetzt bereits nicht mehr abwarten kann, sich einen Strandkorb zu mieten, kann dies im Internet tun. Bereits weit über 1000 Vorbestellungen sind insgesamt auf den Inseln schon eingegangen, verteilt über die gesamte Saison. Ein großer Teil der Körbe wird aber noch immer spontan am Strand gemietet.

Damit man im Sommer aber nicht nur das Wasser genießen, sondern auch den Sand zwischen den Zehen spüren kann, ist Strandpflege ein weiteres wichtiges Thema an allen Stränden. Sowohl auf Amrum, als auch auf Föhr wurden bereits öffentliche Reinigungskationen durchgeführt, um den Müll, den das Meer angespült hat, wegzuräumen.

Und auch der Strand in Wyk ist bereits wieder eingeebnet, nachdem im Winter Sandhügel verhinderten, dass der Wind den Sand wegweht. Damit sind die Vorbereitungen allerdings noch nicht vorbei: Es soll noch weiterer Sand, der sich zwischen den Buhnen abgelagert hat, aufgeschoben werden. „So brauchen wir zumindest in den nächsten Jahren keine Sandvorspülung“, erklärt Koch die Aktion. Allerdings wartet er dafür noch auf eine Erlaubnis von der Naturschutzbehörde. „Normalerweise schieben wir um diese Zeit schon“, so Koch weiter. „Wenn wir damit dann fertig sind, gucke ich entspannter auf den Sommer.“

Mit dem berühmter Amrumer Kniepsand gibt es dagegen keine Probleme: „Anders als zum Beispiel auf Sylt haben wir mit dem Sand keine Schwierigkeiten. An der Nordspitze wird durch Stürme und Wasser zwar immer wieder einiges an Sand abgetragen, aber den holen wir dann nach“, erklärt Touristik-Chef Frank Timpe. Sandvorspülungen, wie sie zum Beispiel in Utersum schon länger geplant sind oder wie vor vier Jahren in Nieblum, sind also nicht von Nöten.

Die Vorbereitungen für die Sommermonate laufen an allen Stränden also auf Hochtouren, um nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Einheimischen einen entspannten Strandaufenthalt möglich zu machen. Was nur noch fehlt, ist das passende Wetter. Aber auch das wird sich hoffentlich noch ebenso herausputzen, wie die Strände auf Föhr und Amrum.

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