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Insel-Bote

04. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Föhrer Raritäten : Der verborgene Schatz des Catharinen-Rosengartens

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Züchter Thorsten König führte durch die umfangreiche Sammlung auf dem Gelände des Friesenmuseums. Dort findet im Juli wieder ein Rosentag statt.

Als Zier- und Heilpflanzen seit Jahrtausenden gezüchtet und genutzt, bedeutungsvoll für Kultur, Religion, Heilkunde, Kosmetik und Ernährung, faszinieren uns Rosen, ihre vielfältigen Sorten mit farbenprächtigen, oft berauschend duftenden Blüten, kraftvollem Blattgrün und ihren mit Dornen besetzten Stielen.

Der Catharinen-Rosengarten des Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseums beherbergt eine umfangreiche, mehr als 100 Sorten umfassende, außergewöhnliche Sammlung historischer- und Wildrosen mit Raritäten, die bisher in keiner anderen Sammlung vorhanden waren. Sie hatten sich im Schutz der Bäume und Gebäude des Museums verborgen, bis der Rosenzüchter Thorsten König aus Herdecke sie während eines Föhr-Urlaubs entdeckte. Der Fachmann erkannte, dass die Beete, die nach Herkunft und Rosenklassen bepflanzt und benannt wurden – zum Beispiel Amerika, Europa, Asien, Gallica, Damaszener, Dünenrosen oder Moosrosen – uralte Schätze beherbergten, die dringend eine Verjüngungskur benötigten. König bot sein Wissen und seine Arbeit ehrenamtlich an, um dieses Kleinod zu bewahren und aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. In Absprache mit Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber und der Stifterin des Rosengartens, Gundula Haack, sowie in Zusammenarbeit mit dem Museumsteam Hans-Werner Ganzel und Konstantin Sosnovskij wurde die Neubelebung geplant.

2014 begannen die Arbeiten, Harry Asbahr baute den Rosenbogen neu und stellte ihn auf. Seit dieser Zeit bietet Thorsten König auch Rosen-Schnittkurse im Museum an, die sich seither einer großen Nachfrage erfreuen. Es folgte im Juli 2014 der erste Föhrer Rosentag im Friesenmuseum. Eine von Königs Neuzüchtungen – eine Strauchrose mit hellvioletten, stark duftenden Blüten – wurde in feierlichem Rahmen von der gebürtigen Föhrerin Friede Springer auf den Namen „Rose Föhr“ getauft und bekam ein eigenes Beet in der Nähe der Gulfscheune, wo sie wachsen und gedeihen kann.

Nun fanden wieder zwei Rosen-Schnittkurse statt. Unterhaltsam und humorvoll führte der Fachmann aus Herdecke die Teilnehmer durch den Rosengarten, teilte sein Wissen, gab Tipps und Informationen weiter und Rosengeschichten zum Besten. Thorsten König und Niels Riewerts entdeckten unter anderem eine stachellose, stark duftende Gallica-Rose in der Nähe der Grabstätte des Glücklichen Matthias in Süderende, die sie ebenso wie eine wiederentdeckte Rose, die Cornelius Riewerts, der Urgroßvater von Niels Riewerts, 1930 gezüchtet hatte, nachveredelt haben.

Radikale Rückschnitte an den richtigen Stellen, um Luft und Raum für das Wachstum der Blumen zu schaffen, konsequente Pflege und Zupflanzungen unter anderem von Kaiserkronen, Mohn, Iris, Baldrian und Storchschnabel als Bodendecker zeigen bereits eine deutliche Wirkung. Der historische Catharinen-Garten gibt sein Geheimnis mehr und mehr preis, lässt farbenprächtige Beete entstehen und manifestiert sich in seiner Einzigartigkeit.

Ein besonderer Höhepunkt des Museumsjahres wird der nächste Föhrer Rosentag am 3. Juli sein. Ein Fest rund um die Königin der Blume, bei dem die Besucher nicht nur Rosenraritäten erwerben können, sondern auch den dann blühenden und duftenden Rosengarten auf dem Gelände am Rebbelstieg in seiner ganzen Pracht bestaunen und erleben können.

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