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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 05:04 Uhr

Föhr on Fire : Das Lichtermeer über der Nordsee

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gefühlvoll-bombastische Musik und schier unglaubliche Lichteffekte am Nachthimmel über der Nordsee: Das Musikfeuerwerk Föhr on Fire bescherte den vielen Tausend Zuschauern am Wyker Hafen wieder Gänsehaut.

Wyk Es war ein Wechselbad der Gefühle: Ein gefühlvoller Auftakt, dann ein paar sehr grelle Effekte, bevor es  zum emotionalen Höhepunkt  kam: Ruhige Töne von Enya begleiteten die Raketen in den Himmel über dem Wyker Hafenstrand, ein Moment, der viele Zuschauer mit offenem Mund staunen ließ. Bunt ging es weiter, bevor im großen Finale der gesamte Himmel zu brennen schien.

Es war großes Kino, das der Kasseler Feuerwerkskünstler  Joachim Schon da in den Himmel über der Nordsee  gezaubert hat. Weit über 1000 Feuerwerkskörper hatte er für die elfte  Auflage von „Föhr in Fire“ zusammengestellt und es hat sich gelohnt: Begleitet dieses Jahr von rein instrumentaler Musik schwebten rote Feuerbälle auf dem Wasser, wurden Sterne ganz weit  in den Nachthimmel geschossen und fächerten sich die Raketen teilweise auf über 500 Meter auf.  Ein Feuerwerk der Superlative, das auch in diesem Jahr  zigtausende Zuschauer vom Strand und vom Fähranleger aus bewunderten.  Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt  ging gestern davon aus, dass die  Zuschauerzahl ungefähr die gleiche wie im Vorjahr war, wo rund 18000 Menschen das Himmelsspektakel verfolgt hatten.    Allerdings war die Zahl der Tagesausflügler, die zum Föhrer Feuerwerk gekommen waren – wohl auch wetterbedingt –  in diesem Jahr geringer, als 2015.  Bei 1750 Passagieren musste die Wyker Dampfschiffs-Reederei dieses Mal um Mitternacht  nur zwei und nicht wie im Vorjahr drei Fähren zurück nach Dagebüll einsetzen.  Rund 160 Feuerwerks-Besucher fuhren außerdem anschließend mit der „Hauke Haien“ nach Wittdün.

   „Föhr on Fire“ war der Schlusspunkt des zweitägigen Hafenfestes, dessen Bilanz für Jochen Gemeinhardt absolut positiv ist.   Den Besuchern habe es wieder  gut gefallen, hat er beobachtet.  Bereits am Freitagabend  ging es am  Binnenhafen richtig rund. Die Band  „Supreme“ stimmte die vielen Besucher auf das große Festprogramm am  Sonnabend ein.

Der Haupttag des Hafenfestes lief dann – wohl auch wegen des wechselhaften, sehr windigen Wetters – eher schleppend an, und das, obwohl den Besuchern einiges geboten wurde: Sie konnten  den Seenot-Rettungskreuzer „Ernst-Meier-Hedde“ besichtigen und sich  auf dem Polizeiboot „Sylt“ über  die Arbeit der Wasserschutzpolizei  informieren – eine Gelegenheit, die, so berichtet Jochen Gemeinhardt,  720 Menschen nutzten. „Das waren deutlich mehr, als in  früheren Jahren.“ Tradition hat  am Hafenfest-Sonnabend der Auftritt der plattdeutschen Band „Timmerhorst“ am späten Vormittag. 

Auf der Westkaje des Binnenhafens tummelten sich dann am Nachmittag deutlich  mehr Schaulustige. Die Freiwillige Feuerwehr Wyk präsentierte  ihr Equipment, geduldig erklärten die  Mitglieder  die Einzelheiten der Fahrzeuge und stellten unter Beweis, dass man mit Schere und Spreizer ein Auto sehr schnell in  ein Cabrio verwandeln kann.

Der Wind, der am Nachmittag immer mehr auffrischte,  kam  dem Entenrennen im Binnenhafen  zugute. 1611 quietschegelbe Plastik-Enten  lieferten sich  einen packenden Kampf. Lange gab es keine wirkliche Spitzengruppe, bis sich ein paar Meter vor dem Ziel dann doch ein gelber Plastikfreund aus der Deckung wagte und einen Ausreißversuch startete. Der war  von Erfolg gekrönt: Mit deutlichem Abstand siegte der Kamerad vor seinen Verfolgern –  sehr zur Freude des Besitzers des Loses mit der Nummer 384e (gelb), dessen Inhaber ein Ferienwochenende gewann.

Das Entenrennen  war der Auftakt für einen wunderschönen Sommerabend. Immer mehr Menschen kamen nun auf die kleine Feiermeile, um sich  Bier, Bratwurst oder einfach  nur Musik zu gönnen. Wie am Freitag war wieder  „Supreme“  für die Stimmung zuständig. Mit  einer  Mischung aus aktuellen Hits, Evergreens und dem Besten aus Rock und Pop kam die Band  beim Publikum  gut an.

Höhepunkt des  Wyker Hafenfestes war aber auch dieses Mal wieder „Föhr on Fire“.  Nur Joachim Schon konnte die Show  nicht wirklich genießen: „Wie ein Film läuft vor meinem inneren Auge das Feuerwerk ab, wie es geplant ist. Das vergleiche ich dann mit der Realität.“ Nervös sei er vor seinen Shows nicht mehr, so der Kasseler: „Ich würde es eher gesunde Anspannung nennen.“ Die löste sich schnell, nachdem die letzten Feuerwerkskörper in den Nachthimmel aufgestiegen waren und das Publikum  begeistert johlte und applaudierte. Da genehmigte sich auch Joachim Schon nach vollbrachter Tat ein breites Grinsen. Gedanklich war  er dabei wahrscheinlich schon wieder bei seinem nächsten Auftrag. Und im November, so verriet er,  beginnen dann die Planungen für das kommende Jahr. Neue Effekte, die das Föhrer Publikum noch nicht kennt, hat er jedenfalls noch reichlich in petto.cvs/pk

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erstellt am 14.Aug.2016 | 21:45 Uhr

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