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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Amrum: Die Aktiven der Wehren : „Das kann jeder schaffen, wenn er will“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Marten Meinerts ist seit knapp sechs Jahren Feuerwehrmann und schätzt insbesondere das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl.

Marten Meinerts ist Feuerwehrmann in Norddorf. Ehrenamtlich. Im normalen Leben ist er Berufskraftfahrer beim Amrumer Bierverlag, dazu betätigt er sich als Bierzapfer bei Inselevents sowie als Discjockey im „54° Nord“ und bei den Straßenfesten der Feuerwehr.

So viel um die Ohren und immer noch Zeit für die Feuerwehr?
Auf jeden Fall. Ich mache zwei Dienste im Monat, je zwei- bis zweieinhalb Stunden, und freitags Feuerwehrsport. 90 Minuten. Im Winter in der Halle, im Sommer auf dem Platz. Überwiegend Fußball.

Wann gehen die Dienste los?
Zu einer humanen Zeit. So gegen 19 Uhr.

Irgendwelche Special-Events?
Ja, klar. Der Tag der offenen Tür, die Oster- und Sonnenwendfeuer und natürlich Biike. Machen aber alle Spaß.

Wie sieht so ein Dienst aus?
Üben, üben, üben. Brandlöschung simulieren, Fitnesstest unter Atemschutz und natürlich: Löschversorgung aufbauen.

Wie bist du zur Feuerwehrwehr gekommen?
Ich war erst bei der Jugendfeuerwehr. Und bin später dann wieder eingestiegen. Habe die beiden Truppmann-Ausbildungen gemacht. Bin jetzt seit fünf oder sechs Jahren Feuerwehrmann und ausgebildeter Atemschutzgeräteträger.

Die Feuerwehr braucht Leute?
Auf jeden Fall. In Norddorf ist die Situation noch nicht ganz so schlimm. Wir sind auch recht viele Junge. So fünf bis sechs unter 30. Das ist natürlich gut.

Wo liegt das Problem beim Feuerwehr-Nachwuchs?
Viele Junge verlassen die Insel, nur ein Bruchteil kommt zurück. Außerdem gibt’s natürlich stärkere und schwächere Jahrgänge.

Einige deiner Freunde sind auch da?
Ja, erst waren sie im Freundeskreis etwas skeptisch, als ich zur Feuerwehr ging. Wir haben uns das dann aber alle mal angeguckt. Und sind geblieben, Philipp (Jensen) und Cornelius (Hinrichs) auch. Timo, mein älterer Bruder, ist auch bei der Feuerwehr.

Was gefällt dir?
Wir sind eine super Gemeinschaft. Es ist nicht zu streng, wir haben Spaß, wir fahren zusammen weg, gucken Fußball.

Du hast einen Pieper. Wie ist das, wenn der während der Arbeit losgeht?
Dann geht er los. Die Arbeitgeber sind da entspannt. Es könnte ja schließlich auch ihr Haus treffen.

Denkst du manchmal, was wäre wenn  …?
Klar. Bei einem Großbrand brauchen wir jede helfende Hand.

Was erwartet den, der jetzt mal bei der Feuerwehr vorbei schaut?
Erstmal Übungsdienste. Einfach alles angucken und so ein bisschen eingebunden werden. Und nach zwei, drei Mal werden einem dann auch grundlegende Sachen erzählt.

Schlussfrage an Ausbilder Jens Lucke: Wie lange dauern die Lehrgänge?
Truppmann 1, das ist die Grundausbildung, sind 70 Stunden, je nachdem also drei bis fünf Wochen – mal an Wochenenden, mal nach Feierabend. Truppmann 2 sind 80 Stunden, aber über zwei Jahre. Bei der Grundausbildung stellen wir uns mit der Stoffvermittlung zeitlich gut auf die jeweiligen Leute ein. Da sind wir echt flexibel.

Interview: Undine Bischoff

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