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Insel-Bote

11. Dezember 2016 | 03:19 Uhr

Am Fähranleger : Das große Boot war ratzfatz voll

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

NDR-Sommertour: 150 Eimerschlepper sorgten dafür, dass Wyk die Stadtwette gewann. Das anschließende „Silly“-Konzert war kurz, aber gut.

Man konnte doch merken, das Paul Raffelhüschen etwas angespannt war. Der Wyker Bürgermeister meinte zwar „bisher bin ich ganz ruhig“, aber ein Rest Zweifel, vielleicht doch in das Sumo-Ringer-Kostüm steigen zu müssen, war greifbar. Und so gab Raffelhüschen zu, schon heimlich in dem Kostüm geprobt zu haben.

Für die Stadtwette wurde dagegen nicht geprobt. Und dabei sollte diese doch den Kopf des Bürgermeisters aus der Schlinge ziehen. Im Rahmen der NDR-Sommertour, bei der die Rundfunkanstalt mehrere Wochen durch den Norden reist, waren am Sonnabend alle Föhrer und Urlauber aufgefordert, lebendige Schaufeln zu spielen. Zehn Kubikmeter Sand lagen am Fähranleger bereit, um etwa 30 Meter weit in den hohlen Rumpf eines Holzbootes transportiert zu werden. Als Zeitlimit wurden 20 Minuten gesetzt, was angesichts des doch relativ großen Sandberges knapp erschien.

Aber die Technik, die Wette zu gewinnen war ausgeklügelt: In vier Reihen wurden die orangefarbenen Eimer von dem Sandberg zum Boot transportiert, dort ausgeschüttet und in weiteren Menschenketten wieder zum Sandberg gebracht. Ein Plan mit höchster Effizienz.

Der Startschuss für das Eimerschleppen wurde gegen 19.30 Uhr gegeben. Zuvor hatten bereits die Coverband „Rockford“ und die NDR-Moderatoren Vèrena Püschel und Pascal Hillgruber rund 10  000 Zuschauer unterhalten und mit Liveschalten in das Schleswig-Holstein-Magazin-Studio einen Einblick hinter die Kulissen des Fernsehens gegeben. Und zum Start der Wette war man dann live auf Sendung, sodass das gesamte Bundesland den freiwilligen Eimerschleppern beim Schwitzen zuschauen konnte.

Bereits kurz nach Beginn der Wette wurde deutlich: Alle Sorgen von Paul Raffelhüschen waren unbegründet. Nach nur fünf Minuten war ein guter Teil des Bootes gefüllt, der Plan mit den verschiedenen Ketten schien perfekt zu funktionieren. Als dann die Kameras wieder eingeschaltet wurden und Raffelhüschen ins Visier nahmen, griff sogar der Bürgermeister zum Eimer und half mit, das Boot zu füllen.

Insgesamt hatten die gut 150 Eimerschlepper leichtes Spiel mit dem Sand. Nach etwa der Hälfte der Zeit war das Boot so gut wie voll und es ging daran, die Lücken zu stopfen. Als gegen Viertel vor acht noch einmal live ins Schleswig-Holstein-Magazin geschaltet wurde, war Pascal Hillgruber, der sich ins Boot gesetzt hatte, bereits bis zur Brust eingebuddelt. Und während Püschel noch mit ihrem Kollegen Scherze machte, wurde am Heck des Bootes schon gejubelt: Vier Minuten vor Ende der Zeit war auch die letzte Ecke des Schiffs mit Sand gefüllt – und die Wette gewonnen.

Kurz danach gab auch Vèrena Püschel das offizielle Endergebnis bekannt: Wyk hatte die Stadtwette gewonnen. Und Paul Raffelhüschen blieb der Tanz auf der Bühne erspart. „Ich möchte mich herzlich beim WTB, bei der Feuerwehr und bei allen Helfern bedanken“, sagte er nach der Urkundenübergabe und grinste in die Kamera. „Ich bin sehr erleichtert“, gab er später zu, als er sich stolz mit der Urkunde fotografieren ließ.

Statt Raffelhüschen mussten nun Püschel und Hillgruber in ihr Kostüm schlüpfen. Passend zum Sommerhit „Cake by the Ocean“, zu dem beide unter Anleitung tanzen mussten, waren sie als Tortenstück (Püschel), beziehungsweise als Beachboy (Hillgruber) aufgemacht.

Das war der komische Auftakt zu einem bunten Abend. Gegen Viertel vor neun gab die Ostdeutsche Rockband „Silly“ ein Open-Air-Konzert vor mehr als 14  000 Zuschauern. Mit viel Licht und vor allem viel Bass gaben die Musiker Gas und sorgten für Stimmung. Allerding war die Freude über das eintrittsfreie Konzert nur von kurzer Dauer: Nicht einmal 90 Minuten dauerte der Auftritt, dann verschwanden die Musiker wieder neben der Bühne. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Moderatoren schon nicht mehr auf der Insel. Auf der Bühne übernahm ein DJ des NDR die Rolle des Unterhalters, während um ihn herum bereits aufgeräumt wurde. Und so war der Abend am Wyker Fähranleger dann sehr schnell zu Ende. Um 23.15 Uhr fuhr auch der DJ seinen Laptop herunter und die Lichter gingen endgültig aus. Ein Großteil der Bühne war da schon abgebaut.

So kann man nicht sagen, dass bis tief in die Nacht gefeiert wurde, zumindest nicht im Rahmen der NDR-Sommertour. Vor allem bei dem schönen Wetter und den lauen Temperaturen hätte man sich einen längeren Atem von Seiten des Senders gewünscht.

So bleibt nur die Freude über die gewonnene Stadtwette und die Erinnerung an ein super Konzert von Silly. Und für Bürgermeister Raffelhüschen sicherlich die Erleichterung, dass er nicht als Sumo-Ringer auftreten musste.


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