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Insel-Bote

26. September 2016 | 12:28 Uhr

Ende einer Ära : Das Feuer ist erloschen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nicht mehr zeitgemäß und marode: Nach 61 Jahren wurde das Leuchtfeuer Wriakhörn abgeschaltet.

Mehr als sechs Jahrzehnte hatte das Leuchtfeuer „Wriakhörn“ nicht nur der Seeschifffahrt den Weg vor Amrums Südwestküste gewiesen, sondern auch unzähligen Strandspaziergängern die Orientierung auf dem weitläufigen Kniepsand erleichtert. Aufmerksamen Standwanderern fiel natürlich auf, dass die Seelaterne auch nach Sonnenuntergang dunkel blieb. Für die Seeschifffahrt veröffentliche das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in einer Bekanntmachung für Seefahrer die Stilllegung.

Was sich nach einem nüchternen Verwaltungsakt anhört, ist ein Stück endende Geschichte. Und eine Maßnahme, bei der auch der eigentliche Trägermast zurückgebaut wurde, die eine konsequente Umsetzung der generellen und kritischen Betrachtung aller nautischen Leuchtfeuer im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) bedeutet. „Für uns wurde es zu gefährlich auf das Bauwerk zu klettern“, erklärte ein Techniker beim Rückbau. Zu sehr hatten Sand und Nordseeluft an dem einst feuerverzinkten Gittermast genagt. „Alle Konservierungsmaßnahmen hatten keine lange Standzeit und Probleme mit der Laterne gab es natürlich auch nur bei miesem Wetter“, erinnert er sich nur zu gut.

„Das Leuchtfeuer ‚Wriakhörn‘ war laut der nautischen Experten entbehrlich und wurde aufgrund der Baufälligkeit des Gittermastes zurückgebaut“, erklärt Bauamtsrat Wolfgang Stöck vom WSA Tönning. Die moderne satellitengestützte Navigationstechnik übernimmt auch in der Sportschifffahrt schon seit vielen Jahren einen Großteil der Navigation. Seit Juli 1955 hatte das Leuchtfeuer, das mit einer 380-er Pintsch-Seelaterne ausgerüstet war, die Sicherung des Kniepfahrwassers übernommen. Die weißen und roten Sektoren bildeten dabei den Verlauf des Fahrwassers von Tonne zu Tonne ab. Das weiße Licht hatte bei einer Höhe über Wasser von 26 Metern eine Leuchtweite von zwölf Seemeilen und das Rote von neun Seemeilen.

„Unsere Mitarbeiter mussten den insgesamt 17 Meter hohen Gittermast rund vier Meter tief freischaufeln, bevor sie an den Elektroanschlusskasten kamen, wo der viereckige Gittermast dann auch abgebrannt und über den Kniepsand abtransportiert wurde“. Auf eine restlose Entfernung des noch weitere fünf Meter tief eingesandeten Mastes konnte nach Absprache mit dem Naturschutzbeauftragten Amrums verzichtet werden. „Wir hätten einen rund 56 Meter großen Krater hinterlassen, um an das verschüttete Fundament zu gelangen“, erklärt Stöck.

Da im Bereich des Außenbezirks Amrum die Anschauung und Demonstration von Schifffahrtzeichen einen hohen Stellenwert hat, wird das Leuchtfeuer „Wriakhörn“ nach einer Überarbeitung in gekürzter Version seinen Ehrenplatz im Seezeichen Wittdün erhalten.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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