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Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 04:09 Uhr

In Nebel : Bunte Kunst am Inselstrand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Amrumer Flaggenprojekt geht in die zweite Runde. Die Objekte werden sich durch Witterungseinflüsse ständig verändern

Wer an den Nebeler Strand geht sieht sie schon von Weitem, sie schmücken mit ihren bunten Farben den Bohlenweg in Richtung Wasser. Die Flaggen des Amrumer Kunstvereins wurden von sechs Künstlern kreiert. Auf die positive Resonanz des letzten Jahres hin hatte sich der Kunstverein erneut den Flaggen zugewandt. Kuratorin war in diesem Jahr Valeska Hageney, die die Kunstobjekte gemeinsam mit Kalle Wruck und Philipp Ricklefs, den Gründern des Amrumer Kunstvereins, am Strand installierte.

„Auf viele Menschen üben Flaggen eine Faszination aus. Mit dem Wahrnehmen einer Flagge stellt sich automatisch die Frage nach ihrer Bedeutung, dem Inhalt des Dargestellten“, meint Philipp Ricklefs. Flaggen forderten dazu auf, über ihre Herkunft im geographischen wie im politischen Kontext zu spekulieren. Es gebe immer eine Metaebene, die es mittels der dargestellten Attribute und Symbole zu dechiffrieren gelte. „Eine Flagge ist nie einfach nur ein buntes Stück Tuch im Wind“, so Ricklefs. Flaggen hätten schon immer als Kommunikationsmittel zwischen den Menschen gedient. „In dieser Eigenschaft liegt für uns eine Analogie zur bildenden Kunst. Vergleichbar mit der Betrachtung eines Kunstwerks, muss bei dem Betrachten einer Flagge über das rein visuell Wahrnehmbare hinaus gedacht werden“, erklärt der Amrumer Künstler. Diese gemeinsame Schnittstelle mache es für den Kunstverein interessant, Künstler aufzufordern, sich mit dem Objekt Flagge zu beschäftigen. Welche Konzeption oder welchen Charakter die einzelnen Exemplare annehmen, sei den Künstlern überlassen. Lediglich die maximale Fläche und eine rechteckige Form würden vorgegeben. „Die öffentliche Präsenz am Strand und die natürliche Neugierde der Badegäste versprechen eine direkte Erweiterung der Auseinandersetzung der Gesellschaft mit zeitgenössischer Kunst außerhalb gängiger Kulturinstitutionen. Das ist ein grundlegendes Anliegen des Kunstverein Amrum“, erläutert Philipp Ricklefs.

Den ganzen Sommer über werden die Flaggen nun im Nordseewind flattern. Dabei sind sie den Elementen ausgesetzt. So findet bei den Kunstwerken ein Transformationsprozess statt. Zum Ende der Ausstellunng im Herbst werden dann verschlissenen Überreste der Arbeiten bei einer Finissage eingeholt.


Die Künstler des diesjährigen Flaggenprojektes sind: Cornelia Baltes, Edouard Baribeaud, Norbert Bisky, Amelie Grözinger, Caroline Kryzecki und Ralf Ziervogel. Näheres über die Künstler und weitere Projekte des Kunstverein Amrum findet man auf der Homepage www.kunstverein-amrum.de.



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