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Insel-Bote

26. November 2014 | 17:07 Uhr

Flughafen Wyk : Bruchlandung auf dem Flugplatz

vom

Ereignisreicher Sonntag auf dem Tower / Gleich drei Zwischenfälle ohne Verletzte / Keine Ermittlungen durch die Luftfahrtbehörde

Wyk | Der Dienst auf dem Tower am Wyker Flugplatz ist normalerweise unspektakulär. Starts und Landungen gehen auf dem meist bei guten Wetterlagen angesteuerten Fluplatz problemlos über die Bühne. Den vergangenen Montag wird Hans Werner Jacobsen allerdings nicht so schnell vergessen.

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Mit der Landung einer Piper PA 28 aus Dresden sollte an diesem Abend seine Schicht als Luftaufsicht in dem kleinen Turm zuende gehen. Zwar hatte es kurz zuvor gewittert und stark geregnet, doch in der "Ruhe nach dem Sturm" stand einer Landung nichts im Wege.

"Es ist windstill, aber die Bahn ist sehr nass", hatte Jacobsen dem Piloten, ein Fluglehrer, beim Anflug auf die Landebahn 02 noch mit auf den Weg gegeben. Die 02 ist 40 Meter breit und mit 660 Metern die längere der beiden Start- und Landebahnen. Sie führt vom Meer kommend Richtung Wrixum.

Dann näherte sich die Piper übers Wasser der Landebahn, setzte auch korrekt - dies muss mindestens 150 Meter vor der Hälfte der Landebahn geschehen - auf. Die Sicht war zu diesem Zeitpunkt gut, die Wolkenuntergrenze bei rund 1000 Fuß.

Doch auf der extrem nassen Bahn gelang es dem Piloten nicht, das Flugzeug rechtzeitig zum Stehen zu bekommen. "Aquaplaning, da konnte der Pilot nichts dafür", war sich Jacobsen sicher. Das Flugzeug schoss über die Landebahn hinaus und kam erst in den dahinter liegenden Büschen zum Stehen.

Ziemlich genau um 19 Uhr erreichte Jacobsen mit dem Feuerwehrfahrzeug des Flugplatzes die Unfallstelle und war zunächst einmal erleichtert, dass alle drei Insassen ohne Verletzungen davon gekommen waren. An der Piper entstand nach Angaben der Polizei allerdings ein Totalschaden im Wert von etwa 80 000 Euro. "Es war keine Notlandung", betont Jacobsen, der auf die Dresdner Maschine gewartet hatte. Um 19.06 Uhr kam bei Wyks Wehrführer Kai Sönnichsen der Alarm auf seinem Meldeempfänger an. "Vollalarm, technische Hilfeleistung, auslaufende Flüssigkeit, Piper über Landebahn hinaus, keine Verletzten", hieß es dort. Wenige Minuten später waren die Wyker mit 20 Mann vor Ort. "Wir mussten aber nur aus den beiden Tragflächen das Kerosin abpumpen", war auch er erleichtert, dass die "Piloten keine Schrammen" abbekommen hatten. 90 Minuten später war der Feuerwehreinsatz beendet. "Da es keinen Personenschaden gegeben hat, werden wir vor Ort nicht ermitteln", erklärte dazu gestern Philipp Lampert, der am Unfalltag in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig der sogenannte Untersucher vom Dienst war.

"Der Unfall war aber nur die Sahnehaube dieses Tages", berichtete Jacobsen, Leiter der Luftaufsicht auf dem Insel-Flugplatz, weiter. Am Nachmittag hatte er einen Anruf von der Flugsicherung erhalten. Ein Zweisitzer befinde sich in einer Notlage, man möchte das Flugzeug nach Föhr geleiten und ob eine Landung möglich sei? Der Zweisitzer, so Jacobsen, war auf Norderney gestartet und wollte eigentlich Richtung Süden. Allerdings befand sich das Zentrum der Gewitterfront über den ostfriesischen Inseln. Offenbar glaubte der Pilot, dem Gewitter entkommen zu können. Er sollte sich irren.

So geleitete der Hubschrauber "Christoph Europa 5" aus Niebüll das Flugzeug tief fliegend nach Föhr. An Bord befand sich auch eine Frau, der es bei der Ankunft nicht gut ging. Jacobsen: "Die sind lange zwischen Gewittern geflogen, die Frau war ziemlich fertig."

Völliges Unverständnis erntete schließlich noch der Pilot eines Motorseglers, der mit einem dreijährigen Jungen an Bord von Hamburg aus Föhr angesteuert hatte. "Ich weiß nicht, was die Leute treibt, so etwas zu tun", wunderte und ärgerte sich Jacobsen. Nur vier Prozent aller Unfälle seien Motorschäden, so der Fachmann, der Rest gehe auf das Konto der Piloten und des Wetters. Zum Glück erreichten am Sonntag alle unversehrt den Wyker Flugplatz.

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erstellt am 10.Jul.2012 | 07:57 Uhr

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