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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 01:18 Uhr

In Wyk : Bilder von großer Leichtigkeit

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Friesenmuseum zeigt Amrum-Aquarelle des Hamburger Malers Werner Bley. Dessen Bilder wurden zuletzt vor 50 Jahren an der Westküste gezeigt.

Einen ganz speziellen Blick nach Amrum ermöglicht das Friesenmuseum mit seiner Sommerausstellung, die sich zwischen den Exponaten im Gebäude einfügt. Dem Hamburger Künstler Werner Bley (1897 bis 1974) ist diese Präsentation gewidmet und gezeigt werden dabei rund 30 seiner Aquarelle, die während der Aufenthalte auf Amrum entstanden sind.

Zwar hielt sich Werner Bley zwischen den Jahren 1946 und 1969 regelmäßig zum Malen auf Amrum auf, doch seine Spuren sind dort heute kaum noch zu finden. Jutta Kollbaum-Weber, Leiterin des Friesenmuseums, hat sich zwar bemüht, Einzelheiten herauszufinden, konnte aber nur einen einzigen Zeitzeugen finden – Harry Savinsky, den Urenkel von Pauline Mechlenburg aus Norddorf, von der der Künstler zwei Kohle-Zeichnungen angefertigt hat.

Der Initiative der Museumsleiterin ist diese Wyker Ausstellung zu verdanken. Bei der Ausstellung des NDR in Wyk, „Weite und Licht“ vor zwei Jahren war auch ein Bild von Werner Bley vertreten, das Jutta Kollbaum-Weber stark beeindruckt hat. Als sich dann auch noch Bernd Bley, der Sohn des Künstlers und selbst schon hoch in den Achtzigern, bei ihr meldete und fragte, ob Interesse an einer Ausstellung bestehe, gab es kein Halten mehr. Bernd Bley, der in Husum lebt, vertraute ihr den Schlüssel der Atelierwohnung in Hamburg-Eppendorf an, die die Familie Bley immer noch gemietet hat. „Ich habe dort eine Auswahl von Amrumer Aquarellen getroffen und nach Föhr transportiert“, berichtet Jutta Kollbaum-Weber. So kommt es nun, dass genau 50 Jahre nach der einzigen Bley-Ausstellung an der Westküste, nämlich im Husumer Nissenhaus, hier wieder etwa 30 Bilder des Hamburger Künstlers zu sehen sind.

Werner Bley, der als Sohn eines Volksschullehrers im Eimsbüttel aufwuchs, besuchte ab 1915 eine Kunstgewerbeschule, bis er als Soldat nach Rumänien musste und in russische Gefangenschaft geriet. 1918 nahm er sein Studium wieder auf und beschäftigte sich unter anderem mit der Druckgrafik. 1926 wurde Bley Mitglied des Hamburger Kunstvereins und war bei Ausstellungen in Hamburg und im norddeutschen Raum vertreten. Er war unter anderem als Lehrer an der Meisterschule für Mode in Hamburg und als Kunsterzieher an Gymnasien tätig.

In den 1920-er Jahren unternahm er Studienfahrten bis Cuxhaven und auf die Insel Neuwerk, wo er mit der Freilichtmalerei und dem Aquarellieren begann. Doch auf Amrum perfektionierte er diese Maltechnik, die er sich selbst beigebracht hat. Dr. Sabine Behrens, Kunsthistorikerin und Leiterin des Künstlermuseums Heikendorf, attestiert Werner Bleys Arbeiten eine „unvergleichliche Leichtigkeit“. Beim Aquarell, so Sabine Behrens, „müssen die Farbmischungen und der Pinselstrich von vornherein stimmen, denn jede Nachbesserung bleibt sichtbar“. Aquarelle, wie Bley sie malte, gehören nach Überzeugung der Kunsthistorikerin zu den schwersten künstlerischen Aufgaben.

Die Ausstellung „Werner Bley: Insellandschaften – Ein Blick nach Amrum“ kann bis zum 31. Oktober im Wyker Friesenmuseum besichtigt werden.



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erstellt am 07.Aug.2016 | 17:45 Uhr

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