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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 08:49 Uhr

Auf Föhr : Besuch von „Christoph 42“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der künftige Rendsburger Rettungshubschrauber ist auf dem Wyker Flugplatz gelandet. Die Insulaner haben Piloten und Notärzte mit Fragen gelöchert.

Die Föhrer und Amrumer haben sich längst an den zunehmenden Hubschrauberverkehr im Luftraum über ihren Inseln gewöhnt. Doch ist für sie der Anblick des rot-weißen Fliegers regelmäßig mit einem unguten Gefühl verbunden, wissen sie doch, dass diese Flugeinsätze der Rettung von Menschen in Lebensgefahr dienen. Schlaganfälle, Herzinfarkte und Unfälle sind die hauptsächlichen Gründe für Rettungsflüge, bei denen es darum geht, die Patienten möglichst schnell ins Krankenhaus zu bringen.

Als jedoch gestern Nachmittag der Rettungshubschrauber „Christoph 42“ des Typs EC 145 der DRF-Luftrettung auf dem Wyker Flugplatz landete, galt dies keinem Notfall. Vielmehr stattete er den Insulanern einen „Höflichkeitsbesuch“ ab. Nach dem Willen der Verantwortlichen der DRF-Luftrettung war der Besuch in Wyk stellvertretend für alle Inseln und Halligen. Die Föhrer und ihre Gäste waren eingeladen, den nagelneuen Hubschrauber zu besichtigen, und sie nutzten diese Chance auch ausgiebig.

Die Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten standen bereit, jede nur mögliche Frage zu beantworten. Auch Heidi Braun, die Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum, nutzte die Gelegenheit, die Retter kranker Menschen unter die Lupe zu nehmen. Dabei erfuhr sie unter anderem, dass der Neuwert dieses Hubschraubers rund acht Millionen Euro beträgt. In diesem Betrag enthalten ist auch eine Medizintechnik, die sich sehen lassen kann und für den Einsatz bei fast allen Notfällen ausgelegt ist.

Der neue Hubschrauber hat bei einer Tankfüllung von knapp 868 Litern Kerosin knapp eine Reichweite von rund 700 Kilometern und erreicht eine Geschwindigkeit von 254 Kilometern in der Stunde. Die Mediziner an Bord freuen sich, dass ihnen mehr Platz zur Verfügung steht. Auch die Piloten, die zur Zeit die Einweisungsflüge mit dem EC 145 absolvieren, äußern sich sehr zufrieden über das neue Gerät, das ihnen die Arbeit erleichtert. Alle Informationen sind nun auf einem einzigen Monitor zu sehen und dank des digitalen Autopiloten lässt sich der Flieger noch präziser steuern und stabiler in der Luft halten. Bei Nachtflügen sind regelmäßig zwei Piloten an Bord von „Christoph 42“ ,so sein Funkrufname. Dabei sind seinem Einsatz erst bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten und bei Nebel Grenzen gesetzt.

Übrigens können unter Umständen auch die zu transportierenden Patienten den Einsatz unmöglich machen: Wenn sie mehr als 200 Kilogramm wiegen, können sie nicht mehr mit der Trage in den Hubschrauber transportiert werden.

Mitte November wird der neue, in Rendsburg stationierte Intensivtransport-Hubschrauber, so die offizielle Bezeichnung, in Dienst gestellt und den bisherigen BK 117 ablösen. Er ist dann der einzige Hubschrauber in ganz Schleswig-Holstein, der in der Nacht zu Rettungseinsätzen aufbrechen kann.

Dies ist für die nordfriesischen Inseln von besonderer Bedeutung. „Fast jeder zweite Einsatz in der Nacht führt uns auf die Eilande“, ist vom leitenden Hubschrauberarzt Dr. Florian Reifferscheid zu erfahren.

Während des Tages wird außerdem der in Niebüll stationierte Rettungshubschrauber für Notfälle auf den Inseln und Halligen eingesetzt.

Rund 13 Prozent der Alarmierungen führte von Januar bis September dieses Jahres den bisherigen „Christoph 42“ auf die nordfriesischen Inseln. Dies bedeutet eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Ob diese Zunahme mit der Schließung der Geburtenstation im Wyker Krankenhaus verbunden ist, vermag Florian Reifferscheid nicht zu beantworten. „Wir sind aber auf alle möglichen Auswirkungen vorbereitet“, sagt der Arzt.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 18:15 Uhr

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