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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 16:39 Uhr

Autos müssen draußen bleiben

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im dritten Anlauf stimmt der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen einer Absperrung der Wyker City durch Poller zu

So lange abstimmen, bis das Ergebnis stimmt – nach diesem Motto verfährt Wyks Ausschuss für öffentliche Einrichtungen beim Thema „Absperren der Fußgängerzone“. Schon 2014 und 2015 hatte sich der Ausschuss – und 2014 auch die Stadtvertretung – mit dem Thema befasst und die Politiker stimmten beide Male dafür, nicht die ganze Fußgängerzone, sondern lediglich den Sandwall außerhalb der Lieferzeiten mit Pollern abzusperren. Jetzt hat Bürgermeister Paul Raffelhüschen das Thema erneut auf die Tagesordnung des zuständigen Ausschusses gesetzt und dessen Mitglieder hatten ihre Meinung inzwischen geändert. Mit fünf zu drei Stimmen (bei drei Enthaltungen) sprachen sie sich dafür aus, die Poller an den Zufahrten zur Fußgängerzone, die es in früheren Jahren bereits gegeben hatte, probeweise wieder einzuführen.

„Seit 33 Jahren sehe ich von meinem Arbeitsplatz auf den Sandwall und der Verkehr ist in dieser Zeit immer mehr geworden“, begründete Raffelhüschen seinen Vorstoß. „Man fährt durch die Fußgängerzone, ohne sich um irgendwas zu kümmern“, so der Bürgermeister. Er regte an, einen Sommer lang zu probieren, ob der Autoverkehr in den Gehstraßen durch Poller tatsächlich verringert werden kann. Denn ein „Schlupfloch“ soll für Anwohner und anreisende Gäste bleiben: Die Einmündung der Wilhelm- in die Süderstraße wird nicht abgesperrt. Ein Schleichweg, den viele Insulaner kennen und nutzen werden, wenn sie in alter Gewohnheit ihre Kontoauszüge in der Großen Straße holen wollen, befürchteten Ausschussmitglieder.

Trotzdem: Die Mehrheit hat vom Verkehr in der Wyker City die Nase voll. „Wir sind nicht oft einer Meinung, aber darin stimme ich dir zu: Zu jeder Tageszeit fährt hier jeder wie er will“, pflichtete Dirk Hartmann von den Grünen dem Bürgermeister bei. Für das Ordnungsamt sei der Zustand unhaltbar, betonte dessen Leiter Jörg Michelsen und wies noch auf ein weiteres Problem hin: Die roten Plaketten, die Anwohnern sowie Handwerkern, wenn sie dort beschäftigt sind, das Befahren der Fußgängerzone erlauben sollen. „Das ist der reine Wildwuchs“, berichtete Michelsen, dass in diesem Jahr bereits 150 dieser Plaketten ausgegeben worden seien. „Wir als Verwaltung wären begeistert, wenn die Fußgängerzone wieder abgesperrt wäre“, so Michelsen.

Bedenken gegen die Poller äußerten Klaus Herpich (Kommunale Gemeinschaft), der anreisenden Gästen den Weg zum Quartier nicht erschweren wollte, und Annemarie Linneweber, die gehört haben will, dass Handwerker angekündigt haben, sie würden im Falle einer Absperrung der Fußgängerzone dort keine Aufträge mehr annehmen. „Das ist eine Benachteiligung der Leute, die dort wohnen“, so die SPD-Vertreterin, die lieber eine zweiten „Sheriff“ einstellen würde.

„Den hatten wir bereits, der hat 40  000 Euro gekostet, Poller sind billiger“, entgegnete Raffelhüschen, der dieses Mal die Mehrheit mit seinen Argumenten überzeugen konnte.

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erstellt am 26.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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