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Beitrag zur Integration : Auszeichnung für ein Föhrer Projekt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gemeindefrühstück der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai erhält den erstmals von der Nordkirche verliehenen Initiativpreis Nordstern.

Das Gemeindefrühstück der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai wurde während der 16. Tagung der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in Travemünde neben zwei weiteren Preisträgern mit dem „Nordstern“ ausgezeichnet. Eine Premiere, denn der von der Landessynode 2016 ins Leben gerufene Preis wurde in diesem Jahr erstmalig verliehen. Ausgezeichnet werden Menschen, die Initiative ergreifen und sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, heißt es auf der Internetseite der Nordkirche.

„Ich wusste, dass unser Projekt nominiert war. Dass wir gewonnen haben, war dann aber doch eine Überraschung“, sagte Pastor Edwin Becker-Wichmann, der gemeinsam mit Karin Faltings vom Verein „Flüchtlingshilfe Föhr-Amrum“ nach Travemünde gefahren war, die elf Jahre im Iran lebte, die persische Sprache Farsi spricht und für Flüchtlinge aus Afghanistan dolmetscht. Schließlich sei es eine einfache Idee, gemeinsam zu essen. Umso größer war die Freude, denn der Preis ist auch mit 1000 Euro verbunden. Die sollen nun für das Gemeindefrühstück und die drei Turmfeste, die in diesem Jahr, dem Luther-Jahr, im sanierten Turm der St.-Nicolai-Kirche gefeiert werden sollen, Verwendung finden.

Seit Januar 2015 gibt es das gemeinsame Frühstück, jeweils monatlich im evangelischen Gemeindehaus in der St.-Nicolai-Straße. Ziel war und ist, über alle sprachliche Barrieren hinweg Kontakte zu knüpfen und so die Integration auf der Insel zu fördern. Rund 50 Teilnehmer waren es zu Beginn und die Flüchtlinge deutlich in der Überzahl. Schnell konnten allerdings die Berührungsängste der Einheimischen abgebaut werden und heute nehmen regelmäßig zwischen 40 und 50 Personen teil, wobei sich Deutsche und Flüchtlinge die Waage halten.

Die Idee war im evangelischen Kindergarten St. Nicolai entstanden, dessen Leiterin Klaudia Hobje den Eltern und Familien der Flüchtlingskinder gern etwas angeboten hätte. Den Platzmangel besprach sie mit Pastorin Hanna Wichmann, was letztlich zu der Idee führte, das Gemeindehaus zu öffnen. „Auch für die Einheimischen, um Berührungsängste abzubauen“, erinnert Becker-Wichmann, der von der Resonanz selbst überrascht war. Die Kosten trägt die Gemeinde, zudem bringen die Teilnehmer selbstgemachte Spezialitäten mit. „Uns oft nicht bekannt und deshalb spannend“, sagt der Pastor. Rege würde voneinander probiert und Rezepte werden ausgetauscht. Rund 90 Minuten dauert das gesellige Beisammensein, jeweils an einem Mittwoch im Monat. Es wird gemeinsam gesungen und, je nach Kirchenjahreszeit, gibt es Erklärungen zum Advent, zur Fasten- oder Osterzeit, die nach Bedarf von Karin Faltings oder dem Flüchtlingsbeauftragten des Amtes Föhr-Amrum, Hafedh Ben Mansour, übersetzt werden.

Ein Beitrag zur Integration, der nun in Travemünde gewürdigt wurde. Rund 1,5 Kilogramm wiegt der Nordstern. Handbearbeitetes Metall, betont der Pastor, jede Skulptur sei ein Unikat. Die, deshalb der Name, die Kirche zwischen den Meeren symbolisieren soll. Die Vergabe der Initiativpreise ist von der Norkirche als dauerhafte Einrichtung geplant, jeweils mit einem Schwerpunkt versehen. Und während Edwin Becker-Wichmann noch über einen geeigneten Platz für Urkunde und Preis nachdenkt, schließt er eine erneute Teilnahme im kommenden Jahr nicht aus. „Es kommt auf die Ausschreibung und den Schwerpunkt an“, so der Pastor. Sollte tatsächlich ein weiterer Preis winken: Platz wäre im Gemeindehaus noch genug.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 12:30 Uhr

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