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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

Auf Föhr : Außergewöhnliches Jazz-Orchester

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Neben Bildern von Hanna und Ulf Petermann ist in Hedehusum derzeit ein skurriles Ensemble aus Schrott des Bildhauers Ulrich Schmied zu sehen.

Die aktuelle Bilderausstellung von Hanna und Ulf Petermann in der Galerie Hedehusum sollte bis zum Ende dieses Jahres gezeigt werden. Da die meisten Kunstwerke inzwischen verkauft wurden, entschieden die Galeristen Inka und Wolfgang Kluge zusammen mit den beiden Künstlern, eine mit anderen Werken bestückte Ausstellung zu starten. Neben neuen Strand- und Landschaftsszenen des norddeutschen Realisten Ulf Petermann zeigt seine Tochter, die sich nun ebenfalls ganz der Malerei – mit Öl und Aquarell sowie Zeichnungen – widmet, Porträts von Jazz-Musikern. Der Bildhauer Ulrich Schmied präsentiert ebenfalls seine neuesten Arbeiten, die zufällig das gleiche Thema wie Hanna Petermanns Porträts aufgreifen.

Schmied stellt seine Skulpturen, das „Bengston-Wrixum-Jazz-Orchestra“, vor, allen voran die beiden „Gründer“ des von ihm aus Schrott erschaffenen Orchesters, die Percussionisten Carl Bengston, seines Zeichens weltbester Trommler auf der „Alaska-Trommel“, und Wrixum-Kalle mit seiner Schießbude aus Strandfunden. Weitere sieben, aus allen Erdteilen stammende herausragende Musiker mit ihren außergewöhnlichen Instrumenten, wie zum Beispiel dem Poseidophon und der Hafenorgel, komplettieren das außergewöhnliche Ensemble.

Ulrich Schmied hat um diese von ihm mit viel Hingabe gestalteten Figuren eine Geschichte gewoben, die bei der gut besuchten Ausstellungseröffnung von Professor Volkert Faltings vorgetragen wurde und Aussteller wie Gäste gleichermaßen in ihren Bann zog. Erzählt wird, wie die beiden Protagonisten Carl Bengston und Wrixum-Kalle, ein bekanntes Föhrer Original, am Goting-Kliff aufeinandertreffen und sich über ihre Leidenschaft für die Jazz-Musik näherkommen. Die aufkeimende Freundschaft wird mit etlichen Gläsern Manhattan in einer Föhrer Kneipe vertieft und die beiden beschließen, eine Jazz-Formation zusammenzustellen, wie sie die Welt noch nie gesehen, geschweige denn gehört hat, und die bei ihren Tischnachbarn Inka und Wolfgang in deren Hedehusumer Galerie ihr Konzert-Debüt geben sollen. Tragische Umstände verhindern jedoch dieses Vorhaben. So können Besucher nur noch die Skulpturen der Musiker bewundern, denen Ulrich Schmied, bewegt von deren tragischer Geschichte, mit seinen Figuren ein Denkmal setzt.

Die von ihm erdachte Geschichte und die Protagonisten bewegen den Künstler so sehr, dass er wohl eine Fortsetzung schreiben wird. Darüber hinaus plant er eine auf seine von ihm frei erfundenen Charaktere abgestimmte Jazz-Band „aus Fleisch und Blut“ zusammenzustellen, die dann real in der Hedehusumer Galerie spielen soll. So soll aus der Fantasie des Erschaffers Wirklichkeit werden.

Die Ausstellung in der Galerie in Hedehusum kann bis zum 31. Oktober von montags bis freitags, 14.30 bis 17 Uhr, besichtigt werden.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 20:45 Uhr

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