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Insel-Bote

07. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Alte Lieder neu entdeckt : Aus dem Dornröschenschlaf wecken

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gemeinsam mit Musikern der Insel Fanø plant die Gruppe Kalüün zwei Musik-Workshops. Deren Inhalt: nordfriesische Folklore.

Gemeinsam mit der Alkersumer Ferring-Stiftung und musikalischen Freunden der Insel Fanø bringt die friesische Folkgruppe „Kalüün“ derzeit ein neues Projekt auf den Weg. Zwei Musik-Workshops sollen veranstaltet und für diese eigens ein Notenbuch zusammengestellt werden. Dieses enthält sowohl traditionelle wie auch zeitgenössische Kompositionen der nordfriesischen beziehungsweise der südjütischen Folklore.

„Die Idee zu einem Workshop entstand zwangsläufig durch unsere Recherchen zur nordfriesischen Folklore“, schildert „Kalüün“-Mitglied Dennis Werner die Entstehung. Man habe eine Vielzahl an alten traditionellen insel-nordfriesischen Melodien aus den Archiven ausgegraben, die es mehr als verdient hätten, nach fast 200-jährigem Schlaf wieder gespielt zu werden. Dabei sei man auf die gemeinsame Verbindung zur dänischen Nachbarinsel Fanø gestoßen.

Auf Föhr seien die traditionellen Melodien bis auf wenige Relikte im 19. Jahrhundert verstummt, berichtet Werner weiter. Einige Stücke jedoch wurden durch die Seefahrt mit auf die Insel Fanø überliefert, auf der es ohne Unterbrechungen eine sehr ausgeprägte Folktradition gab und noch heute gibt. Jeder, ob jung oder alt, kenne die Melodien der sogenannten Sønderhonings und Fanniker und spiele diese auf irgendeinem Instrument. Dazu werde ausgelassen getanzt.

Grund genug für „Kalüün“ und ihre danischen Freunde, „den Leuten aus unserer Region die Musik aus unserer Region näherzubringen, so Werner. „Wir wollen diese lebhafte oder neu zum Leben erweckte Musik nicht nur theoretisch darstellen, sondern gemeinsam mit den Teilnehmern spielen.“

Um das möglichst reizvoll zu gestalten, wurde parallel zum Workshop ein gemeinsames neues Notenbuch erarbeitet. Mit traditionellen Meldoien beider Inseln, aber auch zeitgenössischen Kompositionen – etwa von Peter Uhrbrand von Fanø, oder auch Stücke von „Kalüün“. Ermöglicht wurden Workshops und Druck des Notenheftes durch finanzielle Unterstützung der „Interreg-Kurskultur“. Die Initiatoren hoffen, bei noch mehr Menschen die Begeisterung für diese Musik wecken zu können und so die alten Klänge in noch größerer Breite wieder zum Leben zu erwecken.

Der Fanø-Workshop findet am 1. Oktober von 10.30 bis 16.30 Uhr in der Tønder Kulturskole statt, Workshop-Lehrer sind Peter Uhrbrandt, Tove de Vries, Ole Mouritzen und Malene Beck. Auf Föhr ist dann am 5. November von 10.30 bis 16.30 Uhr die Alkersumer Ferring-Stiftung Austragungsort. Workshop-Lehrer sind hier die „Kalüün“-Mitglieder Jan Faltings, Keike Faltings, Dennis Werner und Dirk Werner. An beiden Tagen ist um 16 Uhr ein öffentliches Abschlusskonzert geplant.

An die Teilnehmer wird das eigens für die Veranstaltung zusammengestellte Notenheft „Folk von der Westküste – Folk fra Vestkysten“ mit jeweils 20 Notenstücken von Föhr und Fanø verteilt. Auf Wunsch können die Notensätze auch vorab durch die Ferring-Stiftung digital zugesandt werden.

Anmeldungen für die Workshops (oder nur für einen) sind ab sofort bei der Ferring-Stiftung unter info@ferring-stiftung.net möglich. Angegeben werden sollten Name, Adresse, Alter, Mobil- oder Festnetznummer und das gespielte Instrument. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 13:30 Uhr

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