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Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 04:17 Uhr

Außergewöhnliches Projekt in Alkersum : Alte Gemälde zum Leben erweckt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Große Begeisterung: Zehn junge Tänzerinnen präsentieren im Museum Kunst der Westküste eine außergewöhnliche Kunstaktion.

Das Gedränge vor dem Eingang war groß. So groß, dass nicht alle Besucher, die eine besondere Form der Kunst bestaunen wollten, eingelassen werden konnten. Rund 70 Plätze standen im Saal in Alkersum für die Präsentation zur Verfügung, und glücklich schätzten sich jene Besucher, die der Vorführung beiwohnen konnten.

Grund des Andranges war die Kunstaktion „Tanzende Gemälde“. Unter der Leitung von Luise Kunert, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Museum absolviert, hatten zehn junge Tänzerinnen zwei Gemälde, die im Alkersum ausgestellt sind, in tänzerische Formen gegossen.

Den Anfang machte das Bild „Badeleben Fanø“ von Isaac Grünewald. 1917 von dem skandinavischen Künstler gemalt, wurde es jetzt, untermalt mit Musik von Yann Tiersen, zum Leben erweckt. Mit Handtüchern, Strandbällen und weiteren Utensilien wurden die Zuschauer geradezu in die Szenerie des Kunstwerkes hineingezogen, wurde ihnen das Gefühl vermittelt, selbst in Fanø am Strand zu sitzen. Die Melodien von „Arrival on the island“ taten ihr Übriges und erzeugten eine angenehm fröhliche Atmosphäre.

Bei dem zweiten Stück ging es etwas ruhiger zu. Begleitet von einer Geigenversion des Hits „Dangerous“ von David Guetta interpretierten die Nachwuchstänzer das Gemälde „Wäschetrocknen“ von Max Liebermann. Teils auf dem Boden liegend, teils hüpfend, stellten die jungen Tänzerinnen, diesmal ganz in schwarz gekleidet, mit bunten Tüchern die im Wind wehende Wäsche dar und zeigten das Kunstwerk so auf eine ganz neue Weise.

Das Publikum war begeistert, der Nerv der Zuschauer getroffen. Mit langem Applaus wurden beide Tänze gefeiert. Luise Kunert war sichtlich erleichtert: „Ich bin sehr zufrieden. Das Ganze war sehr aufregend, aber die Tänzerinnen haben das wirklich gut gemacht.“ Dabei wurde es bei der Vorbereitung am Ende noch einmal knapp, die Wochen seit Mai gingen schneller vorbei als gedacht. „Deswegen war der Tanz zum Gemälde von Grünewald auch etwas kürzer. Doch es hat dann besser geklappt als ich es erwartet hätte.“ Dass die Kinder immer motiviert gewesen seien und mit Spaß die Ideen umgesetzt hätten, habe die Sache dann noch erleichtert, so Kunert weiter.

Allein hätte sie dieses Projekt aber nicht auf die Beine stellen können. „Ich muss mich bei Beate Wind bedanken, die mich auch mit der Choreografie sehr unterstützt hat. Und natürlich bei den Verantwortlichen des Museums, dass sie dieses Projekt erst möglich gemacht haben.“

Eine Premiere stellte die Vorführung auch für das Museum Kunst der Westküste dar, hier war es die erste Aktion dieser Art. „Ursprünglich war es eher als Theater gedacht, Luise kam dann aber mit der Idee, einen Tanz draus zu machen“, erklärte Museumssprecherin Dr. Christiane Morsbach. Es sei üblich, dass die FSJler im Museum ein eigenes Projekt machen. „Vor zwei Jahren hatten wir bereits zwei Filmabende im Innenhof des Museums, die auch sehr gut angenommen wurden.“ Und auch im kommenden Jahr werde es wieder eine Freiwillige oder einen Freiwilligen am Museum geben, so dass man sich wieder auf ein neues Projekt freuen darf.

Wer bei der Premiere keinen Platz bekommen hat oder auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich den kommenden Sonntag rot im Kalender anstreichen. Dann ist die besondere Mischung aus Tanz und Gemälde ein letztes Mal zu sehen. Der Sommer im Museum ist damit aber noch nicht vorbei: Der siebte Geburtstag steht an, eine neue Ausstellung wird gezeigt und Workshops werden angeboten. Und bei der Kinder-Uni ist selbst für die kleinen Gäste etwas dabei. Die Tanzenden Gemälde waren also erst der beeindruckende Auftakt eines langen Sommers.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 11:00 Uhr

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