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Insel-Bote

21. Januar 2017 | 05:34 Uhr

In Wyk : Abwechslungsreich wie selten zuvor

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

„Jazz goes Föhr“: Macher und Publikum waren vom Festival 2016 gleichermaßen begeistert. Nächstes Jahr gibt es die 20. Auflage.

Vor der Leistung von Wolfgang Philipp und seinem Organisationsteam kann man eigentlich nur den Hut ziehen: Sie haben auch bei der 19. Auflage von „Jazz goes Föhr “ wieder ein erfolgreiches Festival auf die Beine gestellt. Was mit dem Duo „Le Bang Bang “ bereits hoffnungsvoll begann, setzte sich eine Woche lang fort und fand mit der Berliner Band „Swingkiller“ seinen krönenden Abschluss. Das Programm war abwechslungsreich wie selten zuvor.

Auch der künstlerische Leiter war sichtlich angetan von der Festival-Woche: „Ich mag den Satz: Man ist jeden Abend hingegangen und hat etwas Neues gehört.“ Und damit hat er recht. Für wirklich jeden Jazz-Fan war etwas dabei – von ruhig und minimalistisch bis modern und funkig, von Duo über Trio bis zur Quintett. Einen Höhepunkt herauszupicken fällt da schwer: „Es war alles auf einem hohen Niveau. Ich möchte da wirklich nichts hervorheben“, so Philipp. Almut Höncher, Leiterin der Kreismusikschule auf Föhr und Teil des Organisationsteams, wird da schon deutlicher: „Die funkigen Rhythmen von den ‚Swingkillern‘ waren echt toll“. Aber auch sie meint: „Jeder Abend war ein Highlight für sich“.

Und wirklich, jeder Besucher musste selbst entscheiden, was ihm gefiel. Der Stimmung nach war das Abschlusskonzert von den „Swingkillern“ sicherlich führend. Auf einer eigens angelegten Tanzfläche wurde, nach anfänglichem Zögern wegen der für ein Jazz-Festival doch recht radikalen Töne, ordentlich Gas gegeben und auch die Berliner Künstler um den gebürtigen Föhrer Torben Kröger schonten sich nicht. Technisch wäre dagegen vor allem das Andreas-Hertel-Trio hervorzuheben. Teilweise zwar sehr trocken und aufs Theoretische fixiert wirkend, gaben sie feinsten Jazz der Blue-note-Ära zum Besten.

Ansonsten ist klar, dass Sven Faller ein hervorragender Bassist ist und sowohl im Trio, als auch im Duo begeistern kann. Positiv stach aber auch das Quintett um Robert Giegling heraus. Man merkte, dass bei diesen Musikern nicht nur die Finger, sondern auch das Herz hinter der Musik steht.

Traditionell gab es auch in diesem Jahr wieder die Jam-Sessions mit dem Wyker „Public Rehearsal Jazz Quartet“. Bei diesen gemütlichen Treffen in der Musikschule konnten die Teilnehmer mit den Profikünstlern ins Gespräch kommen und zugleich selbst zum Instrument greifen. Eine Gelegenheit, die von einigen genutzt wurde.

Das Fazit der Verantwortlichen fällt also positiv aus. Und Almut Höncher kann gar nicht genug vom Föhrer Festival bekommen: „Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!“

Dann gibt es sogar richtig etwas zu feiern: „Jazz goes Föhr“ wird 20. Zu diesem Anlass soll es gleich mehrere musikalische Leckerbissen geben. „Quadro Nuevo, die Brüder Wasserfuhr aus dem letzten Jahr und auch Nils Landgren haben schon mehr oder weniger zugesagt. Das Programm steht“, freut sich Wolfgang Philipp.

Das Jubiläum wird aber nicht nur Anlass zum Feiern sein. „20 Jahre sind eine gute Zeit, um aufzuhören.“, so der künstlerische Leiter von „Jazz goes Föhr“. Mit dem Festival selbst soll es nicht zu Ende sein, das soll weiterleben. Für das jetzige Organisationsteam werde aber ein Nachfolger gesucht. „Es wäre schade, wenn es „Jazz goes Föhr“ nicht mehr geben würde“, betont Philipp. Aber so ein Festival beschäftige einen halt das gesamte Jahr: „Wir suchen jetzt jemanden, der mit ganzem Herzen dahintersteht“. Überlegungen, das Festival in größere Rahmen wie der Jazz Baltica zu stellen, existieren zwar, sind aber noch nicht ausgereift oder gar beschlussfähig.

Zunächst einmal wartet aber das Jubiläumsfestival. Wie es danach weitergeht, wird man sehen. Nur eines steht bisher fest: Mit dieser abwechslungsreichen 19. Auflage liegt die Messlatte für kommende Föhrer Jazz-Festivals enorm hoch.

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