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Insel-Bote

24. Juli 2016 | 14:47 Uhr

In Wyk : 89 Mal musste die Wehr ausrücken

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Von großen Katastrophen blieben die Wyker Brandschützer im vergangenen Jahr verschont. Dennoch gab es eine hohe Zahl an Einsätzen.

„Wir haben heute eine Versammlung der Stellvertreter“, kommentierte der stellvertretende nordfriesische Kreisbrandmeister Wolfgang Clasen die 138. Jahreshauptversammlung der Wyker Freiwilligen Feuerwehr im Kurgartensaal. Nicht nur Kreisbrandmeister Christian Albertsen hatte aus gesundheitlichen Gründen seine Teilnahme absagen müssen, sondern auch der Wyker Wehrführer Kai Sönnichsen hatte seinem Stellvertreter Ocke Holm das Zepter der Veranstaltung übergeben müssen. Und auch für die Föhrer Amtswehrführung war der zweite Mann, Hauke Brett, erschienen. Nur der Wyker Bürgermeister Paul Raffelhüschen und der Chef der Föhrer Polizei, Udo Höfer, hatten es sich nicht nehmen lassen, selbst bei der Versammlung der 98 Mann starken Wyker Wehr zu erscheinen.

Vor den obligatorischen Jahresberichten galt es Satzungsänderung über die Kinderfeuerwehr zu verabschieden. Gleichzeitig erfuhren die Aktiven aber auch, dass die Insel Föhr als Wiege der Jugendfeuerwehren von der Änderung nicht betroffen ist. Es dürfen damit weiterhin Kinder ab sechs Jahren aufgenommen werden und die Feuerwehr-Uniform tragen.

Dem Jahresbericht, den Ocke Holm vorlegte, war zu entnehmen, dass die Wehr im vergangenen Jahr zwar von größeren Einsätzen verschont geblieben ist, aber dennoch insgesamt 89 Mal ausrücken musste. Das reichte von der Sicherung bei Hubschraubereinsätzen bis hin zu technischen Hilfeleistungen aller Art. Des Weiteren trafen sich die Aktiven bei verschiedenen Weiterbildungen wieder. Erwähnt wurde dabei besonders die von Jörg Carstensen und Ingo Agatter organisierte und bisher einmalige Übung, bei der Wehren von Föhr und Amrum, Rettungsdienst, Polizei und DLRG gemeinsam den Ernstfall simulieren konnten.

„Das gesamte Jahr 2015 stand im Zeichen der Fahrzeug-Neubeschaffungen“, berichtete Ocke Holm weiter und verwies auf die zwei neuen Einsatzfahrzeuge für die Wyker Wehr und die Löschgruppe Boldixum, die Ende des vergangenen Jahres offiziell eingeweiht und in Dienst gestellt werden konnten.

Die Jugendfeuerwehren von Wyk und Boldixum arbeiten immer enger zusammen, erfuhren die Besucher weiter von Marvin Wildemann. 23 Kinder gehören der Nachwuchsorganisation an. Sie haben im abgelaufenen Jahr an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen und waren auch bei der Kinderuni aktiv.

Für den Feuerwehrmusikzug, der gleichzeitig als „Musikfreunde Osterland-Föhr“ auftritt, konnte Jan Ketels von zahlreichen Auftritten berichten. Er Informierte auch darüber, das die 37 Musiker unter der Leitung von Jürgen Spittler inzwischen regelmäßig im neuen Helu-Heim üben.

Dem Kassenbericht von Norbert Fritsch folgten dann die Wahlen, wobei Ralf Agatter als Gruppenführer 1, Marvin Wildemann als Boldixumer Jugendwart und Björn Kahl als Schriftführer bestätigt wurden. Stellvertretender Gruppenführer 1 wurde Sascha Werner, der Gruppenführer First Responder ist nun Helge Rüter und sein Stellvertreter Tobias Kiehl.

Zahlreiche Ehrungen standen weiter auf dem Programm (siehe Infokasten), wobei die Auszeichnung von Peter Jensen sen. für seine 60-jährige Zugehörigkeit zur Wyker Feuerwehr einzigartig war. Bürgermeister Paul Raffelhüschen dankte den Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, ihre Freizeit zu opfern. „Die Wehr ist nun mit Fahrzeugen ganz gut ausgestattet“, konnte der Bürgermeister feststellen, man habe dafür schließlich auch ein stattliches Sümmchen aufbringen müssen.

„Wenn Fahrzeuge für die Wehr beschafft werden müssen, hat das seinen Grund“, betonte der stellvertretende Kreiswehrführer Clasen. Er verwies dabei auch auf den Brandschutzbedarfsplan und hob hervor, dass die Wehren pfleglich mit ihren Geräten umgehen. Das Zahl der Einsätze erschien Wolfgang Clasen recht hoch. Klar sei, dass die Wehr bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt werde, doch bei der Sicherung von Hubschrauberlandungen müsse über eine andere Lösung nachgedacht werden, so Clasen.

Hauke Brett hob hervor, dass die Wyker eine starke Truppe seien und alle Wehren der Insel keine Probleme bei der Zusammenarbeit hätten. „Von unserer Zusammenarbeit sollten sich die Politiker eine Scheibe abschneiden“, endete Hauke Brett.

Für gutes Miteinander dankte auch Udo Höfer von der Polizei. Die Tatsache, dass es in Nordfriesland knapp 5300 ehrenamtliche Feuerwehrleute gebe, sei sehr eindrucksvoll. „Die Ehrenamtler insgesamt haben unser ganzes Land in der jüngsten Zeit über Wasser gehalten“, betonte Höfer, der zu bedenken geben musste, dass es in anderen Bereichen weniger gut aussehe. Dass die Wasserschutzpolizei dezimiert wurde, ist nach Höfers Überzeugung ein „Armutszeugnis für das ganze Land“.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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