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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 04:05 Uhr

Freude in Nordfriesland : Zur deutschen Modellregion erklärt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Berliner Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur spendiert 80000 Euro für Glasfaserplanungen im südlichen Nordfriesland.

Acht Modellregionen gibt es in Deutschland, eine davon ist das südliche Nordfriesland, besser das Gebiet, das die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) mit einem Glasfasernetz versorgen will. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat das Gebiet ausgewählt, da dort unter anderem das Glasfasernetz, das Internet der Zukunft, mit Bürgerbeteiligung installiert werden soll. 80  .000 Euro fließen aus der Bundeskasse in die Region, die dringend erwartet wurden und auch schon fest verplant sind.

Ein dicker Kostenfaktor, der mit dem Geld aus der Hauptstadt abgedeckt werden soll, ist unter anderem der Internetauftritt der BBNG, denn die komplette Überarbeitung und das Mehr an Informationen, dürfte rund 15.000 Euro verschlingen. Hinzu kommen monatlich geschätzte 1000 Euro, um die Seite auch laufend zu aktualisieren.

Initiiert vom Ministerium wurde vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung das Aktionsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung“ (MORO) zum Thema digitale Infrastruktur als regionaler Entwicklungsfaktor gestartet. Ein Bild vom südlichen Nordfriesland machte sich gestern eine Delegation aus Berlin. Sie ließ sich von der BBNG-Geschäftsführung über die Gesellschaft und speziell die Besonderheiten der Region informieren. Dazu reiste sie nach Viöl, dort hat nämlich gerade die Vorvermarktung für den Glasfaserausbau begonnen (wir berichteten). Bürgermeister Heinrich Jensen und Amtsvorsteher Thomas Hansen sowie Geschäftsführerin Ute Gabriel Boucsein und Prokuristin Sabine Birgit stellten das Vorhaben im Feuerwehrgerätehaus des Ortes vor. Wie es um die Internetsituation an der Westküste aussieht, hatte Projektmanager Kai Westermann vom ausrichtenden Institut atenekom aus Berlin am eigenen Leib erfahren. „Als wir im Hotel in Friedrichstadt eincheckten, wurde uns als erstes mitgeteilt, dass das Internet nicht richtig funktioniere.“

Ausgewählt für MORO wurde die Region, so Christian Pech vom Berliner Ministerium, da das Modell der BBNG etwas ganz Besonderes darstelle. Denn die acht geförderten Projekte in Deutschland sollten sowohl erfolgversprechend sein als auch stellvertretend für charakteristische Ausbauproblematiken im ländlichen Raum stehen.

Dr. Holger Flöting vom Institut für Urbanistik ergänzt, dass das Modell im Rahmen der Daseinsvorsorge bestehe, erschließe sich nicht immer auf den ersten Blick, doch würden Glasfaserleitungen und damit das schnelle Netz letztendlich auch dafür sorgen, dass die Menschen auch im hohen Alter länger in ihren Häusern wohnen könnten. Denn immer mehr digitale Dienste würden angeboten. Daher, so unterstrich Westermann, würden diese auch mehr in den Fokus rücken. Das begrüßte Ute Gabriel-Boucsein, denn die große Vielfalt und die rasante Angebotserweiterung, angefangen bei der ärztlichen Diagnose via Video, müsse bekannter gemacht werden. „Das Internet dient nicht nur zum Fernsehen und Vergnügen“, stellten die Geschäftsführerin und Pech übereinstimmend fest.

Ganz unterschiedlich groß sind die acht Modellregionen in Deutschland, die kleinste umfasst nur eine Gemeinde. Unter anderem werde dort gemeinsam mit anderen Versorgungsleitungen auch gleichzeitig der Glasfaserausbau vorangetrieben. „Das machen wir hier auch“, stellte dazu Ute Gabriel-Bouscein lapidar fest, für die Nordfriesen also nichts Neues. Beeindruckt zeigten sich die Ministeriellen von der Vermarktung der BBNG und dem kleinen, nur zehnköpfigen Mitarbeiterstab. Sowohl Westermann als auch Pech waren angetan von der Idee, alle Haushalte mit Glasfaser – und damit zukunftssicher – zu versorgen. „Soweit sind wir längst nicht in allen Bundesländern.“ Vielfach werde dort noch mit Kupfer aufgerüstet. Der Gesamteindruck von der Ausbauregion und dem Vorhaben, ausschließlich ländliche Gemeinden, mit Ausnahme von Teilen der Stadt Husum, zu versorgen, und die Finanzierungs-Kooperationen mit Bürgerwindparks beeindruckte ebenfalls.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 00:00 Uhr

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