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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 04:09 Uhr

Film-Festival : Zum Auftakt geht es nach Sibirien

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die 31. Husumer Filmtage starten am 29. September. Sieben Tage lang werden zahlreiche Filme verschiedener Stilrichtungen ausgestrahlt.

Mit dem Dokumentarfilm „Kamtschatka – Frühling auf Sibirisch“ werden am Donnerstag, 29. September um 19.30 Uhr, im Kino-Center auf der Neustadt die 31. Husumer Filmtage eröffnet. Im Zentrum der Veranstaltung steht der Husumer Filmemacher Sven Jaax. Sieben Tage lang zeigt das Organisatoren-Team des Festivals neben einer Werkschau seiner Filme cineastische Produktionen aus den Bereichen Schleswig-Holstein im Film, Neuer Deutscher Film, Klassiker sowie Kinder- und Jugendfilme und natürlich die unvermeidliche Kurzfilmrolle 2016. Karten können jeweils ab 14 Uhr unter Telefon 04841/2569, vorbestellt werden.

Die spät Berufene

Filmtage widmen der Schauspielerin Renate Delfs einen Ehrentag
 

Mit der Schauspielerei fing sie vergleichsweise spät an. Doch inzwischen ist ihr Gesicht aus dem Kino- und Fernsehgeschehen nicht mehr wegzudenken. Ein Grund mehr für die Organisatoren der Husumer Filmtage, Renate Delfs einen ganzen Tag zu widmen. Ihre späte Passion startete die heute 91-Jährige im besten Alter an der Niederdeutschen Bühne Flensburg.

Als Volksschauspielerin stand sie vor allem in plattdeutschen Theaterstücken auf der Bühne. Seit Ende der 1970er-Jahre ist Delfs darüber hinaus regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Oft spielt sie die herzensgute, aber resolute Oma – zum Beispiel in den Serien „Nicht von schlechten Eltern“ oder „Aus gutem Haus“. Dass es auch anders geht, zeigen einige Kino-Produktionen, in denen sie neben ihrer Arbeit fürs Fernsehen mitgewirkt hat. 2003 war Renate Delfs in dem Mystery-Drama „Die blaue Grenze“ zu sehen, und 2011 verkörperte sie sehr erfolgreich die Oma von Jasna Fritzi Bauer in der Komödie „Ein Tick anders“. Unvergessen ihr Auftritt in Bully Herbigs Kinofilm „Buddy“. Fürs Fernsehen ist Delfs unter anderem für die ARD-Serie „Großstadtrevier“ und die ZDF-Reihe „Matula“ aktiv.

Neben der Schauspielerei engagiert sich die Flensburgerin für den Erhalt der plattdeutschen Sprache – insbesondere des Petuh-Tanten-Deutsch, eine Mischung aus Hochdeutsch, Plattdeutsch und Dänisch. Im vergangenen Jahr hat sie die Ehrenbürgerwürde ihrer Heimatstadt erhalten. Im Rahmen der Filmtage sind am Sonntag, 2. Oktober, die Filme „Ein Tick anders“, „Butter bei die Fische“ und „Sohnemänner“ zu sehen. Die Künstlerin ist anwesend.

 

Jugendfilmgruppe mit neuer Produktion


Die Tabu-Filmprojekte-Gruppe ist auch bei diesen Filmtagen wieder mit einem Kurzfilm vertreten. „Gebrochene Klänge“ handelt von Konstin, der seit seiner frühen Kindheit leidenschaftlich Klavier spielt und durch einem Unfall sein Gehör verliert. Der Film erzählt, wie es danach mit ihm weitergeht. Kameramann Lasse Fromberg machte während der Dreharbeiten die wichtige Erfahrung, „dass man auch mal zwei Schritte zurück gehen muss, um wieder nach vorne zu kommen.“ Spannend waren aber auch „die professionellen Tipps, die wir bei einem Workshop mit Hanna Doose erhalten haben“. Doose ist Regisseurin und Drehbuchautorin des Films „Staub auf unseren Herzen“ (mit Susanne Lothar), der gleich im Anschluss an die Tabu-Produktion (30. September, 16 Uhr) zu sehen sein wird.

Auch bei Hauptdarstellerin Vanessa Sierakowitz hat die Arbeit am Set bleibende Spuren hinterlassen: „Es war schön, in eine andere Rolle hineinzuschlüpfen“, sagt sie und könnte sich vorstellen, „das mein ganzes Leben lang zu machen“. Für Produzent Marvin Burmester war der Neubeginn nach einer Umbesetzung der wohl schwerste Moment der Dreharbeiten. „Das Ganze ist doppelt misslich, weil wir mit dem Dreh fast fertig waren“, sagt er. Aber am Ende hat es dann ja doch noch geklappt.

 

„Ferien“ mit der Tochter von Detlev Buck


Ihr Name lässt nicht auf ihren berühmten Vater schließen, ihre Profession schon: Wie Detlev Buck ist auch Tochter Bernadette Knoller Regisseurin und bei den 31. Husumer Filmtagen mit dem Streifen „Ferien“ vertreten (2. Oktober, 20 Uhr), in dem unter anderem auch ihr „alter Herr“ mitwirkt. „Ferien“ erzählt die Geschichte von Vivian Baumann, die kurz vor ihrem ersten Staatsexamen als Juristin steht und sich auf einer norddeutschen Insel ein bisschen von den Prüfungs-Strapazen erholen möchte. Doch das verhindert nicht zuletzt ihr quirliger Vater. Erst als Vivian eine Anstellung im örtlichen Krämerladen annimmt, wendet sich das Blatt. Die junge Frau findet nach und nach Gefallen an der neuen Umgebung, aber auch an den skurrilen Inselbewohnern. „Ferien“ wurde in diesem Jahr fertiggestellt und ist in der Kategorie Neuer Deutscher Film zu sehen.

 

Das Programm der Husumer Filmtage


Donnerstag, 29. September

19.30 Uhr: Begrüßung und Eröffnung durch Hans-Peter Schweger, Direktor der VHS, und Bürgervorsteher Peter Empen. Eröffnungsfilm und Welturauffühung: Kamtschatka – Frühling auf Sibirisch von Sven Jaax

Freitag, 30. September

16 Uhr: Gebrochene Klänge – Kurzfilm des Husumer Tabu-Filmprojekte-Vereins (2016), 16 Uhr: Staub auf unseren Herzen von Hanna Doose (2012)

16 Uhr: Rosen im Herbst von Rudolf Jugert (1955)

18 Uhr: Kindheit in NF von Sven Jaax (2013)

20 Uhr: Wir sind die Flut von Sebastian Hilger (2016)

20 Uhr: Fado von Jonas Rothlaender (2016)

Sonnabend, 1. Oktober

15 Uhr: Bibi und Tina – der Film von Detlev Buck (2013)

16 Uhr: Utbüxen kann keeneen von Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maricv (2015)

18 Uhr: Armes Schwein von Sven Jaax (2014)

20 Uhr: Das Geständnis von Bernd Michael Lade (2015)

20 Uhr: Liebe Halal von Assad Fouladkar (2015)

Sonntag, 2. Oktober

Renate Delfs zu Ehren

13.30 Uhr: Ein Tick anders von A. Rodenhagen(2011)

15.30 Uhr: Butter bei die Fische von Lars Jessen (2009)

19.30 Uhr: Sohnemänner von Ingo Haeb (2012)

15 Uhr: Bibi und Tina – Voll verhext von Detlev Buck (2014)

18 Uhr: Doppelfolge von Sven-Jaax-Filmen – Kaliforniens Träume (2015) und Martha’s Vineyard (2012)

20 Uhr: Ferien von Bernadette Knoller (2016)

Montag, 3. Oktober

15 Uhr: Bibi und Tina – Mädchen gegen Jungs von Detlev Buck (2015)

16 Uhr: Lutterbeker von Lynn Marx (2015)

18 Uhr: Wo Japan jodelt von Sven Jaax (2015)

20 Uhr: DEFA-Fenster: Die Legende von Paul und Paula von Rainer Carow (DDR 1973)

20 Uhr: Schrotten von Max Zähle (2016)

Dienstag, 4. Oktober

16 Uhr: Fünf Freunde I von Mike Marzuk (2012)

16 Uhr: Unter dem Sand von Martin Zandvliet (2016)

18 Uhr: Vor Chiles wilder Küste von Sven Jaax (2016)

20 Uhr: Die Kurzfilmrolle 2016 – präsentiert von Claus Oppermann

20 Uhr: 24 Wochen von Anne Zohra Berrached (2015)

Mittwoch, 5. Oktober

16 Uhr: Fünf Freunde II von Mike Marzuk (2013)

16 Uhr: Einmal Hallig und zurück von Hermine Huntgeburth (2015)

18 Uhr: China unter Palmen von Sven Jaax (2012)

20 Uhr: Rungholt mit Vortrag von Tanja Brümmer (Zweckverband Museumsverbund Nordfriesland) von Martina Fluck (2016) und anschließend Die große Sturmflut 1962 (2012)

20 Uhr: Agnes von Johannes Schmid (2016)

Angaben ohne Gewähr


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erstellt am 28.Sep.2016 | 13:00 Uhr

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