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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:46 Uhr

Flüchtlings-Einrichtung in Seeth : Zufluchtsort wird zum Geisterdorf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Flüchtlings-Einrichtung in Seeth steht bald leer. Zurzeit leben dort nur noch zehn Menschen. Sie soll aber für den Fall der Fälle vorgehalten werden.

Vor ziemlich genau einem Jahr, Mitte Juli 2015, trafen die ersten Flüchtlinge in der ehemaligen Stapelholm-Kaserne in Seeth ein. Die meisten kamen aus Syrien und Afghanistan. Bis zu 2000 Menschen sollten in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht werden, bis sie von dort auf die einzelnen Kreis im Land verteilt werden konnten. Bis zur Schließung der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien im vergangenen Winter kamen jede Woche tausende nach Mitteleuropa.

Doch seitdem verebbte der stete Strom der Verzweifelten. Nun leben gerade einmal noch zehn Menschen auf dem 42 Hektar großen Gelände zwischen Seeth und Norderstapel. Es besteht derzeit kein Bedarf. Daher soll die Einrichtung spätestens Ende September geschlossen werden, wie das Landesamt für Ausländerangelegenheiten auf Anfrage erklärte. Die zehn Menschen werden in den nächsten Wochen den Kreisen im Land zugewiesen, die sie wiederum auf ihre Gemeinden verteilen.

Doch da niemand voraussehen kann, wie sich die Lage in den Krisenregionen entwickelt, werde die ehemalige Kaserne in Seeth im Leerstand betrieben, wie Landesamt-Pressesprecher Magdalene Drywa erklärte. „Damit wir im Fall der Fälle gerüstet sind.“ Daher werde auch der Wachdienst vor Ort bleiben.

Es werde jetzt mit den verschiedenen Dienstleistern über ihre Verträge verhandelt, ob sie beispielsweise an anderen Standorten eingesetzt werden können. Allen voran ist der DRK-Kreisverband NF betroffen. Laut Landesamt beschäftigt er 85 Angestellte in Seeth. Es werden derzeit Gespräche geführt. Was im einzelnen mit den Mitarbeitern, deren Arbeitsverträge bis Ende 2017 laufen, geschieht, dazu konnte der Kreisverband gestern bis Redaktionsschluss keine Stellung nehmen. Vor ähnlichen Fragen wird auch der Caterer stehen, der die Einrichtung bisher mit Essen versorgt hat. Außerdem hatte das Land einen Vertrag über die medizinische Versorgung geschlossen.

Dagegen werden die drei Mitarbeiter des Landesamt in Seeth andere Aufgaben innerhalb der Behörde übernemen, so die Pressesprecherin weiter. Gleiches gelte für die drei Polizeibeamten. Die dort tätigen Lehrer würden zurück in den Regelschuldienst gehen. Der Hausmeister sei beim Gebäudemanagement Schleswig-Holstein angestellt.

Die Einquartierung von Flüchtlingen in Seeth hatte seinerzeit eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Und viel Aufregung, bis alles in geordneten Bahnen lief. Die Kapazität der Einrichtung von 2000 wurde nie voll ausgeschöpft.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 17:00 Uhr

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