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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 19:19 Uhr

St. Peter-Ording : Zu Besuch bei Wattschnecke und Co.

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Schutzstation Wattenmeer bietet das ganze Jahr über Wanderungen am Strand von St. Peter-Ording an. Im Sommer sind diese Ausflüge besonders beliebt.

Der Südstrand in St. Peter-Dorf ist ein Paradies für Nordsee-Fans. Dort lässt sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ganz ursprünglich und in seiner großen Vielfalt erleben – mit Sandstrand, kleinen Dünen, Salzwiesen, Sandwatt, einem Priel mit allerlei Getier und auch viel Schlick. Unter fachkundiger Führung der Schutzstation Wattenmeer können Kinder und Erwachsene diesen Schatz der Natur entdecken. Im Sommer finden diese Wanderungen regelmäßig statt. Und sie sind sehr beliebt, manchmal sind es gleich mehrere Gruppen, die unterwegs sind. Dann tummeln sich hunderte Menschen zwischen Wattwurmhaufen und Muscheln.

Welche Tiere und Pflanzen in dieser Zone zwischen Deich und dem offenen Meer vorkommen, was es mit Ebbe und Flut auf sich hat und vieles mehr erklärte der 19-jährige David Benkel aus Wiesbaden an diesem Tag mehr als 200 Kindern und Erwachsenen. Benkel ist Nationalpark-Betreuer und leistet sein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Schutzstation Wattenmeer im Nationalparkhaus St. Peter-Ording ab. Im Vergleich zu den kleinen Wattschnecken ist das gar nichts. Von ihnen leben etwa 40.000 auf nur einem einzigen Quadratmeter Meeresboden bis in eine Tiefe von zehn Zentimetern. Kleinste Strandkrabben konnten die Teilnehmer selbst unter einer leichten Wattschicht ausmachen, große dann im Priel. David Benkel erklärte auch, dass die Krabben, die man vom Brötchen her kennt, eigentlich Garnelen sind, die aber ebenfalls zur Ordnung der Zehnfußkrebse gehören. Warum es Ebbe und Flut gibt, das erläuterte David Benkel den Kindern auf eine ganz eindrucksvolle Art und Weise: Eines wurde zur Erde, ein anderes zum Mond, ein drittes stellte die Sonne dar und ganz viele waren Wasserteilchen. Sie drehten sich umeinander, und die Wasserteilchen folgten dem Mond. Unter viel Gekicher spielten die Jungen und Mädchen ihre Rollen und lernten mit viel Vergnügen diesen komplexen Zusammenhang.

Am Ende der Wanderung gab es um die Fußbadebecken einen großen Auflauf. Füße und Beine mussten von den Resten des dunklen Schlicks befreit werden. Einige hatten zwar saubere Füße, weil sie in Gummistiefeln unterwegs gewesen waren, aber manchmal war das Wasser hineingeschwappt. Thomas Nelissen aus Düsseldorf, nicht das erste Mal in St.Peter-Ording, hatte mit seinen Töchtern Malina und Julia an der Wattwanderung teilgenommen. Sein Kommentar war eindeutig: „Super toll und informativ. Lustig für die Kinder. Man lernt viel. Es ist immer wieder zu empfehlen.“ Auch David Benkel hatte es sichtlich Spaß gemacht. Scheine und Münzen wanderten als Spende in den Beutel, denn die Schutzstation Wattenmeer ist ein gemeinnütziger Verein. Ohne Geld lassen sich aber die übertragenen Aufgaben nicht erfüllen. Führungen durch die Dünenwelt und die Salzwiesen, Vogelkundliche Wanderungen, Vogelzählungen, Schutzmaßnahmen im Nationalpark sowie der Betrieb des Nationalparkhauses an der Dünen-Therme gehören dazu.

Weitere Info unter www.schutzstation-wattenmeer.de.




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