zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Gelungene Ferienaktion : Zirkusprojekt baut Barrieren ab

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Inklusive Ferienaktion von Lebenshilfe, Diakonischem Werk und dem Kreis Nordfriesland fand an der Grundschule in Drelsdorf statt. Daran beteiligten sich 40 Kinder bis zum Alter von 14 Jahren.

Aufgeregt rennen sie durch die Turnhalle. Etwa 40 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren beteiligten sich an einem ganz besonderen Ferienprojekt, das an der Grundschule Drelsdorf, jetzt Lüttschool Drelsdorf-Joldelund, stattfand. In wenigen Minuten wird es ernst: Das, was Clown Mücke alias Zirkuspädagoge Jens Ewald, im Rahmen des inklusiven Projektes innerhalb von nur fünf Tagen einstudiert hat, soll gleich vor Eltern, Großeltern und geladenen Gästen gezeigt werden. Das Angebot ist gemeinsam von der Lebenshilfe Husum, dem Diakonischen Werk Husum und dem Kreis Nordfriesland entwickelt worden.

Das Projekt war offen für Kindern mit ihren Familien aus der Eingliederungs- und Jugendhilfe der Ämter Viöl und Mittleres Nordfriesland, berichtet Katja Nissen, pädagogische Leiterin der Lebenshilfe. Neben ihr sei Fabian Steffens, Leiter der Sozialraumorientierten Kinder- und Jugendhilfen des Diakonischen Werkes in Bredstedt, Ideengeber gewesen. Dank Unterstützung von Eltern, Helfern und Sponsoren sei die Umsetzung reibungslos verlaufen.

Ihr Lampenfieber können die jungen Artisten, mit und ohne Handicap, inzwischen immer weniger verbergen. Clown Mücke beruhigt, lässt sich Teile der einstudierten Nummern noch einmal zeigen. In seiner lockeren Art schafft er es, ihnen Mut zu machen, sie zu motivieren für den großen Augenblick. Auch die Musikbegeisterten, die parallel die Kunst des Trommelns beim Musikpädagogen Jürgen Breuninger erlernt haben, können ihren Einsatz kaum abwarten. Die Spannung steigt. Das Helferteam mit Steffi Petersen, Petra Nolte und Ruth Nitschmann hat alles im Griff. Sie stehen den Kindern besonders bei den akrobatischen Nummern, dem Seiltanz oder beim Balancieren auf dem überdimensionalen Ball zur Seite.

Vor dem Zelt warten mittlerweile die Gäste. „Hereinspaziert“ – heißt es endlich. Mit großem Vorschussapplaus werden die Kinder empfangen, als sie mit Musik hüpfend und winkend ihre Vorstellungsrunde in der Manege machen. Ein Höhepunkt jagt nun den nächsten, und keine Spur von Aufregung ist mehr sichtbar. Souverän zeigen sie, was Jonglieren, Tellerdrehen, Zaubern und Schabernack in diversen Clownnummern heißt. Nichts ist von irgendwelchen Unterschieden zu spüren.

„Ich bin jedes Mal begeistert, wie schnell die Kinder in einer Projektwoche ihre Rollen finden. Sie zeigen ihre Stärken, vergessen ihre Ängste, aber erkennen auch ihre Grenzen und akzeptieren sie. Gerade diese Woche zeigt, dass Inklusion geht und selbstverständlich geworden ist“, sagt Jens Ewald, der seit 1989 vorwiegend in Schulen oder Kindergärten erklärt, was Zirkus bedeutet. Den Kindern sei bewusst geworden, wie wichtig Teamarbeit ist und dass sich jeder auf den anderen verlassen muss.

Noch ganz außer Puste verrät der siebenjährige Jordan Friedrichsen: „Hat Spaß gemacht. Am schwersten fand ich den Seiltanz.“ Begeistert ist auch seine Mutter: „Hier hat eine gute Stimmung geherrscht. Viele Eltern waren die ganzen Tage mit dabei, haben geholfen und für die Kostüme gesorgt. Das hat zu einer Eigendynamik geführt. Die Kinder sind stolz darauf, was sie hier geschafft haben.“ „Wir wissen gar nicht, was wir nächste Woche machen sollen“, sagt scherzhaft Wilma Voß, Mitglied der Küchencrew. Mit Tanja Thomsen und Nicole Görtz hat sie fünf Tage lang für knapp 70 Personen Mittag gekocht und Kuchen gebacken. „Mir hat es gezeigt, dass das genau das richtige Projekt war. Eltern von beeinträchtigten Kindern haben mir immer wieder bestätigt, dass es kaum Freizeitangebote in den Ferien für sie gibt“, so Katja Nissen von der Lebenshilfe. Zudem sei für alle soziale Integration ermöglicht worden.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Aug.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen