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Husumer Nachrichten

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

100 Menschen und 110 Tiere : Zirkus Knie kommt mit „Euphorie“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bis Donnerstag, 11. August, gibt das Unternehmen fünf Vorstellungen auf dem Messegelände. Elefanten und Großkatzen gibt es nicht, wohl aber andere Tiere.

„Der Wind ist unser größter Feind“, sagt Patrick Adolph, Pressesprecher des Zirkus Charles Knie, während die Arbeiter sich abmühen, trotz der Böen das 13 Meter hohe und 38,5 Meter durchmessende Zelt aufzubauen. Von heute bis Donnerstag gastiert das Unternehmen, das mit 100 Mitarbeitern und 110 Tieren auf Tournee ist, auf dem Messegelände. „Ein toller Standort“, sagt Adolph. „Mit viel Platz für den Fuhrpark – und für unsere Tiere.“

Tatsächlich ist der Auslauf für Pferde, Ponys, Zebras, Kamele, Rinder, Lamas und Kängurus großzügig bemessen. Und es gibt keinerlei Beschränkungen beim Pressebesuch – ganz anders als bei einem anderen großen Zirkus, der in Husum gastierte, wo eifersüchtig aufgepasst wurde, dass ja keine Fotos von den im engen Käfigwagen zusammengepferchten Löwen gemacht wurden.

Dennoch hat es im Vorfeld Kritik von Tierschützern gegeben, der von Adolph sachlich begegnet wird: „Das sind eben zwei unterschiedliche Weltanschauungen, die hier aufeinander prallen.“ Das vorsichtige Lob der Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals, zu Deutsch: Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren), dass beim Zirkus Knie offenbar ein Umdenken eingesetzt hätte, weil im neuen Programm „Euphorie“ auf Elefanten, Tiger und Löwen verzichtet worden sei, weist Adolph zurück: „Das hätte nicht in unser Tournee-Konzept gepasst, weil wir mit diesem Programm kleinere Plätze bespielen wollen. Wir halten Tiere und besonders Elefanten und Großkatzen auch weiterhin für einen Bestandteil des klassischen Zirkus.“

Adolph – nach eigenen Worten „ein Zirkusmann durch und durch“ – betont, dass im Zirkus Knie sehr viel Wert darauf gelegt wird, dass es den Tieren gut geht. „Bevor wir zum Beispiel die Familie Pedersen mit ihren Seelöwen Flappi und Flavio engagiert haben, haben wir uns nicht nur ihr Programm angesehen, sondern auch die Haltungsbedingungen.“ Tatsächlich seien die 25-jährige Laura Pedersen und der 16 Jahre alte Flappi zusammen aufgewachsen. „Und unser Direktor ist ein Tierfreund: Der würde den Laden eher dicht machen, als dass es den Tieren schlecht geht.“ Direktor Sascha Melnjak sei Quereinsteiger, erzählt Adolph: „Der war eines Tages mit seiner Oma im Zirkus und hat danach gesagt: Ich will einen eigenen Zirkus haben.“ Vor zehn Jahren hat der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann seinen Traum war gemacht und das Unternehmen von Gründer Charles Knie gekauft.

Und modernisiert: „Wir setzen auf den Show-Faktor: ,Euphorie‘ bietet mit der Musical-Darstellerin Pretty Shangase auch eine Sängerin sowie ein Acht-Mann-Orchester und ein Ballett“, sagt Adolph. Und natürlich jede Menge klassische Artisten – wie die Messoudis aus Australien mit ihrer Handstand-Nummer, die Trapez-Truppe „Flying Wulber“ aus Italien, den Schlangenmenschen Cesar Pindo aus Ecuador und viele andere mehr – „Unterhaltung für die ganze Familie“, so Adolph. Und Verträge für 2017 seien mit diesen Künstlern auch schon geschlossen: „Denn wir wollen mit dem Programm ,Euphorie‘ zwei Jahre lang gastieren.“ Mit anderen Worten: Auch im nächsten Jahr reist der Zirkus Knie ohne Elefanten, Löwen und Tiger.

 

Vorstellungen gibt es heute, 9. August, und morgen, 10. August, jeweils um 16 und 20 Uhr und am Donnerstag, 11. August, um 16 Uhr. Die heutige (9. August) 16-Uhr-Schau ist eine Familienvorstellung mit stark ermäßigten Preisen. Tierschau ist täglich außer Donnerstag, 11. August, von 10 bis 13 Uhr und in den Vorstellungspausen. Karten gibt es an der Zirkuskasse und im Vorverkauf unter anderem im Kunden-Center der Husumer Nachrichten (Markt 23).

 

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erstellt am 09.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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