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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Erstes Projekt dieser Art in Husum : Wohnen in Gemeinschaft wird wahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die erste Hürde für ein Wohnprojekt am Husumer Trommelberg in einer früheren Schule ist mit dem Kaufvertrag zwischen der Stadt und der Statthus-Gruppe genommen.

„Ja, wir haben gefeiert“, sagt Michael Graf. Dazu hatten er und seine Mitstreiter von der Statthus-Wohnprojekt-Gruppe auch allen Grund. Zwei Jahre lang waren sie für Verhandlungen mit der Stadt über den Kauf der in den 1950er-Jahren erbauten und heute denkmalgeschützten früheren Osterhusumer Schule und ein etwa 12  000 Quadratmeter großes Grundstück am Trommelberg 11 ins Rathaus gekommen: Nun ist alles in trockenen Tüchern – sprich der Vertrag unterschrieben. Für 283  000 Euro gehört das Wunschobjekt der Statthus-Genossenschaft, die sich noch in Gründung befindet – doch die letzte Prüfung sei inzwischen abgeschlossen, erklärt Graf als Vorstandsmitglied. Damit kann in Husum das erste Projekt für gemeinschaftliches Wohnen Wirklichkeit werden.

Abgemacht ist, dass die Stadt auf dem Gelände eine öffentliche Straße bauen und unterhalten wird – davon profitieren dann auch die Bewohner der „Husumer Höfe“: So ist das Wohnungsbauprojekt des Rendsburger Investors Demandt betitelt, der auf der restlichen Fläche von etwa 8000 Quadratmetern drei Häuser mit insgesamt 57 Wohnungen errichten möchte. Mit dem Bau dieser Straße ist die strittige Poller-Frage zwischen Stadt und Statthus vom Tisch (wir berichteten). Denn mit einem solchen Hindernis hatte die Gruppe verhindern wollen, dass der Autoverkehr für das gesamte Gebiet nahe des Schulgebäudes verlaufen und so die Wohnqualität gemindert worden wäre. „Nun wird es eine Einbahnstraßenregelung für den Bereich der ‚Fremdbebauung‘ geben, unsere Zufahrt ist dann im Begegnungsverkehr“, erläutert Michael Graf.

Die Statthus-Gruppe plant mit 22 Wohnungen von 55 bis 120 Quadratmetern – 14 sind bereits vergeben. „Wir würden uns freuen, wenn sich noch Familien melden würden, denn unser Ziel ist ein generationenübergreifendes Wohnprojekt.“ Alleinlebende und alleinerziehende Frauen – von Mitte 40 bis zum Seniorenalter – stellen bisher die Hauptgruppe bei Statthus.

„Im Frühjahr 2017 soll der Bauantrag zur Genehmigung vorliegen – im Sommer wollen wir dann mit dem Bau beginnen.“ Ein Jahr Umbauzeit sei für das Schulgebäude vorgesehen. Einen Irrtum möchte Graf noch aus der Welt schaffen: „Viele kommen häufig mit dem Gedanken zu uns, dass die Größe der Zimmer durch die Klassenräume festgelegt sei – dem ist nicht so! Es ist überhaupt nichts festgelegt.“ Und: „Sieben Euro Kaltmiete ist für uns die Schallgrenze.“ Dazu komme jeweils ein Genossenschaftsanteil von 400 Euro pro Quadratmeter – hierfür habe die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ein Extra-Programm aufgelegt. „Die Hälfte des Genossenschaftsanteils fließt in eine Planungs-Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die wir gründen müssen, um die Aufträge zu vergeben.“ Und: Für einen zusätzlichen Neubau habe die Gruppe acht Jahre Zeit – „sonst müssen wir diesen Bereich an die Stadt zurückgeben“.

Gemeinschaft leben und erleben gehört natürlich mit zum Konzept: So wird die ehemalige Schulküche ein Veranstaltungsraum und Treffpunkt, und ein großer Kellerbereich soll Platz für kreative Tätigkeiten bieten. Nicht zu vergessen der Schulgarten mit Obstbäumen, in dem Bewohner Gemüse anbauen könnten. Ideen gibt es mehr als genug. Michael Graf nennt als Stichworte Car-Sharing, ein Repair-Café und eine Gäste-Wohnung – und in Zusammenarbeit mit der Aktiv-Region könnte ein Pflegedienst seine Adresse am Trommelberg 11 bekommen.


Interessenten für eine Wohnung sollten sich unter 0157/77873085 melden. Eigentum ist möglich, aber limitiert auf ein Drittel der Wohnungen. Der Architekt gehört zum Planerkollektiv Hamburg, als Projektentwickler ist die Stattbau-Hamburg mit im Boot. Näheres ist beim Stammtisch an jedem dritten Donnerstag im Monat (Beginn: 19.30 Uhr) in der Schule zu erfahren – oder im Internet.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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