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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:48 Uhr

Norderstraße in Husum : Wo Radfahrer echte Probleme haben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beschädigte Flächen für die Zweiräder, rücksichtslos abgestellte Autos – und dann die Busse: Die Situation in der Norderstraße ist unbefriedigend.

Es ist ein Ärgernis für die Radfahrer in Husum, das Stück Norderstraße zwischen der Kreuzung Kuhsteig/Plan und Herzog-Adolf-Straße/Schulstraße. Und dabei war alles so gut gemeint gewesen. Verkehrsberuhigt, mit einer für Radler vorgesehenen Fläche, die auch gegen die Einbahnstraße befahren werden darf, und Haltestellen für die Busse. Aber genau die sind das Problem.

„Die Schubkräfte, die die schweren Busse ausüben, hält der Belag der Wege nicht aus“, sagt Klaus Lorenzen vom Tiefbauamt. Oft stünden drei bis vier Busse gleichzeitig an der Haltestelle. „Und die gleiten ja nicht einfach geradeaus über den Belag drüber, sondern fahren darauf an – und das dank der Servolenkung häufig mit eingeschlagenen Rädern. Da wirken gewaltige Energien“, erläutert Lorenzen. Ergebnis sind Krater in den Wegen, die die städtischen Arbeiter regelmäßig flicken. „Dazu nehmen wir jetzt schon Platten aus einem anderen Material, die besser halten.“

Man habe diese Kräfte bei der ursprünglichen Auswahl des Belags unterschätzt, gibt Lorenzen zu – und verspricht Abhilfe: „Im nächsten Jahr gehen wir da gründlich ran – mit einem Belag, der das auch aushält.“ Bis dahin bittet er die Bürger darum, Bescheid zu geben, wenn wieder ein Loch entstanden ist: „Wir fahren zwar regelmäßig das gesamte Stadtgebiet ab, um nach Schadstellen Ausschau zu halten, aber wir sind ja nicht überall zugleich. Deswegen sind wir für alle Hinweise dankbar – und nicht nur für solche auf Löcher im Belag der Norderstraße.“

Die sind aber auch nicht das Einzige, was die Radfahrer in diesem Bereich ärgert. „Oft wird auch der für die Radler vorgesehene Streifen zugeparkt, obwohl das nicht gestattet ist“, so Lorenzen weiter. Insgesamt sei die Lage dort nicht nur für Radler, sondern auch aus städtischer Sicht „unbefriedigend“.

So sieht das auch Frank Hofeditz, Fraktionschef der Grünen in der Stadtvertretung und selbst häufig auf zwei Rädern in der Norderstraße unterwegs. Für ihn liegt das Problem darin, dass der für die Radfahrer vorgesehene Streifen als solcher gar nicht richtig zu erkennen ist. „Wenn hier neuer Belag aufgetragen wird, sollte man das ändern und vielleicht eine andere Farbe wählen, damit sich der Streifen auch optisch von der Umgebung abhebt“, schlägt er vor. Oft bleibe den Radlern derzeit nichts anderes übrig, als auf die Fahrbahn auszuweichen. „Und wenn ich aus Richtung Stadt komme und in diesen Bereich hereinfahre, kann der Busverkehr gefährlich werden.“ Die Straße werde dann so eng, dass ihm bei entgegenkommenden Bussen nur die „Flucht auf den Gehweg“ bleibe, was ja nun auch nicht im Sinne der Straßenverkehrsordnung ist. Und auch nicht im Sinne der ursprünglichen, gut gemeinten Planung der Stadt, die eine entschleunigte und von gegenseitiger Rücksichtnahme geprägte Nutzung dieses Abschnitts durch alle Verkehrsteilnehmer vorsah.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 13:00 Uhr

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