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Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

Neue Auslaufgebiete in St.Peter-Ording : Wo Hunde am Strand ohne Leine toben dürfen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In St. Peter-Ording gibt es probeweise zwei neue Ausläufe für Hunde. Die Resonanz der Tierhalter entscheidet über Dauer die des Angebots.

St.Peter-Ording | Nach einer langen Zeit mit vielen Diskussionen sind in St. Peter-Ording gestern offiziell die zwei neuen Hundeauslaufgebiete am Strand vorgestellt worden. Bei einer Aktion verteilten Mitglieder der Tourismuszentrale, der Schutzstation Wattenmeer und der Nationalparkverwaltung Flyer an Hundebesitzer und Leckerlies an die Vierbeiner. „Das ist eine frohe Botschaft“, verkündete die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff an der Erlebnispromenade. Gäste und Einheimische haben nun die Chance, ihre Hunde in zwei großen Strandabschnitten ohne Leine laufen zu lassen. „Damit kommen wir einem Bedürfnis der Besitzer nach“, sagt Höfinghoff. Eines der Auslaufgebiete liegt nur wenige Meter südlich der Arche Noah an der Promenade, das andere ist in Ording am Hungerhamm zu finden. Ein drittes soll innerhalb des Ortes entstehen. Große Schilder grenzen die Auslaufgebiete ab, die bis an die Wasserkante reichen.

Die Umsetzung des Projektes war nicht einfach. Der Strand vor St.Peter-Ording gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, wo Hunde zum Schutz der wildlebenden Tiere an der Leine zu führen sind. Gleiches gilt für Dünen, Wanderwege, Deiche und das Vorland. „Robben und Seevögel sind hier zu Hause und könnten durch freilaufende Hunde bei Futtersuche, Rast oder Brut gestört werden“, erläutert Armin Jeß von der Nationalparkverwaltung. Man habe sich auf die Auslaufgebiete geeinigt und als Ausgleich gleichzeitig das Schutzgebiet an der Timmlauer Bucht vergrößert.

Auch der Aspekt Mensch spiele eine Rolle bei dem Projekt, sagt Höfinghoff. „Es gibt ein Konfliktpotential zwischen Gästen mit und ohne Hund.“ Es gebe beispielsweise Kinder, die sich bedroht fühlen, Eltern die Angst hätten oder generell Probleme, was die gegenseitige Rücksichtnahme angehe. Die neuen Gebiete würden daher nicht im Ballungszentrum liegen, aber auch nicht zu weit weg und seien eine Form der „Besucherlenkung“, sagt die Tourismusexpertin. Sie hofft nämlich auf eine Verbesserung des Miteinanders von Gästen oder Einheimischen mit und ohne Hund. „Vorausgesetzt, die Hundebesitzer machen mit und halten sich daran, ihre Hunde ansonsten am Strand anzuleinen und auch in den Auslaufgebieten Rücksicht auf andere zu nehmen.“ Wichtig sei es zudem, die Hinterlassenschaften der Tiere mitzunehmen. Dafür seien an den Hinweispfählen Tütenspender und Entsorgungsbehälter angebracht. Insgesamt gebe es 50 davon in St.Peter-Ording, sagt Höfinghoff. Hinzu kämen 150 Müllbehälter am Strand und 350 im Ort. 1,2 Millionen kostenlose Hundekotbeutel würden im Jahr in die Spender gefüllt.

Mit den Gebieten wolle man forcieren, wo Hunde ohne Leine laufen dürfen. Denn prinzipiell sei der ganze Strand ein Hundestrand – aber mit Leinenpflicht. Sabine Gettner von der Schutzstation Wattenmeer betont, dass es sich hier um Auslaufgebiete, nicht um Freilaufgebiete handele. „Gefährliche Hunde, die Leinen- und Maulkorbpflicht haben, dürfen natürlich nicht ohne Leine in diese Abschnitte.“ Damit aus der Testphase ein Dauerangebot werden kann, sind die Hundebesitzer gefragt. „Es gibt eine Willkommenskultur für Gäste mit Hund“, sagt Höfinghoff. „Andere Gäste wollen wir aber auch nicht verschrecken.“

Bei einem Dialog mit der Tourismuszentrale geht es am Mittwoch (26.) ab 16.30 Uhr im Dünenhus um das Thema Hund, Natur und Mensch.

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erstellt am 16.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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