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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Honky-Tonk-Festival : „Wir sind zum Abtanzen hier“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die 15. Auflage des Honky-Tonk-Kneipenfestivals in Husum war ein voller Erfolg. Musiker und Gäste versprühten gute Laune.

Die Frische-Theken im Fischhaus Loof sind abgedeckt und mit silbernen Tüchern verhüllt. Leichter Fischgeruch liegt noch in der Luft. An den langen Holztischen sitzen bereits die ersten Gäste und nippen an ihren Getränken. Unter der Aufsicht von Jana Loof laufen die letzten Vorbereitungen für das Honky-Tonk-Kneipenfestival.

Die 15. Auflage der Veranstaltung in der Stormstadt war erneut mit tausenden Besuchern gut besucht. 15 Lokale in der Husumer Innenstadt boten Live-Musik und Verköstigung an.

19.30 Uhr, Fischhaus Loof: Tim Conrad und Marcus Keller von der Band Pure Invention machen den letzten Soundcheck. Das Acoustic Cover-Duo aus dem zweieinhalbstündig entfernten Verden bei Bremen ist zum ersten Mal beim Honky Tonk in Husum dabei. Der erste Eindruck: „Alles ist sehr gut organisiert“, sagt Marcus Keller.

Eigentlich hatte das Loof-Team sich wieder das Duo von Level One gewünscht, Steve & Gerrit waren aber verhindert. „Der Veranstalter hat uns stattdessen eine Liste mit anderen Künstlern vorgeschlagen“, erzählt Jana Loof. Die Jungs von Pure Invention haben sie schließlich mit ihrem Web-Auftritt überzeugt.

20.05 Uhr, Loof: Das Duo Pure Invention beginnt mit seiner Show. Etwa zeitgleich fangen auch „The BlackBlackBlacks“ in Husums Brauhaus an zu spielen. Die Besucherzahl hält sich noch in Grenzen. Doch das wird sich ändern. „Wir steigern uns langsam, um keinen zu verschrecken. Vom Essen zum Tanzen, zur völligen Eskalation“, kündigt Tim Conrad an.

Draußen ist es mittlerweile dunkel. Der Wind bläst durch den Binnenhafen. „Kannst du ein Foto von uns machen?“ Eine Gruppe junger Frauen kommt vorbei. Ann-Christin Zunker aus Schwesing heiratet am 22. April und feiert ihren Junggesellinnen-Abschied. Sie trägt einen hölzernen Baukasten um den Hals und verkauft Spritzen gefüllt mit Schnaps.

21.08 Uhr: Das Duo von Pure Invention hält, was es verspricht. Das Tempo der Lieder wird allmählich schneller. Tim Conrad versucht, die Besucher zu animieren mitzusingen. Der Tisch in der ersten Reihe steigt ein, die anderen Gäste zeigen sich noch etwas verhalten. Langsam füllt sich das Fischhaus. Auch in den anderen Gastronomien hat das Musikprogramm begonnen. Im Al Porto nebenan beschallt Eric Paisley die Gäste mit Kult-Hits. Das italienische Restaurant ist zum ersten Mal beim Honky-Tonk-Festival dabei. „Ich wollte frischen Wind auf die Piazza bringen“, erklärt der Besitzer Francesco Mazziotta.

21.35 Uhr: Vor dem Speicher bildet sich bereits eine Schlange, der Türsteher lässt nur noch vereinzelt Besucher hinein. Das alternative Kultur- und Kommunikationszentrum ist gut gefüllt, das Durchkommen zur Bühne fällt schwer. Von dort bezaubert „Fuck Art, Let’s Dance“ die Gäste mit filigranem Pop. Die ersten bewegen sich zum Takt der Musik. „Wir sind zum Abtanzen hier“, brüllt eine Gruppe aus Hattstedt.

Dicht gedrängt stehen auch die Gäste in der Osteria bei Peci. The Rockability-Trio Biggs B Sonic behält das Publikum dennoch mit seiner Musik aus den 1950ern und kleinen Scherzen bei Laune.

23.05 Uhr: Der Husum Pub bricht aus allen Nähten. Der Sänger des Hamburg Gossenhauer Duos rutscht bereits auf den Knien. Die Stimmung ist gewaltig. Eine Gruppe Holländer gröllt den Songtext lautstark mit. Im Restaurant Tante Jenny kündigt der Bandleader gerade eine zehnminütige Musikpause an. Die Gäste schwärmen hinaus an die frische Luft.

Die Hafenpromenade ist nun gut besucht. Die Junggesellinnen-Gruppe um Ann-Christin kommt erneut vorbei. Der Bauchladen ist wieder im Auto verstaut. Sie ziehen nun weiter zur Messehalle. Die Holländer machen noch einen Abstecher ins Fischhaus. Dort ist die Eskalation fast erreicht. „Das Besondere an Honky Tonk ist, dass man auch mal Bands sieht, die man sonst nicht hören würde. Und die Jungs sind echt gut“, ist Besucherin Verena Mikosch begeistert.

„Die Gäste und Veranstalter waren begeistert“, resümiert auch Organisator Willi Bossen. „Alles hat funktioniert, alle Bands waren da. Es gab keine unangenehmen Vorfälle.“ Die Besucherzahlen seien im Gegensatz zum Vorjahr etwas gesunken, das habe der Stimmung aber keinen Abbruch getan.

0.40 Uhr: Im Fischhaus wird der letzte Song gespielt. Es ist kein Schlager – wie es sich ein großer Teil des Publikums gewünscht hat – aber ein Lied von den Ärzten. „Ich werd’ die Herzen aller Männer brechen“, singt ein Frauenchor in der ersten Reihe.

„Die Stimmung war toll“, sind sich die Jungs von Pure Invention einig. „Wir würden nächstes Jahr wiederkommen.“ Während die Nachtschwärmer in Richtung Messehalle ziehen, wo sie bis zum Morgengrauen weiterfeiern, packen die Musiker ihr Equipment wieder ein und machen sich auf die Heimfahrt – zurück nach Verden.

 

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erstellt am 18.Apr.2016 | 15:00 Uhr

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