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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 08:08 Uhr

Diskussion über Dockkoog-Pläne : „Wir sind frei und prüfen alle Varianten“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Fraktionen von SPD und CDU wollen keine Neugestaltung des Dockkoogs, die auf einer Öffnung des Deiches basiert. Die Projektgruppe bleibt gelassen und will wie gehabt vier Ideen überprüfen.

Das Vorgehen von SPD und CDU sei zu respektieren – „gleichwohl ist es unglücklich. Aber ich bin überzeugt, dass wir trotzdem einen guten Bericht vorlegen werden“. Mit diesen Worten reagierte Dr. Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerbüros, auf einen Beschlussvorschlag aus den beiden großen Fraktionen für die nächste Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 25. Mai zur Neugestaltung des Dockkooges. Rösner arbeitet in der Projektgruppe mit, die zu diesem Thema seit April 2015 vier Vorschläge erarbeitet hat.

Nun fordern die städtischen Sozial- und Christdemokraten die beiden Varianten, die auf einer Öffnung des Landesschutzdeiches basieren – mit der Option, eine Warft und einen neuen Deich auf Porrenkooglinie zu bauen –, sofort zu verwerfen.

Dieser Antrag war von SPD-Fraktionschef Horst Bauer im vergangenen Ausschuss angekündigt worden. Und so hat sich die Projektgruppe zu diesem Vorstoß bereits positioniert. „Wir sind einhellig der Ansicht, dass wir unsere Arbeit fortführen werden – und wohl bis Ende September alle vier Varianten fachlich bewertet und abgewogen haben, sodass sich wahrscheinlich alles auf zwei Ideen reduzieren wird“, erklärte Hans-Ulrich Rösner auf Anfrage unserer Zeitung. Diese Vorschläge müssen natürlich nicht die von SPD und CDU gewünschten sein. Denn: „Wir sind frei“, verwies er darauf, dass die Gruppe kein Gremium von Politik und Verwaltung ist, sondern im Zusammenhang mit dem durch das Bundesumweltministerium geförderten Projekt „PiKKoWatt“ gegründet worden ist – die Abkürzung steht für Pilotmaßnahmen zur Klimaanpassung mit Kommunen in der schleswig-holsteinischen Wattenmeer-Region. Mit dem „Piloten“ engagiert sich der WWF für eine „naturverträgliche Klimaanpassung“ des Weltnaturerbes.

„Wir haben uns auf die Zusammenarbeit mit dem kommunalen Bereich festgelegt und wollen einen Kompromiss finden“, betont der WWF-Chef. Mit im Projektgruppen-Boot sitzen neben der Stadt Husum und dem WWF: die Bürgerinitiative Dockkoog, die Nordsee-Tourismus-Service GmbH, der Husumer Wirtschaftskreis, die Industrie- und Handelskammer Nordfriesland, die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Nordfriesland sowie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Rösner hofft, dass sich die Stadtpolitiker „kreative Offenheit“ bewahren und am Ende über alles diskutieren werden.

In zwei Punkten korrigierte er die Fraktionschefs Horst Bauer (SPD) und Christian Czock (CDU). Die Warft („Husumer Hallig“) solle nicht an der Dockkoog-Spitze entstehen – „es geht um die ‚Linse‘ hinter dem Deich“. Und zum SPD/CDU-Argument „Zeitdruck“ mit Blick auf touristische Konkurrenz zitierte er den LKN-Direktor Dr. Johannes Oelerich, der einen voraussichtlichen Baubeginn für eine Deichverstärkung mit „nicht vor 2020“ terminiert hatte. „Daran ändert sich doch nichts.“

Hans-Ulrich Rösner ist zuversichtlich, dass der Dockkoog bundesweit für Investoren attraktiv bleibt. Er stellte in Aussicht, dass der WWF selbst seine Fühler ausstrecken wird – denn: Ein „Nullachtfünfzehn-Langweilerbau“ dürfe nicht die Lösung sein.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 13:00 Uhr

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