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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 11:58 Uhr

Windkraft in Nordfriesland : Windkraft-Testfeld: Zeit, dass sich was dreht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In den kommenden Monaten sollen auf dem Windkraft-Testfeld in Südermarsch vier weitere Anlagen errichtet werden.

Eine Art Musterhaussiedlung – nur für Windkraftanlagen statt für Häuser: So beschreibt Karl-Jochen Maas, Bürgermeister von Südermarsch, das Windkraft-Testfeld, das in seiner Gemeinde bei Husum nach und nach entsteht.

Anwohner kennen dieses Testfeld wahrscheinlich schon von der zweiflügeligen Skywind, deren beiden Blätter dort in den Himmel ragen, und die große Enercon-Anlage, die diesen Sommer errichtet worden ist. Nun sollen bis zur Messe Husum Wind im kommenden September vier weitere Windkraftanlagen-Prototypen auf dem Testfeld errichtet werden.

Das Prinzip dieses Testgeländes funktioniert so: Firmen, die neue Windkraftanlagen ausprobieren und diese schnell zur Marktreife bringen wollen, können eine Fläche auf dem Windtestfeld pachten – meistens für zehn Jahre. Das kostet sie pro Anlage rund 65  000 Euro im Jahr. Die Energie, die die Anlagen „erdreht“, soll über ein Umspannwerk, das noch gebaut wird, in das Stromnetz eingespeist werden.

Das Einrichten der Fläche, an der jahrelang geplant worden ist, war angesichts der Querelen um die Windkraft in den vergangenen Jahren nicht gerade einfach, erinnerte Maas. Dass es mit dem Testfeld nicht ganz so schnell ging wie geplant zeigte sich allein daran, dass die Windtestfeld Nord GmbH das Errichten vier weiterer Windkraftanlagen auch schon im vergangenen Herbst angekündigt hatte (wir berichteten). Nun aber soll es wirklich losgehen, seit der Bebauungsplan seit vergangener Woche endlich in trockenen Tüchern.

Die Südermarsch bietet gute Bedingungen für solch ein Testfeld: Zum einen leben dort wenig Menschen – es ist mit 151 Einwohnern auf gut 30 Quadratkilometern die am zweitdünnsten besiedelte Gemeinde im nördlichsten Bundesland –, zum anderen weht hier zwischen Nordstrand und Eiderstedt der Wind besonders gut.

Einer der zehn Gesellschafter der Windtestfeld Nord GmbH ist der Kreis Nordfriesland. Landrat Dieter Harrsen lobt das Feld somit auch als wichtig für die Region: „Die Prototypen zeigen die Innovationskraft und Dynamik der Branche und werben für Nordfriesland und ganz Schleswig-Holstein als Unternehmensstandort.“ Gerade zur Husum Wind sei das Testfeld ideal, um Interessenten die neuesten Anlagen vorführen zu können, ergänzen die Vertreter der Windkraftunternehmen.

Interesse an den Teststandorten sei in der Windbranche vorhanden, erklärt Holger Arntzen, Geschäftsführer des Windtestfelds Nord. Ein Vergabegremium würde aus den Bewerbern – für die vier neuen Standorte waren es acht – diejenigen heraussuchen, die Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft nach Schleswig-Holstein bringen. Dieter Harrsen erklärte, man sehe sich schon nach weiteren Testfeldern im Kreisgebiet um. Wo diese liegen könnten, und ob er schon genaue Flächen anpeile, dazu äußerte sich der Landrat allerdings nicht.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 18:16 Uhr

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