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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Elephant bei den Hafentagen : Wiedersehen mit Ansage

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gruppe Elephant kehrt zum Auftakt der 35. Hafentage nur zu gern nach Husum zurück. Die einstige Hamburger Kultband um Sänger Paul Botter ist am Eröffnungstag auf der Hans-Carstens-Bühne auf der Kleikuhle zu Gast.

Elephant ist fast 40 Jahre alt, aber musikalisch scheint die Gruppe in einem Jungbrunnen gebadet zu haben. Heute, anlässlich der Eröffnung der 35. Husumer Hafentage, spielt die Kult-Band aus Hamburg am Mittwoch, 3. August, ab 19.45 Uhr auf der Hans-Carstens-Bühne. Ihr Sänger, Paul Botter, spricht im Interview über legendäre Konzertabende, die Eigenarten von Insulanern und alte musikalische Weggefährten.

Elefanten haben ein gutes Gedächtnis, heißt es. Können Sie sich noch erinnern, wie aus einer Handvoll Hamburger Musiker die Gruppe Elephant wurde?

Botter: Klar, das war 1978. Wir waren alle Studenten damals und wollten Rhythm & Blues spielen – vorzugsweise im Onkel Pö (legendärer Club in Hamburg Pöseldorf, Anm. d. Red.). Irgendwann kam dann der Manager von Otto Waalkes zu uns und sagte: „Ihr müsst ’ne Platte machen!“ Zu der Zeit waren wir schon recht erfolgreich, aber nun mussten wir uns hinsetzen und richtig Lieder schreiben  .  .  .

Und wie war das damals in Bad Segeberg – als Vorgruppe der Beach Boys?

Der Veranstalter dieses Konzertes interessierte sich schon lange für uns. Als er anfragte, ob wir für die Beach Boys als Vorgruppe spielen wollen, haben wir natürlich sofort ja gesagt. Richtig klasse war aber auch eine Tournee mit Mitch Ryder. Der hatte ein legendäres Konzert im Rockpalast gegeben und ist danach auf Tournee gegangen: 40 Konzerte mit uns als Vorgruppe. Das war der Quantensprung von den kleinen Clubs in die großen Konzertsäle.

Warum wurde Elephant’s Musik im Lauf der Zeit eigentlich immer funkiger?

Das hat sich so ergeben. Wir haben immer schon Blues und Funk gespielt. Und so versuchten wir natürlich, das auch bei Elephant unterzubringen. Auf diese Weise fanden ganz unterschiedliche Musikrichtungen zusammen. Aber es blieb immer ein Stil. Wir haben halt wirklich vor nichts Schiss gehabt. Und so sind wir noch heute.

Muss man sich eigentlich einmal getrennt haben, um so lange gemeinsam auf der Bühne stehen zu können wie Elephant?

Na ja, aus der Erstbesetzung bin ich ja der letzte übrig Gebliebene. Aber acht Jahre in der Originalbesetzung sind auch nicht ohne. Und irgendwann wurden aus den einstigen Studenten Juristen und Psychologen. Die standen dann plötzlich vor der Frage, ob sie das machen oder Rockmusiker bleiben wollen. So mussten immer wieder Musiker ersetzt werden. Alex Conti von Lake hat bei mir gespielt, und unser jetziger Keyboarder, Klaus Henatsch, war Jahre lang bei Nektar. Bands erleben ja solche und solche Zeiten. Im Moment funktioniert das mit Elephant wieder sehr gut und bringt unheimlich viel Spaß.

Sie stammen von Helgoland und haben viele Jahre mit einem anderen Insulaner, dem Pellwormer Lake-Gründungsmitglied Detlef Petersen, zusammengearbeitet. Es heißt: Insulaner bleiben ihr Leben lang Insulaner. Gilt das auch für Sie?

Ja, ich denke, wir Insulaner sind eigenwillig und auch ein bisschen dickköpfig. Ich habe kürzlich mit Elephant auf Helgoland gespielt. Wenn Du da von Hamburg mit dem Dampfer rüber fährst und siehst aus den Wellen plötzlich diesen Knust aufsteigen, das ist schon was Besonderes. Engländer sind ja auch Insulaner. Und die haben auch alle einen an der Hacke.  

Was erwartet das Hafentage-Publikum? Ein bisschen was von allem oder Elephant pur?

Na, vor allem die Sachen, die wir am liebsten spielen, darunter auch ein paar Cover-Songs. Unsere eigenen Stücke haben wir übrigens so arrangiert, dass man nicht hört: Das ist alt und das ist neu. Ich habe immer gern in Husum gespielt – zum Beispiel bei Helmut Haack im TSBW-Freizeithaus. Und bei Detlef Petersen habe ich zwei meiner Alben aufgenommen. Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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