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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 01:03 Uhr

1000 Telefon-Interviews : Wie kann Nordfriesland punkten?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine große Telefonumfrage starten der Kreis und seine Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Ziel ist es, Nordfriesland künftig noch besser zu vermarkten.

Das Schwabenländle punktet mit „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“. Das Land zwischen den Meeren versucht sich mit „Der echte Norden“. Und Nordfriesland? Hier fehlt noch ein griffiger Slogan. „Der wahre Norden, der alles hat – außer anständige Verkehrsanbindungen“ wäre zwar zutreffend, aber kontraproduktiv. Um Nordfrieslands Profil zu schärfen und sein positives Image noch stärker herausarbeiten zu können, gehen der Kreis Nordfriesland und seine Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) jetzt neue Wege: Um zu erkunden, wie die Region wahrgenommen wird, starten sie eine Telefonumfrage unter rund 1000 Nordfriesen und Gästen.

Weil sie sich wertvolle Erkenntnisse für das künftige Nordfriesland-Marketing erhoffen, bitten Landrat Dieter Harrsen und WFG-Geschäftsführer Matthias Hüppauff denn auch all jene, die in den nächsten Wochen einen Anruf von professionellen Marktforscher erhalten, das Gespräch nicht gleich wieder zu beenden. Bis in den August hinein werden zufällig ausgewählte Bürger überwiegend aus Nordfriesland kontaktiert. „Wer nicht gleich auflegt und sich 15 Minuten Zeit nimmt, der wahrt die Chance, aktiv an der Entwicklung seiner Heimatregion mitzuarbeiten“, so die Botschaft der beiden. Um zu erfahren, wie Nordfriesland von Besuchern oder aus der Vogelperspektive wahrgenommen wird, befragen die Interviewer aber auch Einwohner der Nachbarkreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg sowie Hamburgs. Dabei werden Themen wie Lebens- und Wohnqualität, Kultur, Freizeit und Naturerlebnis eine Rolle spielen. Gemeinsame Werte werden ebenfalls hinterfragt, so Hüppauff und Harrsen: „Wir wollen auch herausfinden, wie stark die Bindung der Menschen an den Kreis ist.“

Der Anstoß zu diesem ungewöhnlichen Prozess lieferte der aus Nordfriesland stammende RSH-Moderator Carsten Kock, erzählte Landrat Harrsen zum Auftakt der Telefonumfrage. Für diese haben der Kreis und seine Wirtschaftsförderer Hamburger Profi-Marktforscher und die Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide mit an Bord. Die Wissenschaftler stellen sicher, dass die erfassten Daten statistisch korrekt und anonymisiert ausgewertet werden. Begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Hans-Dieter Ruge und Oliver Franz, die am FHW-Institut „regioMAR“ tätig sind. Studenten werden Entwicklungsstrategien erarbeiten. Die Ergebnisse der Befragungen sollen im Herbst ausgewertet sein und veröffentlicht werden. Das Projekt lassen sich Kreis und Wirtschaftsförderung rund 28  000 Euro kosten.

Angesichts der Tatsache, dass der nördlichste Kreis Deutschlands eine hohe Lebensqualität bietet und es viele Menschen gibt, die das hektische Leben in der Großstadt leid sind, sieht Matthias Hüppauff auch mit Blick auf den demografischen Wandel gute Chancen, Fachkräfte für die Region zu gewinnen. „Wir brauchen Fachkräfte, weil der demografische Wandel die Lücken größer machen wird“, sagte er. Sei der „Marken-Kern“ Nordfrieslands erkannt, könne darauf eine zugkräftige Marketing-Kampagne für die Region aufgebaut werden. „Die muss dann auch für ein Jahrzehnt wirken“, erhofft sich Landrat Dieter Harrsen.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 16:30 Uhr

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