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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 11:03 Uhr

Stolperfallen auf dem Radweg : Wenn die Radtour gefährlich wird

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bundesstraße 200 zwischen Viöl und Husum wurde für 5,4 Millionen Euro saniert, doch niemand hat an den parallel laufenden Fahrradweg gedacht. Dort ist es für Radler gefährlich.

Den Nutzern der Bundesstraße  200 zwischen Viöl und Husum erschien die Fahrbahn im Vergleich mit anderen Straßen zwischen Ost- und Nordsee noch recht passabel. Dennoch wurde das knapp 15 Kilometer lange Teilstück in diesem Sommer komplett saniert. Mit einem finanziellen Aufwand von rund 5,4 Millionen Euro erhielt die Strecke eine neue Asphaltschicht, teilweise wurde auch der Unterbau erneuert. Und trotz der Arbeiten sind viele Autofahrer nicht zufrieden, denn vermutlich durch die falsche Justierung einer Baumaschine gibt es im gleichmäßigen Abstand von 80 Zentimetern kleine Vertiefungen. Die stören zwar einige Autofahrer, aber nicht so sehr, dass nun ein erneuter Asphaltauftrag erforderlich wird.

Mit solch kleinen Verwerfungen könnten die Fahrradfahrer hingegen sehr gut leben. Denn wer einmal mit dem Rad die Strecke zwischen Viöl und Husum auf dem parallel zur B  200 verlaufenden Radweg gefahren ist, der weiß abends warum ihm das Kreuz schmerzt. Die Dellen und Vertiefungen, Wurzelaufbrüche und Schlaglöcher können nicht einmal moderne Zweiräder mit Dämpfergabel abfedern.

Richtig gefährlich allerdings wird es im Bereich der Brücke über die Arlau, kurz vor der Ortschaft Viöl. Sollte dort ein Fahrradfahrer in der Dunkelheit unterwegs sein, dessen Drahtesel mit einer älteren Lichtanlage ausgerüstet ist, dann droht tatsächlich Lebensgefahr – denn der Betonkörper der Brücke ragt senkrecht mehrere Zentimeter aus dem Asphalt des Radweges heraus. Wer den Absatz nicht rechtzeitig sieht, der kann im schlimmsten Fall nicht nur „unfreiwillig“ vom Rad steigen, sondern dabei auch über das Geländer der Brücke geschleudert und in die Arlau katapultiert werden.

Nun reichte es einer Gruppe von Fahrradfahrerinnen aus Immenstedt, die nahezu täglich zum Einkauf ins benachbarte Viöl fährt. Sie wandte sich an die Viöler Gemeindevertreterin Inge Carstensen, die auch Mitglied des SPD-Ortsvereins ist. Und um ihrer Forderung nach mehr Sicherheit Nachdruck zu verleihen, traten sie auch an den SPD-Landtagskandidaten für Nordfriesland Süd, den Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene und Bürgermeister von Hattstedt, Ralf Heßmann, heran. Es geht hier nicht um Schönheit, waren sich die Immenstedterinnen und Heßmann bei einer Ortsbesichtigung einig – sondern um die Verkehrssicherheit. „Vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit sind die Hindernisse gar nicht zu erkennen“, bestätigte der Amtsvorsteher. Zudem sei der Weg relativ schmal und für alle Senioren, die mit einem E-Bike unterwegs sind, ein echtes Wagnis. Ralf Heßmann wies darauf hin, dass in der ganzen Region unter anderem auch um Radtouristen geworben werde. Zudem stellte er fest, seien die Zufahrten zu einer nur wenige 100 Meter entfernt liegenden Tankstelle die Zufahrten nicht gekennzeichnet.

Unverständnis herrscht darüber, dass im Zuge der Sanierung der Bundesstraße nicht auch gleich der Radweg mit auf Vordermann gebracht worden ist. Warum dies so ist, will Ralf Heßmann unter anderem beim Verkehrsminister des Landes in Erfahrung bringen. Brigitte Kolewa-Schwarz aus Immenstedt klagt zudem darüber, dass die Radfahrer auf dieser Strecke ohnehin immer Slalom fahren müssten, denn häufig würden Mülleimer einfach auf die Strecke gestellt.

Vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Flensburg war gestern keine Stellungnahme zu bekommen, die zuständigen Mitarbeiter der Behörde waren auf Dienstreise.

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erstellt am 06.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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