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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

Jugendliche und Alkohol : Weniger junge Komasäufer im Kreis

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Krankenhäuser mussten 2014 weniger junge Nordfriesen mit Alkoholvergiftung als im Vorjahr behandeln. Auch der Landestrend geht zurück.

Alkoholexzesse unter Nordfrieslands Nachwuchs werden offensichtlich Jahr für Jahr weniger. 2014 wurden im Kreis 37 Jugendliche unter 20 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt. Immerhin: Keiner von ihnen war unter 15 Jahren. Ein Jahr zuvor waren es noch mehr: insgesamt 44 Jugendliche unter 20 Jahren, davon sechs unter 15. Das geht aus aktuellen Daten des Statistikamts Nord hervor, wie die Krankenkasse IKK classic mitteilt.

Auch landesweit gingen klinische Behandlungsfälle Jugendlicher aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums zurück: 2014 waren es 815 Schleswig-Holsteiner unter 20 Jahren, 20 weniger als im Jahr 2013. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Zahl der bis 15-Jährigen mit Alkoholvergiftung in Schleswig-Holstein von 61 Jugendlichen in 2013 auf 80 Jugendliche in 2014 angestiegen ist.

Nach dem deutschen Jugendschutzgesetz dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren überhaupt keinen Alkohol trinken, es sei denn, sie sind in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person. Dann sind Bier, Sekt und Wein schon für 14-Jährige gesetzlich erlaubt. Spirituosen und Mixgetränke wie Alkopops sind generell bis zum 18. Geburtstag verboten.

„Je früher Jugendliche anfangen Alkohol zu trinken, desto schwerwiegender können gesundheitliche und psychosoziale Folgen sein“, warnt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Das liegt unter anderen daran, dass noch nicht vollständig ausgereifte Organe, wie beispielsweise das Gehirn, viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenden Giftstoffe sind.“ Eltern sollten deshalb darauf achten, ihren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu vermitteln und vorzuleben. Die Krankenkasse erinnert in dem Zusammenhang an die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1), auf die Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren Anspruch haben. Bei dieser Früherkennungsuntersuchung erläutert der Haus- oder Kinderarzt dem Jugendlichen unter anderem auch individuelle Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und gesundheitsschädigendes Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Diesen Termin sollten Jugendliche ohne Begleitung der Eltern wahrnehmen – außer sie bitten darum.

Grundsätzlich scheinen frühe Aufklärung, Präventionsprogramme durch Krankenkassen und restriktiver Verkauf von alkoholischen Getränken zu wirken. Bundesweit sinkt die Zahl der schwer alkoholisierten Jugendlichen seit einigen Jahren kontinuierlich. Auch das Einstiegsalter verschiebt sich laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Jugendliche sind heute im Schnitt 15 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Glas Alkohol trinken. Im Jahr 2004 lag das Durchschnittsalter beim ersten Mal noch bei 14 Jahren. Und: 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren haben noch nie Alkohol getrunken. Im Jahr 2001 waren es lediglich 13 Prozent.

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