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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 11:05 Uhr

Westküste denkt queer : Weil jeder anders ist

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

„Westküste denkt queer“: Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt – und soll die Akzeptanz für alle Lebensweisen fördern.

„Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere haben wir nicht!“, sagte einst Konrad Adenauer. Ohne es zu wissen, transportiert der Alt-Bundeskanzler mit diesem Satz genau die Botschaft, die die Organisatoren der Veranstaltungsreihe „Westküste denkt queer“ überbringen wollen: Das Leben ist bunt – und Vielfalt zu akzeptieren kann nur ein Gewinn sein.

Die Vielfalt der sexuellen Orientierung hat stark zugenommen. Laut Statistiken fühlen sich etwa zehn Prozent der Menschen zum gleichen Geschlecht hingezogen. Doch noch immer gibt es Vorurteile, Diskriminierungen und Unverständnis – wenngleich der Paragraf 175 (Verbot von Homosexualität) nach knapp 125 Jahren 1994 endgültig gestrichen wurde.

Anfang 2016 startete die Initiative „Westküste denkt queer“ ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm in Dithmarschen und Nordfriesland. Egal, ob schwul, lesbisch, transgender, hetero, bi- oder transsexuell: Die Aktionen sind offen für alle – unabhängig von geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung. Organisiert wurden knapp 20 Veranstaltungen, bei denen insgesamt mehr als 1000 Besucher teilnahmen. „Jetzt zünden wir ein zweites Veranstaltungs-Feuerwerk“, erklärt Katrin Samulowitz von der Aids-Hilfe Sylt. Dabei kooperieren die Initiatoren auch mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holsteins, das die finanziellen Mittel im Rahmen des „Aktionplans für Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten“ bereitgestellt hat. „Echte Vielfalt lebt davon, dass viele unterschiedliche Menschen mitmachen“, betont Gleichstellungsministerin Kristin Alheit. „Die Initiative ‚Westküste denkt queer‘ zeigt vorbildlich, wie Akzeptanz im Alltag gelebt und gefördert werden kann. Mein herzlicher Dank geht an alle Beteiligten, die hochengagiert dazu beitragen, dass verschiedene Lebensweisen selbstverständlich werden.“

Die Initiatoren haben sich auf die Fahnen geschrieben, dass vor allem Menschen aus der Fläche an den Veranstaltungen teilnehmen können – von Amrum bis St. Peter-Ording. „Viele denken, dass nur in den großen Städten Aktionen dieser Art stattfinden. Das wollen wir aufbrechen und die Chance nutzen, auch die Leute auf dem Land zu erreichen“, sagt Samulowitz.

Das Thema Kino spielt eine große Rolle in dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm. Ein Filmabend findet am 31. Oktober (19 Uhr, Filmtheater am Sandwall) in Wyk auf Föhr, am 23. November (18 Uhr, Kino Deli) in Leck, am 18. Januar 2017 (19.15 Uhr, Kino Lichtblick) in Heide und am 18. Februar 2017 (19.30 Uhr, Kino Lichtblick) in Norddorf auf Amrum statt. Gezeigt wird der preisgekrönte Streifen „The Danish Girl“, der die fiktive Liebesgeschichte der dänischen Künstler Lili Elbe und Gerda Wegener erzählt und dabei Lilis Reise als Transgender vom Mann zur Frau im Jahr 1926 in Szene setzt. Auch in St. Peter-Ording gibt es einen Kinoabend – und zwar am 1. Dezember (19 Uhr) im Kino Nordlicht. Dort flimmert der Film „Dallas Buyers Club“ über die Leinwand, der von dem Elektriker und Stricher Ron Woodroof handelt, der 1985 HIV-Patienten versorgte, nachdem die Krankheit bei ihm selbst diagnostiziert wurde.

Eine gute Möglichkeit, Leute kennenzulernen und dabei ausgiebig zu tanzen, bietet die „LSBTIQ & friends Party“ im Husumer Speicher am 12. November (ab 21 Uhr). Schon im Februar fand diese Party im Speicher statt. „Der Laden war proppenvoll. Am schönsten war für mich zu sehen, dass Menschen jeden Alters dabei waren – von 20 bis 70“, so Samulowitz, die diese Disco gern regelmäßig alle sechs Monate veranstalten würde. Ebenfalls im Speicher tritt am 2. Dezember (20 Uhr) das Magnolia Acustic Trio auf. Die Kombo aus Hamburg mischt Jazz mit Punk und Platt.

Beim Poetry Slam an der Fachhochschule Westküste in Heide liefern sich am 9. Dezember (19 Uhr) verschiedene Teilnehmer Wortgefechte der besonderen Art. Ihr Thema: „Vielfalt leben – Akzeptanz fordern und fördern“.

Das vollständige Programm liegt an allen öffentlichen Stellen aus und ist online unter www.facebook.com/wedequ zu finden.



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erstellt am 20.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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