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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Stadtrat ist empört : Was wird aus dem Spielplatz?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt soll monatlich 600 Euro Pacht für ein Spielplatzgelände in einer ehemaligen Bundeswehrsiedlung zahlen. Das fordern die neuen Eigentümer, die Stadt lehnt das aber ab.

Er ist bei Groß und Klein beliebt, der öffentliche Spielplatz an der Ecke Doesburger und Dithmarscher Straße in Friedrichsadt. Besonders in der wärmeren Jahreszeit nutzen nicht nur die vielen Kinder den Platz zum Toben und Tollen, auch viele Eltern haben sich ihn zum Treffpunkt gemacht. An den fest aufgebauten Tischen und Bänken finden sich vorwiegend die Frauen aus der Nachbarschaft ein, um gemeinsam Kaffee zu trinken und einen Klönschnack zu halten, während ihr Nachwuchs beaufsichtigt spielt. Doch mit dieser Idylle wird es vermutlich schon bald vorbei sein.

Jährlich bereist der Ausschuss für Schule, Jugend, Sport und Soziales alle Spielpätze in der Stadt, um sich ein Bild von deren Zustand zu machen. Und immer, wenn das Gremium in den Sommermonaten, zuletzt im Juni, mit dem Fahrrad die Doesburger Straße ansteuert, konnten die Ausschussmitglieder vor Ort Gespräche mit anwesenden Eltern führen, nach deren Wünschen fragen und Verbesserungsvorschläge mitnehmen. Eindeutiger Tenor: Der Spielplatz ist beliebt und auch genau richtig an diesem Ort platziert. Er liegt an einer reinen Wohnstraße, die kaum als Durchgangsweg genutzt wird – und es leben dort viele junge Familien mit kleinen Kindern.

Das führte dazu, dass die Stadt in diesem Jahr entschied, einen maroden Holztisch durch einen stabilen aus Edelstahl zu ersetzen, zudem soll eine Schaukel ausgetauscht und die Prallschutzmatten vergrößert werden. Übrigens stehen für die Spielplätze jährlich rund 10  000 Euro im Haushalt des Holländerstädtchens bereit.

Der Eckplatz Doesburger- Dithmarscher Straße liegt in der ehemaligen Bundeswehrsiedlung im Osten der Stadt, nicht weit entfernt von der Gemeinschafts- und der Grundschule. Damals, als der Bund die Wohnsiedlung errichtete, gab es aber keinen Bebauungsplan, wie Bürgermeister Eggert Vogt in der jüngsten Stadtvertreter-Sitzung mitteilte. Aber es sei allgemein üblich gewesen, in solchen Vierteln auch einen Spielplatz zu bauen, auch wenn es dafür damals keinerlei gesetzliche Grundlage gab. Denn die Familien der Soldaten, die überwiegend in der Stapelholmer Kaserne in Seeth ihren Dienst verrichteten, sollten sich auch in den „Einöd-Standorten“ wohlfühlen.

Mittlerweile ist die Siedlung verkauft, teilweise gehört sie einem Wohnungsbauunternehmen, teilweise Privatpersonen. Und nun erhielt die Stadt Friedrichstadt ein Schreiben der neuen Eigentümer. Darin wird ihr mitgeteilt, dass sie den beliebten Spielplatz weiterhin in ihrer Regie unterhalten könne, jedoch wären ab sofort für das Grundstück monatlich rund 600 Euro Pacht zu entrichten. Zuvor wollen die Eigentümer den Platz aber neu herrichten. Darüber waren die Stadtverordneten not amused. Die Gremiums-Mitglieder entschieden daher, ehe sie sich für eine Schließung der städtischen Anlage aussprechen, dass noch einmal darüber verhandelt werden sollte. Die Tendenz geht aber eindeutig zur Aufgabe des Platzes, die aber nicht zu Lasten der Kinder gehen dürfe – tut sie auch nicht, denn obwohl für das Gebiet nie ein Bebauungsplan aufgestellt wurde, müsste, wie Bürgermeister Vogt mitteilte, nach dem Baugesetzbuch ab drei Wohnungen ein Spielplatz für Kinder bis zum achten Lebensjahr eingerichtet werden. Wenn der von der Stadt verschwindet, müssen die Eigentümer dort also einen neuen für die kleinen Kinder bauen.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 12:15 Uhr

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