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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 22:57 Uhr

Welt-Aids-Tag : Was man über Aids wissen sollte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am 1. Dezember findet der 29. Welt-Aids-Tag statt. Unsere Zeitung präsentiert die wichtigsten Fakten und geplante Veranstaltungen in Nordfriesland.

„Das Thema Aids ist in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein verschwunden. Wir setzen alles daran, die Menschen wieder dafür zu sensibilisieren“, erklärt Sozialpädagogin Katrin Samulowitz von der Aids-Hilfe Sylt. Die Risiken sind bekannt, werden aber allzu leicht ignoriert oder verdrängt. Aus diesem Grund ist Prävention und Aufklärung weiterhin enorm wichtig. Darauf soll der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember aufmerksam machen. Wir präsentieren Ihnen hier die wichtigsten Fakten rund um den Welt-Aids-Tag und die geplanten Veranstaltungen in Nordfriesland.

 

Welt-Aids-Tag

Am 1. Dezember findet zum 29. Mal der Welt-Aids-Tag statt. Er wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen – rund um den Globus wird an diesem Tag an den Kampf gegen die Krankheit erinnert. Das Motto in diesem Jahr: „Positiv zusammen leben“.

 

Statistik

Etwa 85 Menschen haben sich in Schleswig-Holstein nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts im vergangenen Jahr neu mit HIV (der Virus ist Ursache für die Immunschwächekrankheit Aids) angesteckt. Wie im bundesdeutschen Trend mit 3200 Neuinfektionen ist diese Zahl im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Ende 2015 lebten rund 1500 Menschen mit HIV in Schleswig-Holstein, davon 330 ohne es zu wissen. Für Nordfriesland fehlen exakte Zahlen. „Die Dunkelziffer ist so hoch, dass es schwer wird, das zu koordinieren“, erklärt Katrin Samulowitz. Man könne heute gut mit HIV leben, sagt sie, aber Zurückweisung und Angst davor seien für die an Aids erkrankten Menschen schlimmer als die Infektion selbst.

 

Aids-Teddy

Der Aids-Teddy ist zum Symbol und Maskottchen der Aktivitäten rund um den Welt-Aids-Tag, geworden. Die Idee, Aids-kranken Menschen einen Bären zu schenken, hatte der Züricher Pfarrer Heiko Sobel. Für eine Mindestspende von sechs Euro ist der Teddy unter anderem bei der Aids-Hilfe Sylt zu haben. Seit 1999 kann man das zirka 15 Zentimeter große Kuscheltier, das es nur in limitierter Auflage gibt, kaufen.

 

Kondom-Wettbewerb

Große Sorge bereitet Sozialpädagogin Katrin Samulowitz, dass sich junge Leute immer weniger mit dem Thema Aids befassen. Die Chance, die Problematik etwa im Kunstunterricht aufzugreifen, bietet der landesweite Kondom-Wettbewerb für Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe, der am 1. Dezember startet. Gesucht werden kreative und witzige Ideen für die Gestaltung von Kondom-Verpackungen. Einsendeschluss ist der 31. März. Die Aktion wird unterstützt vom Kieler Gesundheitsministerium.


www.kondomwettbewerbschleswigholstein.de

 

 

Veranstaltungen

„Menschen dürfen nicht ausgegrenzt werden“, ist auch Pastor Andreas Raabe überzeugt und hält morgen anlässlich des Welt-Aids-Tages eine Marktandacht in der Husumer Marienkirche. Darüber hinaus organisiert die Aids-Hilfe Sylt am gleichen Tag einen Kinoabend mit dem Film „Dallas Buyers Club“ im Kino Nordlicht in St. Peter- Ording (Beginn: 19 Uhr) und am Freitag, 2. Dezember, ein Konzert zum Welt-Aids-Tag mit der Jazz-Band „Magnolia Acustic Trio“ im Husumer Speicher (Beginn 20 Uhr).

 

„Wundermittel“

Künftig können auch in Deutschland Menschen mit hohem HIV-Infektionsrisiko vorsorglich eine Pille nehmen. Die EU-Kommission hat vor kurzem das Medikament Truvada unter Auflagen gebilligt. Es enthält Wirkstoffe, die die Virusvermehrung in den Zellen hemmen. Werden die Tabletten regelmäßig genommen, kann eine Schutzwirkung von bis zu 86 Prozent erreicht werden. Allerdings kostet das Medikament monatlich rund 800 Euro und wird nur auf Rezept ausgegeben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Truvada kann zwar vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen.

 

Aids-Hilfe Sylt

Der Verein „Aids-Hilfe Sylt – aktHIV für Nordfriesland“ mit Sitz in Westerland besteht seit 1995. Schwerpunkte der Arbeit sind: Prävention, Beratung von Betroffenen und Angehörigen sowie Bürgern, die Fragen rund um Aids, zu Sexualität, Safer-Sex oder Infektionsrisiken haben, außerdem werden Erkrankte begleitet. Alles unterliegt der Schweigepflicht. Termine mit Katrin Samulowitz können unter der Handynummer 0177/8079199 vereinbart werden. Anfragen werden außerdem per Mail unter beratung @aids-hilfe-sylt.de beantwortet.

 

 

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erstellt am 30.Nov.2016 | 11:00 Uhr

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