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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 15:11 Uhr

Tag des offenen Denkmals : Von der Radiernadel bis zum Winkelschleifer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der 11. September ist der Tag des offenen Denkmals. In Nordfriesland sind 13 historische Gebäude zu besichtigen. Der Grafiker Otto Beckmann führt im Haus Peters in Tetenbüll durch seine Ausstellung „Sehzeichen“.

Der renommierte Maler und Grafiker Otto Beckmann führt am Tag des offenen Denkmals im Haus Peters in Tetenbüll durch seine aktuelle Ausstellung „Sehzeichen“ und erklärt seine Radier-Techniken. Wie viele andere Einrichtungen in Nordfriesland beteiligt sich der historische Kaufmannsladen am Sonntag, 11. September, an der bundesweiten Aktion der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Otto Beckmann, Jahrgang 1945, ist bekannt als leidenschaftlicher Radierer. Immer wieder lotet er die Möglichkeiten dieser Technik aus, verletzt die Oberflächen seiner Druckplatten auf vielfältige Weise, zart oder brutal, mechanisch oder im Säurebad. Er bearbeitet Zink- oder Kupferplatten sowohl mit spitzer Nadel als auch mit Bohrer und Winkelschleifer. Im Ergebnis finden sich feinste Linien und Grautöne wie auch harte Kontraste durch tiefe Ätzungen oder schartige Risslagen. Wie er dabei technisch vorgeht, wird er an diesem Tag erläutern und auf Wunsch Besuchern auch demonstrieren.

In der Ausstellung ist ein Querschnitt seiner Radierungen aus den vergangenen 15 Jahren zu sehen. Vor der Natur oder dem Objekt gezeichnete Kaltnadel-Radierungen aus der hiesigen Landschaft, Farbradierungen und Radierungen mit eingewalzten Papieren und übermalte Radierungen mit Originalcharakter sowie figurative Arbeiten, die vornehmlich mit dem Winkelschleifer in die Druckplatten gerissen worden sind.

In seinen skizzenhaften Landschaftsporträts fängt er mit wenigen prägnanten Strichen die Charakteristika der norddeutschen Landschaft ein, einzelne identifizierbare Details wie eine Schleuse, ein Brückengeländer oder Häuser am Hafen ermöglichen sogar dem ortskundigen Betrachter eine exakte topografische Bestimmung. Die ausgewählten Motive erscheinen wie verdichtete Essenzen dieser Landschaft.

Wiederholungen gibt es in seiner Kunst nie; zwar lassen seine Arbeiten eine typisch Beckmannsche Handschrift erkennen, aber dennoch ist er kein Künstler, der konsequent bei einem Stil oder einem Motiv verweilt. Wie Beckmann selbst sagt, ist es „die Lust am Machen“, die ihn stets mit neuen Techniken und neuen Themen experimentieren lässt.

Die Ausstellung im Haus Peters in der Dörpstraat 16 in Tetenbüll läuft noch bis zum 9. Oktober. Das Künstlergespräch mit Otto Beckmann beginnt am 11. September, dem Tag des Denkmals, um 15 Uhr. Näheres unter www.hauspeters.info. Zum Vormerken: Ab 22. Oktober „25 Jahre Kunst und Kultur im Haus Peters“ – eine retrospektive Schau mit 36 Künstlern aus 25 Jahren und rund 50 Kunstwerken.

Diese Einrichtungen haben am 11. September geöffnet:

Hans-Momsen-Haus: Das uthlandfriesische Haus in Fahretoft mit Anbau des Universalgelehrten Hans Momsen (1735-1811) wurde 1680 erbaut. Seit 2015 ist es Museum (www.hansmomsen.de). Öffnungszeit von 14 bis 17 Uhr.

Ehemalige Synagoge: 1847 geweiht, wurde das Innere des Gebäudes in Friedrichstadt in der Reichspogromnacht 1938 durch Nationalsozialisten zerstört. Seit 2003 Kultur- und Gedenkstätte. Führung um 14 Uhr.

Historisches Museum Alte Münze / Mennonitenkirche: 1626 als Speichergebäude errichtet, heute Museum der Stadt Friedrichstadt. Im Anbau Kirche der Mennoniten (11 bis 17 Uhr).

Katholische St.-Knud-Kirche: 1854 in Friedrichstadt geweiht, 2003 profaniert. Öffnungszeiten 10 bis 18 Uhr, Führungen alle zwei Stunden ab 13 Uhr.

St.-Gallus-Kirche:
1891 wurde die Kirche in Neugalsmbüll errichtet, 2000 restauriert. Geöffnet: 10 bis 18 Uhr,
Führungen stündlich, 10 Uhr Gottesdienst.

Osterhusumer Schule als Wohnprojekt Statthus, Husum:
1951-53 als Osterhusumer Schule Trommelberg 11 errichtet und das erste junge Denkmal nach dem neuen Denkmalschutzgesetz. Die Gruppe Statthus wird das Gebäude in ein genossenschaftliches Wohnprojekt umnutzen (http://statthus.de). Öffnungszeit: 14 bis 17 Uhr.

Stadthaus der Augusta, Husum: Histor. Herrenhaus am Markt 1, in Großteilen im Zustand von 1589 erhalten mit einzigartiger Stuckdecke der Renaissance von 1624 im ehemaligen Audienzsaal der dänischen Prinzessin Augusta. 2013-16 aufwendig restauriert. Öffnungszeit: 11 bis 14 Uhr, Führungen stündlich.

Torhaus Husum:

Erbaut 1612 im Stil der Spätrenaissance als ehemalige Zufahrt zum Schlossbezirk. Es stammt

aus der ersten Umbauphase des Schlosses unter Herzogin Augusta. Öffnungszeit: 11 bis 15 Uhr mit Führungen.

St.-Laurentius-Kirche Karlum: Erbaut um 1200, spätromanischer Backsteinbau mit einer der ältesten noch erhaltenen Glocken, Öffnungszeiten: 10 bis 12 und 16 bis 19 Uhr, Führung 11.30 Uhr.

Amrumer Windmühle:
Erdholländer von 1771 in Nebel, 2012/13 Restaurierung, Windrose mit Windrosenbock (http://amrumer-windmuehle.com/), Öffnungszeit 11 bis 16 Uhr.

Alt-kath. Pfarrkirche St. Theresia auf Nordstrand:
1662 am Osterdeich 1von Deichbauern als Backstein-Saalbau in den Formen der niederländischen Renaissance errichtet. Geöffnet von 11 bis 20 Uhr, Führungen: 11 und 15 Uhr.

Herrenhaus Hoyerswort:
Renaissancebau in Oldenswort, heute einziger herrschaftlicher Wohnsitz auf Eiderstedt. Um 1580-94 errichtet, 1988 restauriert (http://www.hoyerswort.de). Am 11. September geöffnet von 11 bis 18 Uhr, Führung 14 Uhr.

Näheres: http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/sh/22/

 

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erstellt am 08.Sep.2016 | 09:45 Uhr

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