zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:20 Uhr

Hobbykünstler begeistert Besucher : Vom Fliesenbild zur Acrylmalerei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Hattstedter Hobbykünstler Kurt Bochmann bringt seine Gäste zum Staunen. Er brannte Ziegel und bemalte sie, jetzt hat er sich der Acrylmalerei gewidmet. Besucher sind in der kleinen Privatgalerie gern gesehen.

Als der gelernte Fliesenleger Kurt Bochmann vor zehn Jahren von der Insel Sylt aufs Festland zog, machte er quasi seinen Beruf zum Hobby: Statt wie bisher für seine Kundschaft Fliesen im örtlichen Fachhandel zu erstehen und nach deren Wunsch fachmännisch in der Küche oder im Bad zu verlegen, begann er damit, die Fliesen selbst herzustellen und kunstvoll zu bemalen.

Weil alleine das Brennen eine Technik ist, die viel Wissen voraussetzt, verging mit dem Studium entsprechender Fachliteratur mehr als ein Jahr. Erst dann glaubte Kurt Bochmann, genug über die einzelnen Arbeitsschritte zu wissen. Die erste Schwierigkeit bestand darin, das richtige Material zu finden, denn für sein Vorhaben benötigte er nicht nur einen leistungsfähigen Brennofen, sondern auch einen speziellen Ton, der sich für die mehrfachen Brennvorgänge bei bis zu 1000 Grad eignet. Zudem musste der Hobbykünstler sehr genau darauf achten, dass am Ende alle Fliesen die gleiche Größe hatten. Denn es gab ein ehrgeiziges Ziel: Kurt Bochmann wollte die selbst hergestellten Fliesen nicht nur „einfach so“ mit alten Mustern bemalen, sondern sie später zu dekorativen Bildern zusammensetzen und an die Wand bringen. Eine Idee, die ihm ein sehr genaues Arbeiten abverlangte. Dabei schwebten dem Hattstedter vor allem maritime Szenen vor, und auch die gab es nicht von der Stange. Viele Fach- und Musterbücher wurden gewälzt, bis er fand, was ihm vorschwebte und was er sich auch zutraute.

Wie gut ihm dieses ambitionierte Vorhaben im Ergebnis gelungen ist, beweisen die großformatigen Fliesenschilde in der Küche und im Wohnzimmer seines Hauses, die Segelschiffe auf hoher See zeigen, ein kleines Windmühlen-Dorf und neben diesen fast durchgängig blauen Motiven auch einige bunte Blumenbouquets. Immer wieder bleiben Besucher staunend davor stehen und können es kaum glauben, dass ihr Gastgeber die Fliesenbilder wirklich von A bis Z selbst gemacht hat. „Wenn ich dann erzähle, wie viele Fliesen mir auf dem Weg dorthin zerbrochen sind und wie oft ich komplett von vorne anfangen musste, schütteln manche mit dem Kopf“, sagt Kurt Bochmann, der zwei oder drei dieser mehrteiligen Werke noch im Keller liegen hat, weil an den eigenen vier Wänden schlichtweg kein Platz mehr war. „Vielleicht finde ich ja irgendwann noch einen Liebhaber dafür“, hofft er.

Obwohl alleine die zahlreichen Brenn- und Abkühlphasen mehrere Wochen in Anspruch nahmen – und das für jede einzelne Fliese – hatte er lange Zeit sehr viel Spaß an diesem aufwendigen Hobby. Doch als dann vor einiger Zeit der Brennofen seinen Geist aufgab, verspürte Kurt Bochmann zu seinem eigenen Erstaunen wenig Lust, sich einen neuen Ofen zuzulegen. Stattdessen keimte eine unbändige Lust in ihm auf, diesen Verlust als Chance zu sehen und etwas Neues auszuprobieren. „Etwas weniger Aufwendiges, eine Kunst, die schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen führt“, schwebte ihm vor. Da er durch die Fliesenmalerei wusste, wie sehr ihm das Malen liegt, besorgte er sich kurzerhand Farben, Pinsel und Papier und begann damit, verschiedene Maltechniken auszuprobieren.

Die Acrylmalerei gefiel ihm schnell am besten und so bringt er seitdem alles, was ihm unter die Finger kommt, auf die Leinwand. Motive von alten Postkarten, Bilder aus Illustrierten „und was bei mir im Kopf entsteht“. Beherrschten in der Fliesenmalerei noch die Blautöne sein Tun, so können seine Werke heute kaum bunt genug sein. Natürlich gehörten auch maritime Szenen wieder zu Bochmanns offensichtlichen Favoriten, inzwischen wagt er sich aber auch an abstrakte Motive.

Fast jeden Tag verbringt der inzwischen 72-Jährige ein paar Stunden in seinem kleinen Atelier und genießt es, bei klassischer Musik zu malen. Die vielen Bilder an den Wänden ergeben bereits eine sehenswerte Ausstellung, die der Hobbymaler für interessierte Besucher gerne öffnet. Wer mag, kann sich bei ihm unter Telefon 04846/601895 anmelden, aber es geht auch ohne: „Wer unsicher ist, ob es gerade passt, achtet einfach auf die Schilder vor meinem Haus. Wenn darauf geöffnet zu lesen ist, sind Besucher willkommen.“ Die Wobbenbüller Chaussee 59 ist leicht zu finden: Einfach in Hattstedt von der B  5 abbiegen und Richtung Nordstrand fahren, dann kommt man automatisch drauf zu.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen