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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 01:19 Uhr

St. Peter-Ording : Vom Armenhaus zum Badeparadies

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die neue Dauerausstellung zur Geschichte St. Peter-Ordings wurde im Eiderstedter Museum eröffnet. Sie zeigt die Entwicklung vom Armenhaus zum Tourismus-Standort.

Zur Geschichte von St. Peter-Ording hat das Museum der Landschaft Eiderstedt die Dauerausstellung völlig neu konzipiert. Unter dem Titel „Vom Armenhaus zum Badeparadies“ wird der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel in den vergangenen Jahrhunderten beleuchtet. Jetzt wurde die Ausstellung offiziell eröffnet.

Der Badeort ist heute ein starker touristischer Motor. Wie aber war es vor 200, vor 100 oder 50 Jahren? Sich keine Pfahlbauten am Strand vorzustellen, keine Seebrücke, keine Dünen-Therme, vielleicht nur hier und da ein kleines Haus oder ein paar Häuser wie 1877 das Strandhotel, fällt bestimmt schwer. Aber auch das Badeleben hat sich erst allmählich entwickelt. Die Zeit der vielen Kinderheime ist ein Menschenleben her. Strandsegeln als Sportart gibt es in St. Peter-Ording schon lange, aber Reiten am Strand oder Kiten auf dem Wasser und Beachvolleyball gehören in unsere Zeit. Über diese Entwicklung informiert die Schau in zwölf Themenbereichen mit Schautafeln, Stelen, interaktiven Portalen und anhand von Exponaten, beispielsweise einem kleinen Strandwagen oder dem Modell der Giftbude. Damit kommt das Museum seinem Auftrag als Langzeitgedächtnis nach, vermittelt historisches Wissen, macht Veränderungen wirtschaftlicher und kultureller Art anschaulich und liefert so auch etliche Beiträge zur Eiderstedter Identität.

Viele Gäste begrüßte Hilke Herzberg, Vorsitzende des Trägervereins Kulturtreff, zur Eröffnung, unter ihnen Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus, der Leiter des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum in Tönning, Dr. Gerd Meurs-Scher, Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier, Amtsvorsteher Christian Marwig und viele mehr. Herzbergs Dank galt auch weiteren Gästen, darunter Claus-Jürgen Andresen von der Sparkassen-Stiftung und Joschka Weidemann von der Aktiv-Region Südliches Nordfriesland. Die Freude und die Erleichterung, dass man nach manchen baulichen Problemen im Gebäude aus dem Jahre 1752 die Ausstellung nun tatsächlich der Öffentlichkeit präsentieren kann, merkte man der Vorsitzenden an. „Ich hoffe sehr, dass sich das Risiko einer solch großen und teuren neuen Ausstellung für das Museum, den Ort St. Peter-Ording und die ganze Halbinsel auszahlt und wir mit unserem kleinen großen Haus einen weiteren Beitrag zum Erleben Eiderstedts leisten können.“

Rainer Balsmeier sprach für die Gemeinde als Träger des Museums, er lobte diese Gemeinschaftsleistung: „An die 60 Einzelpersonen, darunter neben dem Team des Museums sehr viele Ehrenamtler des KulturTreffs, waren an der Umsetzung beteiligt. Aus diesen Kontakten haben sich neue Kooperations-Möglichkeiten entwickelt, an die man jetzt anknüpfen kann.“ Marion Jahnke aus Molfsee, Ortschronist Claus Heitmann und der ehemalige Museumsleiter Peter Bothe hatten die Konzeptidee entwickelt. Die finanziellen Mittel in Höhe von 68.000 Euro kamen vom Bingo-Lotto, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER+), Mitteln des Landes SH (Leader+), der Aktiv-Region Südliches NF, der Kulturstiftung der NOSPA und aus dem Ort von IG Dorf, WFG, Tourismus-Zentrale und Schäfer Tours und nicht zu vergessen durch Eigenarbeit erwirtschaftete knapp 8400 Euro.

Kreispräsident Heinz Maurus „zog den Hut“ vor der touristischen Entwicklung des Nordseeheilbades und lobte die Ausstellung: „Sie ist gelungen.“ Mit der Einbeziehung des Nationalparks Wattenmeer sei die Attraktivität verstärkt worden. „Damit haben Sie ins Schwarze getroffen.“ Gerd Meurs lenkte den Blick auf Natur, Kultur und Mensch und damit auf die touristische Entwicklung in der einst armen und kärglichen Dünenlandschaft. „In den Dünen ist Weizen schlechter anzubauen als Tourismus. Wenn dann bei dessen Entwicklung auf Nachhaltigkeit geachtet wird, passt das zur Natur. Das beweist die Kooperation zwischen Tourismuspartnern und Nationalparkamt. Für mich ist die Landschaft im Nationalpark Wattenmeer angekommen.“ Museumsleiterin Sabine Graetke erinnerte voller Dank an ein für sie aufregendes und spannendes erstes Jahr. Diese positiven Erfahrungen mit dem KulturTreff fortzusetzen, erfülle sie mit Freude.

Im Jahre 2014 wurde das Museum als eines der ersten mit fünf weiteren in Schleswig-Holstein zertifiziert. Aufforderung und Auftrag zur Erneuerung der „Badausstellung“ waren damit verbunden. Außerdem ist es Nationalparkpartner. Dabei verfolgte die Neugestaltung zusätzlich das museumspädagogische Konzept, die spannende Entwicklung der Seebäder St. Peter und Ording besonders auch Familien mit Kindern erfahrbar werden zu lassen.

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