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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Amrum & Föhr : Vogelgrippe: Verschärfte Obacht auch auf den Inseln

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Amrum und Föhr liegen auf der Vogelzuglinie: Auch deshalb wappnet man sich hier gegen die Geflügelpest.

Bisher ist die schlewig-holsteinische Westküste von der Vogelgrippe verschont. Laut Veterinäramt sind auf Föhr 106 Geflügelhaltungen und auf Amrum 15 gemeldet. Auffällig war in den letzten Tagen die Zahl der Nachmeldungen in Schleswig-Holstein. „Ein gutes Zeichen, die Betriebe zeigen Verantwortung“, sagt Dr. Dieter Schulze erfreut. Der Kreistierarzt vom Veterinäramt Husum appelliert an jeden Geflügelhalter, „auch wenn er nur eine Gans oder ein Huhn hat“, sich zu melden. „Im Seuchenfall können wir so viel schneller reagieren.“

Amrum und Föhr sind aufgrund ihrer Insellage kein Stück besser vor der Vogelpest geschützt, als das Festland. „Eher im Gegenteil“, sagt Tierarzt Schulze. „Zur Zeit sind Wildvögel die Überträger des Virus, und die Inseln liegen voll im Vogelzuggebiet.“ Dennoch blieben die Eilande auch bei der letzten Vogelgrippe vor zwei Jahren unbehelligt.

Unabhängig davon herrscht bei den Rangern des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer verschärfte Obacht. Auch Christian Vogel und sein Team vom Naturzentrum Amrum schauen bei ihren Kegelrobbengängen am Strand genauer hin. „Wir gucken auch über den Spülsaum, und halten nach toten Tieren Ausschau.“

Auf Föhr ist der Bauernhof von Jan-Dieter Nielsen in Borgsum einer der größten. In den zwei Ställen leben rund 9000 Hühner. „Unsere Hühner sind ohnehin immer im Stall, für uns hat sich also nichts geändert“, sagt Annegret Nielsen.

Anders bei Bio-Landwirt Erk Wögens, der seine 220 Demeter-Hühner normalerweise draußen hält, wo sie nur zum Schlafen und Eierlegen in ein artgerechtes Hühner-Mobil wechseln. „Da drin war denen nun aber zu langweilig“, sagt Wögens. Mittlerweile hat er das Gefährt in den Kuhstall gefahren und eine Fläche drum herum abgesperrt, so dass die Tiere wieder Auslauf haben.

Auch der Amrumer Nanning Schult aus Norddorf, dessen Hühner immer frei laufen, musste reagieren. „Die Hühner kommen klar, der Stall ist riesig. Aber die Gänse sind das nicht gewöhnt, die hören auf zu fressen und werden aggressiv.“ Schult versucht, bei den Tieren Stress zu vermeiden. „Kein Leistungsfutter, und morgens nicht so früh Licht an.“ Schulze geht davon aus, dass die Sicherheitsvorschriften in den nächsten Tagen noch verschärft werden. Maßnahmen wie Desinfektionsmatten, intensive Handhygiene, Schutzkleidung und das Fernhalten von Hunden und Katzen vom Geflügel könnten überall Pflicht werden.

Informationen: Auf www.nordfriesland.de gibt es einen Antwortenkatalog zum Thema Geflügelpest. Zudem ist ein Bürgertelefon eingerichtet: 0431/160-6666 (werktags von 9 bis 17 Uhr).

 

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erstellt am 15.Nov.2016 | 08:45 Uhr

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