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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 11:53 Uhr

Busverkehr in Husum : Vertaktet durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wie soll der Busverkehr in Husum zukünftig aussehen? Den Bürgern wurden zwei neue Varianten vorgestellt. Beide bauen auf enge Vertaktung und eine zentrale Umsteige-Haltestelle.

Soll alles so bleiben, wie es ist? Oder soll es anders werden, besser? Und wenn ja, wie? Das wollten die städtischen Planer von den Bürgern wissen, bevor der Stadtbusverkehr in Husum 2018 neu ausgeschrieben wird. Und dafür hatte das Planungsbüro SHP aus Hannover Vorarbeit geleistet und zwei neue Varianten erarbeitet, die den Bürgern im Nordsee-Congress-Centrum vorgestellt wurden. „Es ist ja nicht damit getan, dass Leute darüber entscheiden, die dieses Verkehrsmittel nie benutzen“, sagte Bürgermeister Uwe Schmitz.

Doch bevor Ideen und Verbesserungsvorschläge gesammelt werden konnten, gab Moderator Dr. Jens-Martin Gutsche einen Überblick über den bisherigen Planungsprozess und die Beteiligten in Arbeits- und Lenkungsgruppe, die auch einen Großteil der Zuhörer bei der Präsentation ausmachten. Und wies auf eine Besonderheit hin: „Das Ende des Prozesses ist festgeschrieben“, so Gutsche. „Die Ergebnisse werden am 4. Oktober veröffentlicht.“

Welche das sein könnten, skizzierten Jörn Janssen und Patrick Kühn vom Büro SHP, die erst einmal die Schwachstellen des Husumer Stadtbusverkehrs aufzeigten: Keine Vertaktung, lange Fahrzeiten durch Ringverkehre, keine Abstimmung der Busse untereinander, relativ niedrige Fahrtenhäufigkeit und oft schlecht ausgestattete Haltestellen. „Dafür ist deren Dichte aber fast schon zu gut“, so Kühn. Als Zielsetzung formulierte er eine direktere Linienführung, häufigere Fahrten, eine bessere Verknüpfung der Linien, die Verringerung der Anzahl der Busse in der Großstraße, den verstärkten Einsatz des Rufbusses und eine bessere Integration des Schülerverkehrs – und eine zentrale Haltestelle.

Die zwei Varianten, die Kühn vorstellte, unterschieden sich hauptsächlich in der Vertaktung. In der ersten sollten die Busse stündlich zur selben Minute verkehren und sich zu einem vorgegebenen Zeitpunkt alle an der zentralen Haltestelle treffen; in der zweiten sollten nur die langen Linien nach Hattstedt und Mildstedt stündlich fahren und die kürzeren Stadtlinien halbstündlich verkehren. „Ohne Ringverkehr, die Busse fahren zum Endpunkt der Linie und wieder zurück zur zentralen Haltestelle.“

Wo die liegen soll, war der Knackpunkt bei den Beiträgen aus dem Publikum, das eindeutig Variante 2 den Vorzug gab. Stadtnah in der Ludwig-Nissen-Straße oder in der Nähe des Bahnhofs? „Alle anderen Städte mit ähnlichen Vorhaben haben sich für den stadtnahen Knotenpunkt entschieden“, sagte Janssen. Was die Befürworter von einer bahnhofsnahen Haltestelle nicht davon abhielt, die Zusammenlegung von ZOB und Bahnhofs-Haltestelle in der Herzog-Adolf-Straße auf dem Parkplatz vor der Berufsschule zu propagieren. „Von da aus wäre sowohl die Innenstadt als auch der Bahnhof gut zu erreichen.“ Allerdings sollte, so wurde gewarnt, nicht der Überlandverkehr außer acht gelassen werden: „Diese Busse müssen auch irgendwo stehen – und die können nicht auch noch in der Herzog-Adolf-Straße halten, wenn der ZOB wegfällt.“

Nachdem die grobe Richtung jetzt klar ist, sind wieder die städtischen Planer gefragt. Für welche der beiden neuen Varianten auch die Entscheidung fallen wird: Die alte Linienführung mit dem Ringverkehr wird wohl keine Zukunft mehr haben.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 09:00 Uhr

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