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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 17:45 Uhr

Aus dem Husumer Amtsgericht : Urteil im Schnellverfahren

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für Drogenkonsum und -handel verurteilen die Richter in Husum einen 31-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

Um 9.15 Uhr war das Verfahren eröffnet worden, erst ab 12 Uhr sollten die Zeugen vernommen werden – doch schon eine halbe Stunde nach Beginn der Verhandlung wurde bereits das Urteil verkündet: In einem der kürzesten Schöffengerichtsprozesse in der Geschichte des Amtsgerichts Husum ist ein 31 Jahre alter Mann zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Ursprünglich war ihm in zwei Fällen der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen worden.

Rückblick: Einem Anwohner in Husum war aufgefallen, dass es aus der Wohnung des Angeklagten nach Haschisch roch –
er hatte den jungen Mann daraufhin bei der Polizei angezeigt. Und tatsächlich wurden bei ihm und in der Wohnung seiner inzwischen verstorbenen Mutter im Oktober und im Dezember 2014 unter anderem rund 200 Gramm Marihuana sichergestellt. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler seinerzeit knapp 500 Euro, die offenbar aus dem Drogenverkauf stammten, mit dem der Angeklagte seinen eigenen damaligen Drogenkonsum finanzierte.

Der junge Mann war vor drei Wochen Vater geworden und geht einer geregelten Arbeit nach. Er war noch nie zuvor mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, nimmt inzwischen keine Drogen mehr und hat sich von seinem einstigen Freundes- und Bekanntenkreis distanziert. Der 31-Jährige selbst hatte den Ermittlungen zufolge auch nie jemandem zum Drogenkonsum verleitet. Und nicht zuletzt hatte er einen erfahrenen Strafverteidiger, der den einsichtigen Angeklagten dazu gebracht hatte, bereits bei seiner polizeilichen Vernehmung und jetzt im Prozess sein damaliges Tun reumütig einzugestehen und auf die Rückgabe der beschlagnahmten rund 500 Euro aus dem Drogenhandel zu verzichten.

Daraufhin wurde das Verfahren in einem der beiden Fälle eingestellt und das Schöffengericht folgte dem Plädoyer des Verteidigers: Es verurteilte den Angeklagten wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz lediglich in einem minderschweren Fall. Das milde Urteil ist bereits rechtskräftig.

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