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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Nationalpark Wattenmeer : Urkunde für schönste Wildnis Deutschlands

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Nationalpark Wattenmeer ist die schönste Wildnislandschaft Deutschlands – und für Wissenschaftler attraktiv.

Schleswig-Holsteins Wattenmeer ist der größte Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien, eines der vogelreichsten Gebiete Europas und angesichts seiner Bedeutung für die Artenvielfalt von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. Nun erhält es einen besondere Auszeichnung für seine Schönheit: Bei der Abstimmung „Naturwunderwahl 2016“ der Heinz-Sielmann-Stiftung wurde es zur schönsten Wildnislandschaft Deutschlands gewählt. Die Urkunde überreicht Vorstand Michael Beier am 16. November in St. Peter-Ording an Umwelt-Staatssekretärin Dr. Silke Schneider und Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung.

Die Watten im Fokus der Wissenschaft

Das Wattenmeer ist nicht nur eine grandiose, vom Wechselspiel der Gezeiten gestaltete Naturlandschaft. Es ist auch eine untergegangene Kulturlandschaft, in der der menschliche Einfluss über die Jahrhunderte vielfältige Spuren hinterlassen hat. Im Gegensatz zu den gut erforschten natürlichen Abläufen im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer ist die Erforschung dieses geschichtlichen, landschaftlichen und kulturellen Erbes in der Watten-Region „sehr stark vernachlässigt“ worden, sagt Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut.

Um dieser einen neuen Schub zu geben, treffen sich mehr als hundert Wissenschaftler und Interessierte aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden vom 1. bis zum 3. Dezember zu einer internationalen Konferenz im Schloss vor Husum. Ihr Thema: „Waddenland – outstanding“. In mehr als 40 Vorträgen werden namhafte Wissenschaftler genau jene Aspekte aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchten. „Auch Archäologen müssen sich Gedanken über den Klimawandel machen“, sagt Jens Enemark. Gemeinsam mit Klaas Deen von der Waddenacademie in   Leeuwarden, einer Stadt in der niederländischen Provinz Friesland, organisiert er diesen Kongress „mit dem geballten Wissen und neuesten Erkenntnissen aus allen drei Staaten“. Dänischer Partner ist das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg und auf deutscher Seite das Nordfriisk Instituut.

Die Tagung verfolgt nach Aussagen von Jens Enemark denn auch gleich mehrere Zielsetzungen: Zuvorderst geht es um den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch. Darüber hinaus soll auch der Blick der Öffentlichkeit gelenkt werden auf die grenzüberschreitende kulturelle Bedeutung der Wattenmeer-Region – im Mittelalter eine der am dichtbesiedeltsten Gebiete in Europa. Und letztlich erhoffen sich alle, auch in der Politik Diskussionen anzustoßen, wie künftig in verantwortungsvoller Weise mit dem kulturellen Erbe umgegangen werden kann und sollte.

„Nirgendwo in der Welt findet sich eine so einmalige Küsten-Kulturlandschaft“, weiß Enemark, langjähriger Leiter des trilateralen Wattenmeer-Sekretariats in Wilhelmshaven. „Einzigartig eben“, wie Steensen unterstreicht. Schon deshalb sei die Sicherung und Erforschung der Kulturspuren sehr wichtig für die Zukunft. „Wir sehen da großen Nachholbedarf“, bekräftigt er.

Die unabhängige niederländische Waddenacademie – sie veranstaltet zwei Mal im Jahr ähnliche Symposien – ist Hauptfinanzier der Tagung in Husum. Mit Zuschüssen helfen das Kulturministerium, der Kreis Nordfriesland, die Stiftung Vermächtnis Johan van Wouwer und die Nospa-Kulturstiftung.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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