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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 11:36 Uhr

Namens-Statistik 2016 : Unübliche Namen werden geprüft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Blick in die Standesamt-Statistik: Husumer Babys wurden in diesem Jahr am häufigsten Alexander oder Marie genannt.

Moritz ist ein Jubiläums-Kind – das 700. Baby, das in diesem Jahr in der Husumer Klinik das Licht der Welt erblickt hat. Und noch in einer weiteren Hinsicht ist er etwas Besonderes: Sein Name ist selten in der Storm-Stadt – unter den 30 am häufigsten von Januar bis November 2016 gewählten männlichen Vornamen ist Moritz nicht zu finden.   Dafür gibt es gegenüber 2015 zwei neue Spitzenreiter in der Standesamt-  Statistik: Alexander hat Elias abgelöst, der nach drei Jahren auf dem Podium auf Platz sieben abgestürzt ist. Und Marie konnte sich – nachdem sie sich im vergangenen Jahr knapp Sophie geschlagen geben musste – wieder auf den ersten Platz vorgearbeitet, den sie auch 2013 und 2014 inne hatte. Sophie muss sich nun mit der Silbermedaille begnügen, während Emma nach 2015 auch dieses Jahr wieder Platz drei behauptet. Bei den Jungen folgen hinter Alexander, der 2015 noch im Mittelfeld dümpelte, Leon (2014 achter) und Paul – wie 2014 – auf Platz drei.

   Und was passiert, wenn sich Eltern nicht vom Mainstream leiten lassen, sondern ihre ganz eigenen Ideen für die Namensgebung ihres Nachwuchses haben? „Unübliche Namen prüfen wir anhand einschlägiger Literatur, etwa der Listen des Instituts für Vornamen in Leipzig“, erläutert Standesbeamtin Birte Blunk. In diese fließen auch die Statistiken aus der Storm-Stadt ein – und dort können auch Namens-Gutachten geordert werden.

    „Das ist aber der Ausnahmefall. Steht in den Listen nichts, schauen wir ins Internet – spätestens da werden wir meist fündig.“ Etwa bei fremdländischen Namen, die Eltern von der Urlaubsreise mitgebracht haben, oder solchen von Schauspielern, die in Deutschland weitgehend unbekannt sind. „Dann gibt es auch noch die einschlägige Rechtsprechung – und die besagt unter anderem, dass der Name das Kindeswohl nicht gefährden darf.“ Unzulässig sei zum Beispiel, einem Jungen einen typischen Mädchennamen zu geben oder einen Namen auszusuchen, der den Träger lächerlich mache. „Ansonsten haben wir normalerweise keinen Grund, einen Namen abzulehnen.“

   Kommen doch mal Eltern mit einem problematischen Namen, der nicht nachweisbar ist, müssen sie dessen Herkunft belegen – „und dann steigen wir in die Diskussion ein“, so Birte Blunk. Das passiere aber nur ein bis zwei Mal pro Jahr.

   Eher ist eben doch der Mainstream angesagt. Und das sind in Husum neben den üblichen Verdächtigen oft nordische Namen – oder auch altdeutsche. Aber eben nicht Moritz.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 09:00 Uhr

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