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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 10:46 Uhr

St. Peter-Ording : Treffpunkt für Leckermäuler

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit zehn Jahren gibt es das Backhaus mitten in St. Peter-Ording. Noch bis Anfang September wird es einmal die Woche angeheizt.

Während die Urlauber in St. Peter-Ording noch fest schlafen oder höchstens einen kurzen Blick auf den Sonnenaufgang werfen, wird am historischen Backhaus im Dorf schon fleißig gearbeitet. Dafür sind Walter Petersen oder Franz Schön in der Saison immer donnerstags bereits um kurz nach vier Uhr auf den Beinen. Einer von den beiden ist der erste, der andere kommt etwa eine Stunde später. Es muss angeheizt werden, denn immer donnerstags wird Brot und Kuchen gebacken. Sehr zur Freude vieler Urlauber und auch etlicher Einheimischer. Dritter Heizer ist Claus Heitmann. Der aber hat sich für diesen Tag einmal frei genommen. Franz Jörgensen gesellt sich später noch dazu. Drumherum soll es ja auch ordentlich sein, wenn am frühen Nachmittag die Besucher kommen. Ab 14 Uhr beginnt der Verkauf.

Doch vorher ist noch einiges zu tun. Gegen 9 Uhr ist Bäckermeister Hans Siercks zur Stelle. Wenig später geht es ans Ausräumen der Glut und danach an das Ausfegen des Backofens. Im Anschluss schleudert er einen triefnassen Sack aus. Die Feuchtigkeit ist wichtig für das Backklima. Die Gewölbetemperatur liegt bei etwa 400 Grad und die des Bodens bei knapp unter 300 Grad Celsius. Ein Pott Wasser zum Verdampfen wird hineingestellt, damit beim Einbringen der Brotlaibe auf diese nicht sofort die volle Hitze wirkt. „Hest Du noch mal na baben keeken?“, fragt Hans Siercks seinen Helfer. „Is in Ordnung, 360 Grad!“ sagt der. „Lat man noch een Ogenblick stahn, denn hett he noch mehr“, kommt als Antwort. Da tragen dann auch schon Heiko Siercks und Franz Jörgensen aus dem Lieferfahrzeug auf Blechen insgesamt 205 Brotlaibe herbei. Aufgrund der Hygienevorschriften dürfen diese nicht vor Ort hergestellt werden. Das geschieht in der Sierckschen Dorfbäckerei.

Das Einschneiden besorgen die beiden, bevor die erste Folge von Laiben ausgebacken wird. Eingebracht werden sie vom Bäckermeister. Nach etwa 20 bis 30 Minuten sind sie fertig und werden mit dem Schieber herausgeholt. Es duftet verführerisch. Walter Petersen bringt – mit Wärmeschutzhandschuhen – die Laibe auf den Brotregalböden unter. Ursula Schön kommt mit einem Kuchenblech, denn nach der zweiten Brotfolge kann eigener Teig ausgebacken werden. Das Ausbacken dauert nun etwa 40 Minuten. Dann kommen die Kuchenbleche hinein. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Butter-, Johannisbeer-, Stachelbeer- und Käsekuchen sind am Nachmittag im Backhauscafé im Angebot. Schmalzbrote gibt es ebenfalls. Um die Verteilung kümmern sich Waltraut Schreiber und Ursula Schön. Und im Backhausladen gibt es ab 13.59 Uhr Rosinen-, Kümmel-, Zwiebel- und einfaches Mischbrot. Walter Petersen besorgt die Kasse. Schon lange vorher finden sich vor allem Urlauber beim Backhaus ein. Schlangen bauen sich vor der Kuchentheke und dem Türladen auf. Schließlich möchte man nicht leer ausgehen. Unter ihnen ist die Großfamilie Albrecht aus der Nähe von Hannover. „ Seit es das Backhaus gibt, ist das für uns aus Lust und Leidenschaft ein Anlaufpunkt“, berichtete Sandra Albrecht. Innerhalb einer Stunde ist fast immer alles verkauft. Gegen 15 Uhr leert sich der Backhausbereich. Der Caféstand wird abgeräumt, und es wird abgewaschen.

Seit zehn Jahren gibt es dieses Angebot in St. Peter-Ording, es erfreut sich großer Beliebtheit. Es beruht auf einer Initiative der aufgelösten AG Orts-Chronik. Bis Anfang September wird jeden Donnerstag gegenüber von der Tourist-Info im Dorf nun gebacken und verkauft.

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