zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 21:04 Uhr

Kreisfeuerwehrbereitschaft : Test auf unbekanntem Terrain

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr als 130 Einsatzkräfte waren mit 24 Fahrzeugen bei einer Großübung der Feuerwehrbereitschaft Nordfriesland in Risum-Lindholm dabei.

Reichlich „Blaulicht“ unterwegs an diesem Nachmittag: 24 Einsatzfahrzeuge rollen über die Straßen von Risum-Lindholm bis zur Einsatzstelle nahe der Bahnstrecke zwischen Westerland und Hamburg. Das Spektakel findet seine Zuschauer in den unmittelbar am Einsatzort vorbeifahrenden Zügen der Marschenbahn. Es handelt sich um die alljährliche Großübung der Feuerwehrbereitschaft Nordfriesland.

Die Geschäftigkeit nimmt rasch zu – Funkgeräte piepsen, Erkundungstrupps schwärmen aus und Atemschutzgeräteträger steigen in ihre schweren Schutzanzüge. Risum-Lindholms Gemeindewehrführer Dirk Breckling gibt eine kurze Einweisung in die Örtlichkeiten, denn die eintreffenden Einsatzkräfte sind fast ausnahmslos ortsfremd. Der Kreis Nordfriesland hält neben den kommunalen Feuerwehreinheiten der einzelnen Gemeinden zusätzlich drei Züge der Feuerwehrbereitschaft vor. Sie sind gut ausgestattet und organisiert: Dem ersten Zug gehören Mensch und Material aus Emmelsbüll, Niebüll, Risum-Lindholm und Hattstedt an. Zum Zug zwei zählen Einsatzkräfte und Fahrzeuge aus Viöl, Wittbek sowie der großen Schlauchwagen aus Hattstedt. Dieser führt die stattliche Menge von 2000 Metern Schläuche mit an Bord. Zum Team des Zug drei gehören Mildstedt, Garding, Bredstedt und Breklum.

Auf sie alle wartet ein komplexes Szenario: Im Gewerbegebiet ist ein Flugzeug abgestürzt, Teile durchbrechen das Dach einer großen Halle, die dadurch in Brand gerät. Gefunden und gerettet werden müssen drei Personen aus der stark verqualmten Halle der Zimmerei. Das Problem: Es gibt kein Wasser im Gebäude, lange Schlauchstrecken müssen verlegt werden. Firmen-Angehörige wollen nach dem Absturz helfen, geraten aber in Hektik: Auf dem Firmengelände rammt ein Gabelstaplerfahrer einen zur Einsatzstelle eilenden Pkw. Die Fahrer werden verletzt. Auf dem Nachbargelände geraten in dem Durcheinander zwei Arbeiter unter tonnenschwere Dalben und werden eingeklemmt. Durch den lauten Knall aufgeschreckt, kippt ein Arbeiter auf dem benachbarten Deich-Betriebshof während der Schweißarbeiten von der Leiter, und drei weitere Personen, die zur Hilfeleistung eilen, verunglücken bei der Anfahrt. Sehr viel Arbeit also für die mehr als 130 Einsatzkräfte, der die Herausforderungen werden gelöst.

Zufrieden zeigt sich denn auch der stellvertretende Bereitschaftsführer Michael Schulz aus Viöl: „Wir haben hier auf einer größeren Fläche verteilt viele unterschiedliche Einsatzlagen. Die Gruppen arbeiten sehr gut zusammen und die Wasserversorgung ist sehr schnell aufgebaut worden“, lobt er. Auch Dirk Breckling betont: „Ich sehe gut ausgebildete Einsatzkräfte und ein professionelles Vorgehen.“ Kreisbrandmeister Christian Albertsen bilanziert: „Hier haben die alten Hasen mit den jungen Kameraden sehr gut zusammengearbeitet.“ Lob auch von Bürgermeister Hauke Christiansen: „Ich stehe voll hinter meiner Feuerwehr!“ Die Gemeindewehr besteht aus zwei Ortswehren und zählt 110 Einsatzkräfte.

Eine Großübung der NF-Feuerwehrbereitschaft findet in jedem Jahr an einem anderen Ort statt – in 2015 war es Sollerup-Mühle. Datum und Einsatzort für 2017 stehen noch nicht fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen