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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 12:40 Uhr

Wichtiges Verkehrsprojekt auf Eiderstedt : Tating kann sich auf Umgehung freuen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Projekt ist nach Protesten wieder im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Bürgermeister Hans Jacob Peters dankt allen, die sich dafür eingesetzt haben.

„Es gibt auch mal gute Tage“. Tatings Bürgermeister Hans Jacob Peters strahlt: Die Ortsumgehung Tating ist wieder drin im Bundesverkehrswegeplan 2030 – in der Rubrik „Vorrangiger Bedarf“. Die Proteste der Tatinger, der Region und des Verkehrsministeriums in Kiel hatten also Erfolg. Im März hatte es auf Eiderstedt noch lange Gesichter gegeben: Das Projekt war aus dem Bundesverkehrswegeplan geflogen, da auch Tatings Nachbarort Garding mit eingeplant gewesen war. Diese Strecke wäre zwölf Kilometer lang gewesen und hätte 34 Millionen Euro gekostet. Das war dem Ministerium zu teuer. Die ganze Region staunte über die Ablehung: Denn Garding hatte nie eine Ortsumgehung beantragt.

Nun die Wendung, damit könnte dieses wichtige Verkehrsprojekt auf Eiderstedt endlich realisiert werden, damit würde endlich Ruhe in der historischen Dorfstraße einkehren und die langen Verkehrsstaus an schönen Sommertagen Richtung St. Peter-Ording hätten ein Ende. Und das wird auch Zeit: Vor fast sechs Jahrzehnten waren erste Planungen für die Umgehung im Zuge der B  202 angestoßen. Der CDU-Bundestagsabgordnete Ingbert Liebing hatte die Gemeinde mit der frohen Botschaft überrascht. Demnach soll der fast vier Kilometer lange Abschnitt rund sieben Millionen Euro kosten und nun bis spätestens 2030 verwirklicht werden.

Allerdings weiß Hans Jacob Peters auch, dass der Baubeginn noch Jahre auf sich warten lassen kann. Denn erst einmal müsse der Planfeststellungsbeschluss gefasst werden. Nach seinem Kenntnisstand lägen aber alle Unterlagen vor, inklusive des Fledermausgutachtens. „Erst wenn wir den Beschluss haben, werden wir im Dorf weiterplanen“, so Peters. Dabei sollen auch die Bürger eingebunden werden. Im Mittelpunkt werde die Dorfstraße stehen. „Wichtig ist, dass wir die Fahrradrouten wieder durch den Ort leiten. Wegen der Verkehrsbelastungen führen sie jetzt über Tholendorf.“ Er hofft auch, dass sich mehr Geschäfte im Ort ansiedeln. Peters dankt allen Bürgern, die bei dem Kampf um die Umgehungsstraße mitgezogen und am Beteiligungsverfahren des Bundesministeriums teilgenommen haben.

Die Umgehung wird nördlich um Tating herumführen. Nach dem jetzigen Planungsstand wird sie in Höhe des Bauernhofes Gravert östlich von Tating beginnen – „dort wurde vor 15 Jahren bereits ein Haus wegen des geplanten Baus abgerissen“, so Peters. Westlich Tating s trifft die neue Straße dann beim Golfplatz und in Höhe des Medfeldwegs wieder auf die alte B  202. Auch in St. Peter-Ording wird die Entscheidung begrüßt. Immerhin können LKW und Busse den Ort nur über die Wittendüner Allee erreichen, da die Ortsdurchfahrt Tating für sie gesperrt ist. „Mit der Umsetzung, die natürlich noch Jahre dauern kann, lassen sich neue Gedanken fassen“, so Bürgermeister Rainer Balsmeier. Beispielsweise wäre eine direkte Anbindung des Gewerbegebiets über den Medfeldweg vorstellbar, damit müsste der Anlieferverkehr nicht mehr durch den Ort.

Der nordfriesische SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Matthias Ilgen zeigt sich ebenfalls erfreut über die Nachrichten aus Berlin: „Das ist ein gutes Signal für die Westküste im touristisch geprägten Eiderstedt um St. Peter-Ording.“ Landesverkehrsminister Reinhard Meyer gebühre an dieser Stelle ein großer Dank für seinen beharrlichen Einsatz, dafür, dass er Bundesverkehrsminister Dobrindt nun im zweiten Anlauf doch noch von der Dringlichkeit des Projekts überzeugen konnte, so Ilgen abschließend.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 07:00 Uhr

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